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Traditionelles Lebensgefühl: Reiter und Pferde empfingen den Segen von Pfarrer Michael Wehrsdorf.

Brauchtum im Isartal

Traumtag am Lautersee: Georgi-Ritt mit hunderten Teilnehmern

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Wo Gott die Erde geküsst hat: Beim Georgi-Ritt des Rosser- und Fiakervereins Mittenwald bei Sonne und warmen Temperaturen nur glückliche Gesichter.

Mittenwald – Die Sonne im Gesicht, das kalte Bier vor sich stehend, die Debreziner in der Hand. Schöner könnte so ein Sonntag am Lautersee gar nicht sein. Das meinte auch Bernhard Graf. Der Oberstdorfer war gemeinsam mit elf weiteren Allgäuern am Wochenende ins Isartal gereist. Mit ihrem Jodlerverein verfolgten sie gebannt, wie gut 100 Pferde und über 250 Teilnehmer beim Georgi-Ritt in Mittenwald marschierten. Petrus meinte es heuer mehr als gut mit den Pferdeliebhabern. Bei sommerhaften Temperaturen um 28 Grad und strahlendem Sonnenschein wurde zum idyllischen Lautersee geritten. „Das ist doch traumhaft“, sagte Graf und seine Augen leuchteten, als die Rösser an ihm vorzogen. Gesegnet wurden sie von Pfarrer Michael Wehrsdorf, der zuvor selbst in einer der Kutsche gesessen hatte.

Auch Martina Reindl war mehr als begeistert. „So könnte es immer sein“, sagte die Schriftführerin des Rosser- und Fiakervereins Mittenwald. Dieser war auch heuer wieder der Organisator des traditionellen und beliebten Ritts. Für den Verein ist es die größte und wichtigste Veranstaltung im Jahr. Auch wenn dank des Christkindlmarkt-Stands im Dezember der Geldbeutel „gefüttert“ wird, braucht es den Georgi-Ritt aus finanzieller Sicht schon auch. Für alle Mitglieder ist dieser Tag ohnehin rot im Kalender markiert. Vorfreude gibt es aber nicht nur im Isartal: Reiter und Gäste kamen auch aus anderen Ländern. Seit Jahren ist zum Beispiel auch für Meinrad Scharmer aus Scharnitz der Ritt ein Pflichttermin. „Jedes Mal bin ich mit Freude dabei“, versichert der Tiroler seinen Mittenwalder Gastgebern. Auch die Einheimischen lockte das traumhafte Wetter auf ihren Pferden zum Lautersee. Darunter .Markus Fischer, der sich noch gut an anderes Wetter erinnern kann. Vor zwei Jahren saß er im Schneetreiben im Sattel. „Da kenn ich nichts“, sagt er und lacht.

Heuer waren Sonnencreme und Kopfschutz von Vorteil, als sich die vielen Besucher schon eine Stunde vor Ankunft der Rösser die schönsten Plätze in der Sonne sicherten. Für den Schotten Robert Burns hat die Brauchtumsveranstaltung auf jeden Fall den Urlaub – sicher nicht der letzte im Isartal – versüßt. Er war sich sicher: „Hier hat Gott die Erde geküsst.“

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