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Tendenz steigend: Die Zahlen in der Alpenwelt gehen kontinuierlich nach oben. Mit einer Ausnahme.

Positive Zahlen trotz Schneemangel

Tourismuszahlen Alpenwelt Karwendel: Wenn der Winter Streiche spielt

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Ferien ohne Schnee – ein Graus für Touristiker. Der Winter war in der vergangenen Saison nicht auf Seiten der Alpenwelt Karwendel. Dennoch gab’s positive Zahlen zu verzeichnen.

Oberes Isartal –Manchmal hat’s was von einem Frechdachs, das Wetter. Weil es einen Streich nach dem anderen spielt. Wenn es gegangen wäre, Sabrina Blandau hätte ihm am liebsten die Flausen ausgetrieben: „Kaum waren die Gäste weg“, sagt sie, „war der Schnee da.“ Und andersherum.

Freilich hat das die Geschäftsführerin der Alpenwelt Karwendel gefuchst. „Im Januar hatten wir die schönste Winterlandschaft.“ Zwar gut, für den Sparkassen-Cup in Krün und dessen zahlreichen Teilnehmer. Die weiße Pracht hätte nach Blandaus Geschmack gern noch länger liegen bleiben können. Vor allem über die Faschingsferien hinweg. Da herrschte Schnee-Abstinenz. Heute kann die Touristikerin darüber schmunzeln. Weil die Zahlen der vergangenen Wintersaison (November 2016 bis April 2017) vorliegen. Die Stimmen sie versöhnlich.

Besonders gut verlief die Osterzeit - das Wetter war nicht ausschlaggebend

Als positiv bewertet die Expertin die Werte: Bei den Ankünften schneidet die Alpenwelt Karwendel mit einem Plus von 3,03 Prozent gegenüber dem Vorjahr ab, bei den Übernachtungen mit 2,18 Prozent (siehe Kasten). Trotz der Mangelware Schnee und trotz der ungünstigen Lage der Feiertage über Weihnachten und Silvester.

Besonders gut verlief die Osterzeit im März und April. In dieser schnellten die Zahlen noch deutlicher nach oben. 9,2 Prozent mehr Ankünfte und 13,9 Prozent mehr Übernachtungen konnten verzeichnet werden. „Da war das Wetter nicht ausschlaggebend“, sagt Blandau und lacht. Das Alpenwelt-Team bewarb diese Phase intensiver. Und kurzfristiger. Als Grund für die positive Entwicklung führt die Geschäftsführerin das neue Angebot an, das in Kooperation mit dem Regionalverkehr Oberbayern (RVO) entstand. „Das kann ein Effekt sein.“ Wie berichtet, besteht seit 1. Januar für Urlauber die Möglichkeit, mit dem Bus zum Nulltarif beispielsweise nach Kochel oder Linderhof zu fahren. Seit dem 1. Mai sogar zu Zielen im gesamten Landkreis. Das kommt an. Jedenfalls erhielt Blandau bisher vielfach positive Rückmeldungen von Gästen, die das Angebot rege nutzen.

Der Winter ist das Sorgenkind - die Alpenwelt versucht, Angebote zu erweitern

Sogar mit der Alpenwelt-Card geht’s voran. Obwohl sich so manch ein Vermieter dagegen sträubte (wir berichteten). Nach derzeitigem Stand sind 78 Prozent der Gastgeber im Isartal elektronisch angebunden (Mittenwald 71%, Krün 93%, Wallgau 82%). Im September 2016 waren es noch 54 Prozent. Den plötzlichen Sinneswandel hat der Tourismusverbund teilweise den Gästen selbst zu verdanken. Weil sie den Anstoß geben, mit ihren Vermietern sprechen.

Blandau ist zufrieden. Die Zahlen in der Wintersaison steigen – mit einer Ausnahme – konstant ein bisschen an. Und das schon seit Jahren. Trotzdem: „Der Winter ist das Sorgenkind“, betont sie. Das Verhältnis – deutlich: 70 Prozent der Übernachtungen im Sommer, 30 Prozent in der kalten Jahreszeit. Die Konsequenz daraus liegt auf der Hand. „Wir wollen den Winter sowie die Vor- und Nachsaison stärken.“ Heißt konkret: Die Alpenwelt versucht, Angebote zu erweitern. Der Skibus, der nun auch im März verkehrt, ist ein Beispiel dafür. Oder der Bergfrühling. Die Werbemaschinerie wird dafür angekurbelt, samt größerem Budget für den Winter. Denn trotz des Aufwärtstrends, kann der dem Sommer längst nicht das Wasser reichen. Juni, Juli, August – alles ausgebucht. Da kann Blandau nicht klagen. „Mehr geht nicht.“

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