Der Tonihof: Für das Anwesen auf de Buckelwiesen will der Gemeinderat die Veränderungssperre nicht verlängern. foto: sehr

Tonihof: Veränderungssperre läuft aus

Mittenwald - Der Gemeinderat hat die Veränderungsspere für den Tonihof nicht verlängert. Trotzdem behält die Kommune genau im Blick, was mit dem Traumobjekt auf den Mittenwalder Buckelwiesen passiert...

Es war immer eine der größten Ängste in Mittenwald: Dass der Tonihof, den Inhaber Christian Dudek lange Zeit verkaufen wollte, womöglich zur Privatresidenz wird und als Tourismusbetrieb verloren geht. Deshalb hatte der Gemeinderat am 26. Januar 2010 eine Veränderungssperre für das Filetgrundstück auf den Buckelwiesen verhängt. Seitdem darf das Haus weder baulich verändert, noch anderweitig genutzt werden als für einen Hotel- und Gastronomiebetrieb.

Rein formal gilt das allerdings nur noch bis zum 31. Januar 2012: Denn nun hat der Gemeinderat die Verlängerung der Veränderungssperre, die an diesem Termin ausläuft, einstimmig abgelehnt.

Doch der Beschluss ist ein taktisches Vorgehen. „Nach Rücksprache mit dem Landratsamt besteht bei einer Verlängerung um ein Jahr anschließend keine Möglichkeit einer weiteren Verlängerung“, erläuterte Marktbaumeister Ralf Bues in der Sitzung. Dann hätte die Gemeinde spätestens 2013, nach Ablauf der zweiten Frist, keinen Einfluss mehr auf die Pläne für die 22-Betten-Herberge. Auch der Erlass einer neuen Veränderungssperre unmittelbar danach sei fragwürdig, betonte Bues. Dieses Risiko ist der Gemeinde zu hoch.

Die Gefahr, dass nun über die Köpfe des Rats hinweg geplant wird, ist viel geringer. Denn sollte Dudek, der sich im Mai 2010 entschlossen hatte, die Anlage doch zu behalten und ein neues Konzept für sie auf den Tisch zu legen, den Tonihof in Privatwohnungen umzuwandeln, kann die Kommune handeln. „Wir können jederzeit wieder eingreifen, wenn sich das Projekt in eine aus unserer Sicht falsche Richtung entwickelt“, sagt Bürgermeister Adolf Hornsteiner (CSU). Die Marktgemeinde könnte einen betreffenden Antrag zwei Monate zurückstellen und „in dieser Zeit eine neue Veränderungssperre erlassen“, erläuterte Bues.

Dann könne auch das Verfahren eines Bebauungsplanes fortgeführt werden. Das war auf Eis gelegt worden nachdem der Besitzer bislang noch keine genehmigungsfähige Planung vorweisen konnte. Bereits im Mai sprach Dudek davon, der Gemeinde mehrere Varianten „eines verfeinerten Konzepts“ für das 1730 Quadratmeter (Wohnfläche) große Areal vorgestellt zu haben. Damals gab sich Hornsteiner zurückhaltend: „Die Familie Dudek hat ein Konzept vorgelegt, das gemeinsam mit den Fachbehörden geprüft wird.“ Sollte es Grünes Licht geben, „dann werden wir die Bevölkerung zeitnah informieren“, versprach er. Doch soweit scheint es noch nicht zu sein. „Wir sind auf einem guten Weg“, sagt der Bürgermeister nun. Mehr aber auch nicht.

Interessant ist allerdings, dass die Immobilie mittlerweile zumindest vom Internetauftritt des Unternehmens Engel & Völker verschwunden ist. Dort war der Tonihof zum Kauf angeboten worden - selbst noch als Inhaber Dudek schon mehrere Varianten „eines verfeinerten Konzepts“ für sein Hotel vorschwebten.

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