Kerzengerade ragt das Ehrenmal auf dem Hohen Brendten in die Höhe. foto: tomaschek/A.

Traditionsverband will mit der Zeit gehen

Mittenwald - Das Gebirgsjäger-Ehrenmal soll bundeswehr-tauglich gemacht werden. Der Eigentümer, der Kameradenkreis der Gebirgstruppe, möchte das Monument auf dem Hohen Brendten daher ergänzen.

Einmal im Jahr stehen die beiden Granitsäulen mit dem vorgelagerten Holzkreuz im Mittelpunkt - beim traditionellen Gedenkgottesdienst des Kameradenkreises der Gebirgstruppe. Am 25. Mai ruft der Traditionsverband wieder zum Ehrenmal auf dem Hohen Brendten. Seit 1957 wiederholt sich dort Deutschlands größte Soldatenfeier. Die Jahre vergingen, Form und Ablauf dieser Veranstaltung hoch über Mittenwald blieben im Wesentlichen gleich.

Doch das soll sich ändern, findet Kameradenkreis-Präsident Horst-Dieter Buhrmester. Als Grund dafür nennt der Oberst a. D. im Vorwort der Vereinsbroschüre „Die Gebirgstruppe“ die sich ändernde Zusammensetzung des Kameradenkreises. Da inzwischen der Großteil der über 3000 Mitglieder ehemalige beziehungsweise aktive Angehörige der Gebirgstruppe der Bundeswehr seien, „ist es längst überfällig, darüber nachzudenken, wie unser Ehrenmal auch optisch erweitert werden kann“. Buhrmesters Ziel: „Es auch für die aktiven Gebirgssoldaten zu einem gemeinsamen Ort der Trauer und des Gedenkens der Gebirgsjäger von einst und jetzt zu machen.“ Mit dieser Offensive soll nicht zuletzt dem latenten Mitgliederschwund im überalterten Kameradenkreis entgegengewirkt werden.

Doch eine Ergänzung des 1957 von Joseph Kardinal Wendel eingeweihten Monuments birgt einige Hindernisse: Da ist zum einen der Denkmalschutz. Dieser haftet an den beiden Granit-Stelen, seit diese mehrfach - vermutlich von Linksaktivisten - beschmiert wurden (2003, 2004 und 2009). Denn mit diesem Prädikat gab’s nicht zuletzt Zuschüsse für die anschließende Sanierung des Ehrenmals, lässt Stephan Scharf, Sprecher des zuständigen Landratsamts wissen. Und das möchte daher genau wissen, was an den Säulen verändert werden soll.

Ein weiterer Punkt ist zum anderen der Schutz des Urheberrechts. Das liegt bei Hermann Norkauer aus Salzgitter. Der Architekt ist Sohn des Ehrenmal-Erschaffers Sebastian Norkauer (1923 bis 2000), der seinerzeit den Architekten-Wettbewerb gewonnen und für rund 90 000 D-Mark das Denkmal verwirklichte. Nun soll dessen Spross das Vermächtnis des Seniors auf Wunsch des Kameradenkreises fortführen. Und Norkauer junior tut dies gerne. „Ich habe eine enge Bindung zu dem Denkmal.“ Bislang erinnern die Stelen an die Gefallenen der beiden Weltkriege. Künftig soll auf einem wahrscheinlich vorgelagerten Objekt auch an tote Soldaten der Bundeswehr erinnert werden. „Eine sehr sensible Angelegenheit“, findet Norkauer. Bei der jeder Satz der Inschrift genau überlegt sein will.

Norkauers Entwurf sollte nicht zu teuer sein. Denn im Geld - und da sind wir bei Problem drei - schwimmt der Auftraggeber keineswegs. „Die Finanzierung ist ein ziemlicher Brocken“, meint Buhrmester. Der Kameradenkreis-Präsident hofft auf einen Betrag im vierstelligen Bereich und auf die Spendenbereitschaft seiner Mitglieder.

Demnächst möchte Norkauer seinen Entwurf präsentieren. Eine baldige Realisierung wäre für Buhrmester wünschenswert. Immerhin feiert die Gebirgstruppe 2015 ihr 100-jähriges Bestehen. csc

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