Die Feuerwehr Mittenwald beim Einsatz auf der Leutascher Straße.
+
Hoch hinaus geht‘s für die Helfer Ort. Nur mittels der Drehleiter kann der fragile Baum überhaupt erreicht werden

Spezialeinsätze unterm Karwendel

Versteckspiel im Schnee: Feuerwehr Mittenwald sucht Hydranten

  • vonChristof Schnürer
    schließen

Es kommt nicht alle Tage in Mittenwald vor, dass man bei Einbruch der Dämmerung knapp 30 uniformierte Mannsbilder mit Alu-Schaufeln bewaffnet durch den Ort stapfen sieht. Am Montag bot sich dieses Bild – aus gutem Grund.

Mittenwald - „Die Löschwasser-Versorgung war nicht mehr sichergestellt“, teilt der neue Feuerwehr-Kommandant Karl Seitz mit. Der „Damele-Kare“ spielt damit auf ein echtes Problem an: Aufgrund der üppigen Schneefälle der vergangenen Tage wurden unzählige Hydranten von den weißen Massen regelrecht verschluckt. Was in den meisten Fällen nicht an Mutter Natur lag. Entlang sehr vieler Straßen schaufelten oder frästen anscheinend eine Menge von Anwohnern den Schnee in Richtung dieser enorm wichtigen Zapfstellen. Dabei gingen auch einige der Schneestangen zu Bruch. Diese werden von den Bauhof-Mitarbeitern stets im Herbst vorsorglich platziert, um die über 200 Hydranten-Standorte in der Marktgemeinde zu markieren. Sind diese Stangen ebenso weg, wird’s schwierig. „Einige Hydranten haben wir anhand von Plänen wieder gefunden“, berichtet Seitz. Insgesamt waren am Montagabend 29 Mann von 16.30 bis 21 Uhr im Einsatz. „Pünktlich zur Ausgangssperre waren wir fertig.“ Aber nicht fix und fertig, obwohl rund 100 Hydranten teilweise aus einem Eispanzer befreit werden mussten.

Pünktlich zur Ausgangssperre waren wir fertig.

Feuerwehr-Kommandant Karl Seitz

Schon am Vortag hatten sich der Kommandant und Gerätewart James Costa zur Kontrollfahrt aufgemacht. Schnell war für Seitz klar: „Da besteht dringender Handlungsbedarf.“ Besonders schwere Fälle wurden bereits am darauffolgenden Nachmittag mit dem Radlader vorbehandelt. Sonst wär’s für den Schaufel-Trupp richtig zäh geworden.

Es kommt nicht oft vor, dass die Feuerwehr auf Hydrantensuche gehen muss. In der Regel schaufelt der Bauhof diese frei. Doch dessen Belegschaft war aufgrund des Dauerschneefalls zuletzt mit dem Räumen und Abtransport gebunden. Also sprangen Seitz und Co ein. In diesem Zusammenhang appelliert der Kommandant an alle Mittenwalder, die Hydranten, so gut es geht, frei zu halten. Denn auch im Winter könnte es mal brennen.

Die Schaufel-Aktion war übrigens nicht der einzige Spezialauftrag der Mittenwalder Wehr. Zwischen Freitag und Montag mussten insgesamt sechs sogenannte Technische Hilfeleistungen möglichst zügig erledigt werden. Umgestürzte Bäume oder solche, die auf die Fahrbahn zu fallen drohten, galt es, nahe der Husselmühle, am Straßwald an der B 2 und auf der Leutascher Straße aus Sicherheitsgründen zu entfernen.

Apropos: Diese Strecke nach Tirol bleibt bis einschließlich morgigen Donnerstag gesperrt. Das ergab eine gestrige Besichtigung der Mittenwalder und Leutascher Lawinen-Experten. Aufgrund des zu erwartenden Föhneinbruchs wird der Schnee noch feuchter und damit schwerer. Was zu weiterem Schneebruch in diesem neuralgischen Bereich führen könnte. „Am Freitag werden wir die Lage neu bewerten“, teilt Hermann Baier, der Amtsleiter der Gemeinde, mit.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare