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Sanierungsfall: die Schul-Turnhalle.

Debatte über Turnhallen-Bau

Stunde der Sportfreunde

  • vonChristof Schnürer
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Im Rathaus Mittenwald sind zwei Anträge eingetrudelt – einer von der Bürgervereinigung, einer von der CSU. Beide wollen im Grunde das Gleiche: Nach dem vorläufigen Hallenbad-Aus sollen jetzt andere Projekte angeschoben werden. Ganz oben auf der Liste steht die Turnhalle.

Mittenwald – Mit dem Nein zum Hallenbad-Neubau auf dem Nemayer-Areal geht gleichzeitig ein Ja zur Realisierung einer Sporthalle einher. Das zumindest findet Gemeinderat Stefan Schmitz (Bürgervereinigung). „Das wäre der nächste logische Schritt.“ Um seinem Lieblingsprojekt Nachdruck zu verleihen, haben der Berufschullehrer und sein Fraktionskollege Klaus Zwerger ein Schreiben an die Marktverwaltung geschickt. „Der Bürger hat jetzt einfach eine Erwartung.“ Und die lautet für Schmitz: Die finanziellen Voraussetzungen zum Bau der seit Jahren geforderten Zwei- bis Dreifach-Sporthalle zu schaffen. Der beinahe paralllel eingegangene Antrag der CSU zielt in die gleiche Richtung. „Wir stehen Gewehr bei Fuß“, drückt es Fraktionschefin Regina Hornsteiner beinahe schon ein wenig martialisch aus.

Dass beim Thema Sporthalle im Marktgemeinderat ähnlich scharf geschossen wird wie bei der Debatte über ein Schwimmbad, davon ist auszugehen. „Das ist mitnichten gestorben“, betont Rudi Rauch (SPD) – lediglich der Standort und die Machart. Im Schulterschluss mit den Freien Wählern kämpfen die Parteifreunde Rauch und Enrico Corongiu im Gemeinderat für die Realisierung einer touristischen Freizeitanlage. Dass nach dem Ratsbegehren und dem vorläufigen Schwimmbad-Aus der Sporthallen-Bau aufs Tablett kommt, ist für Rauch nicht überraschend. „Das war äußerst absehbar, wohin die Reise geht.“

Wie sich die SPD im Rathaus zu dem Vorhaben auf dem Schulgelände am Mauthweg äußern wird, darauf will Rauch nicht eingehen. „Das müssen wir erst absprechen.“ Auch Georg Seitz (Freie Wähler) lässt sich nicht in die Karten schauen. Er und seine vier Fraktionskollegen müssen sich erst zusammensetzen. Das aus ihrer Sicht schlechte Ergebnis beim Ratsbegehren wollen die Freien Wähler „erst mal sitzen lassen“, drückt es Seitz aus. „Aber zufrieden sind wir nicht.“ Und schon gar nicht wenn jetzt Projekte aufgerufen werden, die aus seiner Sicht nicht oben auf der Prioritätenliste stehen.

Vize-Bürgermeister Gerhard Schöner (CSU), der momentan für den urlaubenden Rathauschef Adolf Hornsteiner (CSU) die Geschäfte führt, gibt sich dahingehend moderat. „Der Gemeinderat muss sich überlegen, welche Projekte er in Angriff nehmen will.“ Dass es hierbei in der Volksvertretung unterschiedliche Auffassungen geben wird, „ist so sicher wie das Amen in der Kirche“. Baustellen (Bürgerhaus, Eisstadion oder TSV-Halle) gibt es für Schöner en masse. „Da brauchst in Mittenwald nicht lange schauen.“

In die Kategorie „erbärmlich“ würde Gemeinderat Schmitz auf alle Fälle die Schul-Turnhalle einordnen. Erbaut wurde sie 1960. „Und die Toiletten und Duschen sind immer noch aus dieser Zeit.“ Kein Schallschutz, mangelhafte Fluchtwege, Sicherheitsrisiken wie herausstehende Türklinken – Leistungsturner Schmitz, der wöchentliche Einheiten in der Anlage am Mauthweg absolviert, könnte noch viele weitere Defizite aufführen. „Mich wundert’s, dass wir dort noch Sport treiben dürfen.“ Einmal mehr kommt er im Hinblick auf die Sport-Infrastruktur zu dem Schluss: „Das ist für Mittenwald schon sehr peinlich.“

Ob es die anderen im Gemeinderat genauso sehen? Die nächsten Debatten werden’s zeigen.

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