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Der Abriss des Karwendelbads hat keine negativen Folgen für den Tourismus.

Tourismus in Mittenwald

Trotz Hallenbad-Aus: Urlaubsgäste kommen dennoch

Die Schließung des Karwendelbads hat keinerlei negative Auswirkungen auf die Tourismuszahlen. Im Gegenteil: Diese sind in Mittenwald 2017 sogar leicht angestiegen.

Mittenwald – Für Sabrina Blandau, die Geschäftsführerin der Isartaler Tourismus-GmbH Alpenwelt Karwendel, steht nach intensiver Analyse der Tourismuszahlen 2017 fest: „Durch die Schließung des Karwendelbads ist kein negativer Effekt eingetreten.“ Diesen Satz gegenüber dem Tagblatt bekräftigte die 37-Jährige auch bei ihrer Präsentation im Mittenwalder Marktgemeinderat. „Es ist nicht erkennbar, dass die Hallenbad-Schließung weniger Gäste bedeutet hat.“ Klare Worte, nachdenkliche, bisweilen ungläubige Blicke.

Blandau wird noch konkreter: So registrierte man 2016 bei 230 000 Gästen in der Alpenwelt Karwendel 9317 Eintritte im Karwendelbad, was gerade einmal vier Prozent der Gesamtzahl der Isartal-Urlauber entspricht. Nach dem Aus der Freizeitanlage (November 2016) verzeichnete man 8038 Eintritte in den anderen Schwimmbädern (Garmisch-Partenkirchen, Leutasch und Seefeld), mit denen die Alpenwelt eine Kooperation abgeschlossen hatte. Also annähernd so viele Gäste wie im finalen Jahr beim Karwendelbad.

Das wollte Florian Lipp (Freie Wähler), ein überzeugter Befürworter eines Neubaus, so nicht stehen lassen. Er fragte sich vielmehr, ob es „als Erfolg zu werten“ sei, wenn die Alpenwelt-Urlauber woanders hingebracht werden müssten. Zustimmung für diese Sichtweise gab’s logischerweise von einem weiteren Plansch-Verfechter. „Keiner spricht von den Mittenwaldern, die sich jetzt mit Individualverkehr ein Schwimmbad suchen“, stellte Rudi Rauch (SPD) mit Nachdruck fest. So viele können es laut Hannes Ostler (CSU) nicht gewesen sein. Als Replik auf Rauchs Einwand verdeutlichte er: „Wenn die Mittenwalder vorher recht zahlreich in unser Schwimmbad gegangen wären, dann hätten wir es vielleicht noch.“

Grundsätzlich wertet die CSU-Fraktion, die im Vorfeld des Bürgerentscheids im Februar 2017 geschlossen gegen einen Neubau gekämpft hatte, die vorgelegten Zahlen als Bestätigung ihrer Argumentation. Wohl auch deshalb strebt sie ein Ratsbegehren an, um noch einmal zu hinterfragen, ob sich die Mittenwalder tatsächlich ein vergleichsweise schlicht ausgestattetes Schwimmbad für zehn-Millionen Euro leisten wollen.

Christof Schnürer

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