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Ein Anziehungspunkt für Touristen: der Bozner Markt. 

Ausruhen ist nicht drin

Touristikverein Mittenwald schaut positiv in die Zukunft - trotz fehlender Manpower

Mittenwald kann auf ein gutes touristisches Jahr zurückblicken. Gleichzeitig müssen die Weichen für die Zukunft gestellt werden. Der Touristikverein möchte seinen Teil beitragen – braucht aber mehr Hilfe und Engagement von Seiten der Mitglieder.

Mittenwald – Tourismus ist das wichtigste Standbein in Mittenwald. Davon lebt der Ort, und es belebt ihn. Doch die große Bedeutung spiegelt sich nicht unbedingt im Engagement nieder. Der Touristikverein will etwas bewegen, doch wieder einmal blieben bei der Jahresversammlung viele Stühle im Postkeller leer. Mehr Gemeinderäte waren anwesend als Mitglieder. Das bedauerte nicht nur Bürgermeister Adolf Hornsteiner (CSU), sondern vor allem der Mann an vorderster Vereins-Front: Michael Liebl. Ihm fehlt’s momentan an Manpower.

Die Zukunft im Blick: (v. l.) Franz Fischer, Peter Rogalski, Claus Reiker, Michael Liebl und Ingrid Sailer sitzen im Vorstand des Touristikvereins. 

Dabei verfolgen er und seine Vorstands-Kollegen wichtige Ziele: Zum Beispiel, „Übernachtler“ zu Stammgästen zu machen. Oder „ein bisschen moderner zu werden“. Hinzukommt eine Entwicklung, von der die Marktgemeinde nur profitieren kann. „Berge sind in“, sagte der Chef. Sportliche Aktivitäten und Ausflugsziele unter anderem im Karwendelgebiet locken viele neue und vor allem junge Gäste in den Ort.

Die geringe Präsenz der Mitglieder konnte Liebls Laune aber nicht verderben. Schließlich habe sich im Vermieterbereich einiges getan. Das bestätigte auch Hornsteiner. Aus Gemeindesicht sei alles in bester Ordnung. Ein touristisch starkes Jahr liegt hinter dem Ort. Nicht zuletzt wegen des erfolgreichen Bozner Markts Anfang August 2017. Das Paradebeispiel dafür, dass die Mittenwalder – anders als im Verein – gemeinschaftlich Großes auf die Beine stellen können. Wie das Historienspektakel erzeugte auch der Geigenbauwettbewerb ein großes Medieninteresse und präsentierte so das Isartal weltweit.

Das erste Drittel des laufenden Jahres stimmt Liebl, Hornsteiner und Co. positiv. Sinkende Zahlen gibt es nur bei der Betten. Der Generationswechsel macht sich bemerkbar. „Trotzdem bin ich guter Dinge“, betonte der Bürgermeister und verkündete das Credo für die Zukunft: „Wir müssen unser Alleinstellungsmerkmal besser herausarbeiten. Optimistisch eingestellt, aber immer mit Demut auch auf verbessernde Kritik hören und achten.“

W-Fragen sind zu klären

Worte, an die Sabrina Blandau andockte, um den Trend fortzusetzen. Die Geschäftsführerin der Alpenwelt Karwendel GmbH (AWK) gab einen Überblick über die Winter-Zahlen. Die können sich sehen lassen: Bei den Ankünften in den drei Isartaler Gemeinden ist ein Plus von 7,7 Prozent zu verzeichnen, bei den Übernachtungen von 5,1 Prozent. Der Geigenbauort für sich schnitt erfreulich ab. Zuwächse bei den Ankünften von 14,1 Prozent, bei den Übernachtungen 9,3. Blandau führte das Ergebnis unter anderem auf den Christkindlmarkt zurück. Dieser entwickle sich immer mehr zum Zugpferd in der Adventszeit. Vereinzelte Gastgeber öffnen ihre Häuser wegen der großen Nachfrage früher, was die Nebensaison stärkt.

Gut läuft der Expertin zufolge auch die Zusammenarbeit mit dem Regionalverband Oberbayern in Sachen AlpenweltCard. Mit den Bussen sei man auf dem richtigen Weg. Eine Schubkraft entwickelt zudem der vermehrte Online-Vertrieb. „Da steckt noch Potenzial drin. Man müsse nur die Ängste beiseite lassen“, sagte die Geschäftsführerin. Drei große W-Fragen gilt es, strategisch umzusetzen: Wo stehen wir in zehn Jahren? Wie kann man Gastgeber marktgerecht aufstellen? Und wie kann dem Bettensterben entgegengewirkt werden? „Ist dies klar, wissen wir, wo wir hingehen.“ Liebl und sein Team werden auch dann unterstützend an der Seite der Alpenwelt Karwendel stehen – um Mittenwald auf Kurs zu halten.

Leonhard Habersetzer

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