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Starkbieranstich mit Gesang: (v. l.) Franz Fütterer, Matthias Wurmer, Leonhard Brennauer, Josef Schandl, Marile Jungkunz, Max Jungkunz, Georg Brennauer und Matthias Klotz sorgen 2016 für gute Stimmung im Postkeller.

Derblecken in Mittenwald 

Starkbier-Anstich: Steilvorlagen ohne Ende

„Oans, zwoa, g’suffa“ – nicht nur das heißt es wieder am 10. März im Mittenwalder Postkeller. Denn beim traditionellen Starkbieranstich soll auch fleißig derbleckt werden. Montagabend hat sich die Theatergruppe um Matthias Wurmer zum ersten Mal getroffen.

MittenwaldWenn die Mittenwalder Fosnocht am Aschermittwoch, 14. Februar, sein Ende findet, geht’s im Postkeller erst richtig los. Im jährlichen Wechsel mit dem Faschingseingraben wird dort momentan der Starkbier-Anstich am 10. März geplant.

Am Tisch sitzen elf Mannsbilder und eine Frau, denen die Vorfreude schon jetzt ins Gesicht geschrieben ist. „Soll’ I wirklich wieder mitspielen?“ Noch etwas skeptisch schaut Postkeller-Wirtin Marile Jungkunz in die heitere Runde. „Abstimmen!“, befiehlt Matthias Wurmer (Schmitzer). Alle Hände schießen nach oben. „So schnell geht’s“, meint Gatte Max Jungkunz. Natürlich wollen alle wieder Marile mit dabei haben beim Couplet. Vor zwei Jahren mimte sie die urbayerische Ikone Bally Prell.

Ähnlich ergeht es den anderen. Viele bekannte Gesichter sind wieder darunter wie Josef Schandl (Stuck), Stefan Weineisen oder Georg Brennauer. Eine Liste liegt vor ihnen auf dem Tisch. Darauf stehen all jene Themen, welche die Mittenwalder in den vergangenen Jahren bewegten, an Stammtischen die Runde machten oder im Tagblatt publiziert wurden.

Geschehen ist einiges, wie der Schmitzer-Hias weiß. Er hielt 2016 als Bruder Barnabas einigen Würdenträgern den Spiegel vor. Heuer wird es aber keinen Fastenprediger geben. Die Rolle, die er und Georg Maller (Zweckl) diesmal im Doppelpack spielen, ist eine andere. „Das wird die Überraschung des Abends.“

Doch wie verarbeitet man all die Themen? Angefangen vom Hallenbad-Abriss über die Lainbach-Verbauung, die Karwendelbahn, den Lawinenschutz an der Rainlähne, das Latscheneck-Hotel bis hin zur Modernisierungsoffensive auf dem Kranzberg hat sich 2017 so einiges gerührt. „Wichtig ist, wie wir das alles umsetzen“, sagt Wurmer. Das Couplet soll daher breit gefächert sein. So werden manche Geschichten klassischerweise beim Derblecken beleuchtet. Andere werden musikalisch verabreicht. „Sofern das Lied umgeschrieben werden darf“, mahnt Wurmer. Das sei nämlich nicht bei allen Stücken der Fall. Heuer wird es zudem eine weitere Möglichkeit geben, um das aktuelle Zeitgeschehen aus einem satirischen Blickwinkel zu betrachten: „Früher gab es viele Couplet-Sänger, die von Ort zu Ort zogen“, erzählt Georg Brennauer senior. Diese malten großflächige Bilder der aktuellen Geschehnisse und sangen kurze, aber knackige Strophen darüber. Auch das soll den Abend dieses Mal bunt und amüsant gestalten.

Starkbier-Anstich:

Der Eintritt ist wieder kostenlos. Allerdings wird im Postkeller um zügige Reservierung unter Telefon 0 88 23/9 37 94 80 gebeten.

Josef Hornsteiner

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