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Für den dritten Masten der Materialbahn wurden die Fundamente betoniert.

Auf der Suche nach der besten Lösung

Arbeiten an Materialseilbahn fast fertig: Alpenverein plant nächstes Projekt an der Mittenwalder Hütte

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Es geht rund an der Mittenwalder Hütte im Karwendel. Während die Arbeiten an der Materialbahn fast abgeschlossen sind, beschäftigt sich die Alpenvereins-Sektion bereits mit der Stützwand. 

Mittenwald – Sie war im Weg, musste weichen. Für den Lawinenschutzwall an der Rainlähne. Jetzt steht die Talstation der Materialseilbahn der Mittenwalder Hütte an einem anderen Fleck. Südlich der gigantischen „Mauer“. Bereits Mitte September 2016 begannen die Arbeiten samt Abriss und Hubschrauberflügen, jetzt stehen sie kurz vor dem Finale. Im Mai, sagt Max Schmidt, Vorsitzender der Mittenwalder DAV-Sektion, soll das Projekt fertig sein, vorausgesetzt das Wetter spielt mit. Pünktlich zur Eröffnung der Hütte am 15. Mai.

All zu viel muss nicht mehr getan werden. Kleinere Maßnahmen an der Elektrik, die Installation eines Fangnetzes am Berg, damit Personen, die etwas aus der Transportbahn entgegennehmen, nicht abstürzen können, oder Ausholzungen – so skizziert Schmidt die letzten Schritte. „Innerhalb einer Woche sollten sie erledigt sein“, meint er.

Das Aufwendigste ist längst vollbracht. Ein dritter Masten musste her, der auf dem Damm positioniert wurde. „Wir konnten die Bergstation nicht versetzen“, erklärt der Sektionschef. Das Problem dabei: Wenn die Strecke zu schief gerät, läuft die Bahn nicht mehr. „Zwei Grad machen nichts“, sagt Schmidt. „Wir sind mit etwa 1,5 Grad hingekommen.“

„Wenn wir 40 Tonnen Steine ins Karwendel fliegen, lacht man uns aus.“

Eigentlich sah der Zeitplan vor, bereits 2017 den Haken hinter das Projekt zu setzen. Dann kam im April der Schnee. Zeitplan passé.In Betrieb ist das Transportmittel trotzdem zu Saisonbeginn gegangen. Wenngleich auch nur provisorisch mit Kisten statt Gondeln. Versorgungsengpässe auf der Mittenwalder Hütte, einem sehr beliebten Ausflugsziel für Wanderer, gab’s deshalb nicht. Zur Freude von Wirt Bernhard Kriner. Die Kosten für das Ganze liegen laut Schmidt grob überschlagen bei 300 000 Euro.

Doch mit der Materialseilbahn hat die Sektion, der derzeit über 3000 Mitglieder angehören und die drei Hütten verwaltet, noch nicht alle ihre Hausaufgaben mitten im Karwendelmassiv gemacht. Die mindestens 50 Jahre alte Stützmauer der Terrasse senkt sich. „Sie ist nicht mehr die Beste“, schildert Schmidt deren Zustand. „Da muss etwas gemacht werden.“ Vor allem bei starken Regen laufe das Wasser in ein Loch in der Terrasse.

Derzeit sind der Vorsitzende und sein Team auf der Suche nach der besten und gleichzeitig billigsten Lösung. Statiker und Baufirmen werden zu Rate gezogen, Verhandlungen mit der Marktgemeinde geführt. Die günstigste Variante beinhaltet vorne fünf Stahlträger und eine Holzterrasse. Auch andere Optionen existieren, denen Schmidt aber kaum Chancen auf eine Realisierung beimisst. Zum Beispiel Ankerbohrungen, wie sie am Ettaler Berg gemacht worden sind. Kostenpunkt: rund 106 000 Euro. Eine weitere Möglichkeit wäre eine Gabionen-Lösung. „Wenn wir 40 Tonnen Steine ins Karwendel fliegen“, sagt der Sektions-Chef, „dann lacht man uns aus.“ Und sich am Berg zu bedienen, das ist aus Naturschutzgründen verboten.

Sobald der Plan feststeht, sollen die Arbeiten an der Stützwand beginnen. Läuft alles glatt, fällt der Startschuss dafür noch in diesem Jahr.

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