Tonihof: Jetzt hält Mittenwald die Hand drauf

Mittenwald - Der drohende Verkauf des Tonihofs, hat den Mittenwalder Gemeinde abgeschreckt. Nun erließ er eine Veränderungssperre.

Der Tonihof, verkauft an einen Investor, der das Landhotel beispielsweise zu einer Privatresidenz umfunktioniert – so sieht der Alptraum von Mittenwalds Bürgermeister Adolf Hornsteiner (CSU) aus. Nach dem ersten Schreck über die Hiobsbotschaft im Tagblatt, dass das Anwesen veräußert werden soll, ließ er Taten folgen. Damit ein potenzieller Käufer mit der 1730 Quadratmeter (Wohnfläche) großen Immobilie nicht macht, was er will, sichert sich die Gemeinde durch eine Veränderungssperre im Bebauungsplan ein Mitspracherecht. „Das bedeutet eine generelle Bau- sowie Nutzungsänderungssperre“, erläuterte Marktbaumeister Ralf Bues am Dienstag in der Gemeinderatssitzung. Das heißt auf deutsch: Auf dem Tonihof darf nichts verändert werden. Weder Baumaßnahmen noch eine Nutzung abweichend vom Hotel- und Gastronomiegewerbe ist erlaubt. Es sei denn, ein Interessent legt Pläne vor, mit denen man einverstanden ist. „Die Sperre soll gewährleisten, dass wir bei der weiteren Entwicklung mit dabei sind und diese im Sinn des Marktes läuft“, erläuterte Hornsteiner. „An dem Standort soll weiterhin eine touristische Nutzung sicher gestellt werden.“

Allerdings könnte dieser einstimmige Beschluss das Käufer-Interesse an dem „sehr seltenen Top-Objekt in geographisch herausragender Lage mit einem atemberaubenden Panorama-Blick“, wie der Tonihof auf der Internet-Seite des Immobilien-Unternehmens Engel & Völkers angepriesen wird, mindern. Schließlich hätte der neue Besitzer des Millionen-Anwesens kaum Handlungsfreiheit. Das kritisierte auch Gemeinderat Georg Braun (Freie Wähler): „Die Sperre klingt schon diktatorisch. Der (neue Besitzer) darf ja nichts tun.“ Der Rathauschef sah seinen Vorstoß freilich in einem anderen Licht: „Das soll kein Verhinderungsinstrument sein, wir wollen lediglich mitgestalten.“ Und sicherstellen, dass nicht „an der Gemeinde vorbei genehmigt wird“, wie Bues es formulierte. Denn in einigen Fällen reicht ein Ja vom Landratsamt. Die derzeitigen Besitzer des Tonihofs, das Ehepaar Dudek, waren für eine Stellungnahme gestern nicht erreichbar.

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