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Genießen die Sonnenstrahlen vorm „Der kleine Kartoffelsack“ im Obermarkt: die beiden langjährigen Mittenwald-Urlauberinnen (v. l.) Irene und Brigitte vom Niederrhein. 

Alpenwelt Karwendel präsentiert Tourismuszahlen 2016

Betten-Schwund nicht auszugleichen

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Das Jahr 2016 schließt in der Alpenwelt Karwendel mit einem Plus ab. Sowohl bei den Gästeankünften als auch bei den Übernachtungen. Doch der Trend, dass Betten wegfallen, lässt sich nicht aufhalten. Deshalb versucht das Team um Sabrina Blandau, das Angebot zu professionalisieren.

Oberes Isartal – Der G7-Gipfel 2015 ist schwer zu toppen. Von der Bedeutung und der Größenordnung für das Isartal. Alles, was danach kommt – mindestens eine Nummer kleiner. Aber deshalb nicht schlecht. Ganz im Gegenteil. Im vergangenen Jahr richtete sich die Aufmerksamkeit weniger auf Politiker, sondern auf Sportler. Das Wander-Event „24 Stunden in Bayern“ wurde ausgetragen. Ein voller Erfolg, die Rückmeldungen positiv. Davon versucht die Alpenwelt Karwendel zu profitieren und Gäste anzulocken.

„Das war eine riesige Werbekampagne“, sagt Geschäftsführerin Sabrina Blandau. 600 Teilnehmer gingen im Juni 2016 an den Start, blieben zwei bis drei Nächte und lernten die Schönheiten des Isartals kennen. Dahinter steckte für den Tourismusverbund nicht die Absicht, in dieser kurzen Zeitspanne Übernachtungen zu generieren, sondern er nutzte das Großereignis als „langfristige Marketingmaßnahme“. Mit Erfolg. Es gibt Menschen, die einen Aufenthalt dort buchen und sich auf die „24 Stunden“ beziehen. Die Arbeit ist für Blandau und ihr Team längst nicht beendet. Gerade laufen die Vorbereitungen, um sich beim diesjährigen Gastgeber Bad Hindelang zu beteiligen. Außerdem ist eine Folgeveranstaltung, die „24-Stunden-Trophy“ in Wallgau, geplant.

Augenmerk auf die Randmonate

Die Werbetrommel fürs Isartal wird kräftig gerührt. Das Augenmerk liegt dabei mittlerweile auf den Randmonaten Mai, September und Oktober. Die laufen einfach schlechter. Im Juli und August ist das Potenzial ausgeschöpft. „Wir könnten im Sommer doppelt vermieten“, betont Blandau. Aber: Die Kapazitäten – ausgelastet. Die Jahreszeit funktioniert. Das zeigen auch die Übernachtungszahlen, die 2016 um 1,52 Prozent für alle drei Alpenwelt-Orte angestiegen sind. Mittenwald verzeichnete ein Plus, Krün ebenso, nur Wallgau verbucht ein leichtes Minus von 0,43 Prozent. Wobei in Krün natürlich die beiden Top-Hotels Schloss Elmau und das Kranzbach berücksichtigt werden müssen. „Ansonsten sind die Zahlen homogen“, sagt die Tourismus-Expertin. Dass der Winter schlechter ausfällt, liege hauptsächlich an den Wetterbedingungen. Ohne Schnee – nix los.

Das Problem: Generationswechsel

Doch nicht der Winter bereitet den Verantwortlichen der Alpenwelt Karwendel die größten Sorgen. Vielmehr die rückläufige Entwicklung bei den Betten. Im Hotelbereich liegen die Übernachtungszahlen bei einem Plus von 4,4 Prozent, was etwa 14 000 Übernachtungen entspricht. Bei den Pensionen dagegen steht ein dickes Minus von 10,9 Prozent (etwa 9300 Übernachtungen). „Das schlechte Ergebnis der Pensionen frisst das gute der Hotels auf“, sagt Blandau. Aktuell stehen in der Alpenwelt Karwendel 7400 Gästebetten zur Verfügung. Deutlich weniger als noch vor einigen Jahren. „Mittenwald hat in den vergangenen zehn Jahren rund 14 Prozent seiner Betten verloren.“ Der Krüner Ortsteil Klais sogar ein Drittel. Den Grund für diesen Trend nennt der Mittenwalder Rathauschef beim Namen: der Generationswechsel. „Das kann man nicht ausgleichen“, verdeutlicht Bürgermeister Adolf Hornsteiner (CSU). Vor allem angesichts dessen, dass Hotels unterrepräsentiert sind. „Deshalb können sich unsere Zahlen nicht so positiv entwickeln wie in anderen Regionen mit anderen Voraussetzungen“, hebt die Geschäftsführerin hervor. 

Das Beste aus Ist-Zustand herausholen

Trotzdem muss die Alpenwelt Karwendel das Beste aus dem Ist-Zustand herausholen. Daran arbeitet das Team mit großer Intensität, indem es Strukturen und Angebot professionalisiert. Dazu zählen unter anderem die Themen Gästekarte, Online-Buchbarkeit, aber auch Schulungen für die Gastgeber, „damit sich diese wettbewerbsfähig aufstellen können. Denn Stillstand ist Rückschritt.

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