Nachdenklich ist Franz Lipp nach der Geldstrafe geworden.
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Nachdenklich ist Franz Lipp nach der Geldstrafe geworden.

Bußgeld nach verbotenem Treffen im Corona-Lockdown

Mittenwalder Trachtlerchef räumt mit Gerüchten auf

Franz Lipp, Vorsitzender des Gebirgstrachtenvereins Mittenwald, räumt mit Gerüchten auf. Er versicherte bei der Generalversammlung, dass die Bußgelder, die ihm und acht Mitglieder wegen eines verbotenen Treffens während des Corona-Lockdowns verhängt wurden, aus eigener Tasche bezahlt wurden.

Mittenwald – An die Fahnenweihe 2021 wird Trachtlerchef Franz Lipp noch lange denken – vor allem aber an die kostenintensive Vorbereitungszeit. Eine unerlaubte Vorstandssitzung während des ersten Corona-Lockdowns im Mai 2020 hatte ihm und einigen anderen eine satte Geldstrafe beschert. Doch in diesem Zusammenhang haben so manche in Mittenwald eine Legende gestrickt. Daher nutzte Lipp am Freitagabend die Generalversammlung, um mit Gerüchten aufzuräumen.

Zu allererst versicherte der „Dauberweiß“, dass die illegale Sitzung und deren Konsequenzen nicht mit einem Cent die Vereinskasse belasteten. „Ich betone, dass wir diese Bußgelder alle aus eigener Tasche bezahlt haben.“ Ihm zufolge musste jedes der acht betroffenen Ausschussmitglieder 278,50 Euro berappen. „Das für mich als Vorstand festgesetzte Bußgeld in Höhe von 2628,50 Euro konnte durch das Einschalten von Rechtsanwalt Benedikt Zunterer auf 950 Euro heruntergehandelt werden“, berichtete Lipp mit ernstem Gesicht den Mitgliedern.

Vorsitzender: Trachtler wurden bei der Sitzung angezeigt

Ein schwacher Trost für den Mittenwalder, der seit Mai 2020 auch im Marktgemeinderat sitzt. Denn den „Dauberweiß“ hängt die leidige Sache gewaltig nach. Bereits bei der Fahnenweihe vor zwei Wochen in der Puit hatte er Klartext geredet. „Die schlimmste Krankheit, die es bei uns gerade gibt, ist nicht das Coronavirus, sondern das neue Denunziantentum.“ Bei der Generalversammlung beließ es der Trachtlerchef nicht bei bloßen Andeutungen. Lipp berichtete dabei noch einmal, wie es überhaupt zu dieser folgenschweren Vorstandssitzung im Trachtenheim im Schwarzenfeld gekommen war.

„Bei der Suche nach Lösungen, das Vereinsjahr trotz Corona aufrechtzuerhalten und unsere Fahnenweihe vorzubereiten, haben wir im Mai 2020 eine Ausschuss-Sitzung organisiert. Dabei haben wir Besuch von der Polizei bekommen.“ Anderslautenden Erzählungen kennt Lipp inzwischen die Hintergründe: „Ich weiß mittlerweile, dass sie aufgrund einer Anzeige aus der Nachbarschaft – die Person ist mir bekannt – gekommen sind.“ Die Folge war besagtes Bußgeldverfahren beim Landratsamt wegen Verstoßes gegen die Corona-Hygienebestimmungen. Die Polizei hatte hingegen stets behauptet, dass weder Passanten noch Nachbarn die Trachtler hingehängt hätten. Der damalige Inspektionschef Thomas Holzer sagte seinerzeit: „Es standen einfach zu viele Autos vor der Türe.“ VON WOLFGANG KUNZ

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