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Er kann’s einfach: Stephan Kriegelstein aus Mittenwald sorgt als Gourmetkoch für Furore.

Zwei Hauben von Gault-Millau 

Mittenwalder im Gourmet-Olymp

Vor zwei Jahren erkochte sich Stephan Kriegelstein in der Schweiz einen Michelin-Stern. Nun folgen zwei Hauben des nicht minder renommierten Restaurantführers Gault-Millau für seine Speisen-Kreationen in Österreich.

Mittenwald/Lech am Arlberg– Spricht Stephan Kriegelstein über seine Passion, dann wird der Mittenwalder geradezu philosophisch. „Kochen ist Liebe, Leidenschaft und Lust am Leben“, zitiert ihn die Münchner PR-Agentur Segara. Sein Erfolgsrezept: „Es geht nicht darum, immer auf der Suche nach etwas noch nie Dagewesenem zu sein. Auch nicht um regionale, internationale, asiatische oder französische Küche – es geht darum, über Grenzen hinaus zu begeistern. Sei nicht kreativ, sei frei!“

Eine Lebensweisheit, die den 30-jährigen Isartaler ein weiteres Mal in den Gourmet-Olymp katapultierte. Die anspruchsvollen Tester des namhaften Restaurantführers Gault-Millau würdigten Kriegelsteins Menü mit 16 von 20 Punkten. Dafür gab’s zwei Hauben. Damit hat der Mittenwalder als Küchenchef im Luxushotel „Severins – The Alpine Retreat“ im österreichischen Lech am Arlberg neue Maßstäbe gesetzt. Doch mit Top-Bewertungen kennt sich der Profi am Herd aus. Vor zwei Jahren durfte sich das Schweizer Nobel-Resort „The Omnia“ in Zermatt dank Kriegelsteins Kochkünste mit einem Michelin-Stern schmücken – dem Oscar in der Gourmet-Branche.

Beim Lesen seines preisgekrönten Arlberger Menüs läuft einem das Wasser im Mund zusammen. Champagner mit Tomatenessenz, Lachs-Sashimi und Jakobsmuschel, Wagyu-Rind, als Tatar und mit Gänseleber gefüllte Rolle, dazu Gänselebereis, Powerade und getrüffelte Pommes Frites – damit überzeugte der Mittenwalder die Gault-Millau-Tester. Wobei auch der Bezug zu Asien nicht fehlte. Deshalb sprachen die Kritiker beim Hauptgang „Heilbutt und die Geister Balis“ von einem „multisensuellen Vergnügen“.

Es ist einer tiefgehenden Erkenntnis zu verdanken, dass Kriegelstein im zweiten Anlauf die richtige Berufswahl traf. Denn ursprünglich sollte er in die Fußstapfen seines Vaters treten, der in der Auto-Branche sein Geld verdient. „Doch ich habe schnell gemerkt, dass ich für die Arbeit als Kfz-Spengler total ungeeignet bin.“ Eine weise Einsicht – zumal der Hang für guten Geschmack ihm in den Genen steckt. Hier sei die Küche von seiner Oma genannt. „Dort hab’ ich viel Zeit verbracht.“ Johanna Kriegelstein betrieb damals einen Landgasthof in Mittenwald. „Sie ist eine brillante Köchin und infizierte mich schon mit sechs Jahren mit ihrer Leidenschaft zum Kochen.“

Sie führte ihn als 17-Jährigen in die Lehre zum Klaiser Sonnenhof. Zwischen Schweinebraten und Wiener Schnitzel erlernte er schnell unter „den strengen Augen meines Lehrmeisters Alfred Schöttl die Grundlagen des Kochens und eine Philosophie, die mich bis heute begleitet“. Doch der wissbegierige Jungkoch wollte mehr, ihn zog hinaus in die wunderbare Gourmet-Welt.

Wer weiß, vielleicht kehrt der hochdekorierte Kriegelstein eines Tages zurück in seine Heimat und eröffnet in Mittenwald ein Restaurant, das schon bald die gestrengen Tester von Michelin und Gault-Millau neugierig macht.

Christof Schnürer

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