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Eindrucksvolle Einlage: Die Turn-Gruppen-Wettstreit-Mädchen von Regina Kofler und Stefan Wörnle präsentieren Akrobatik-Übungen.

Großes Wir-Gefühl

TSV Mittenwald feiert 125-Jähriges

Im Alter kommen in der Regel die ersten Gebrechen. Nicht so beim TSV Mittenwald. Der Verein hat 125 Jahre im Kreuz – und steht immer noch da wie eine Eins.

Mittenwald – Er ist der größte Sportverein in Mittenwald. 1307 Mitglieder gehören ihm an, davon 400 Jugendliche, die sich in den verschiedenen Abteilungen wie JuJutsu oder Turnen ertüchtigen oder diesen unterstützend zur Seite stehen. Der TSV Mittenwald ist ein Anlaufpunkt für junge wie ältere Menschen und eine wichtige Konstante im Ort. Vor 125 Jahren wurde er aus der Taufe gehoben und erfreut sich trotz seines Senioren-Alters noch bester Gesundheit. Wenn das kein Grund zum Feiern ist.

In so vielen Jahrzehnten geschieht natürlich einiges. Es gibt gute Zeiten, es gibt schlechtere. Wie es zu einem solchen Jubiläum gehört, ließ Georg Hornsteiner beim Festakt am Samstagabend die Geschichte des TSV ein bisschen Revue passieren. „Unsere Gründungsväter haben 1892 Weitblick bewiesen und den Gedanken Frisch-Fromm-Fröhlich-Frei von Turnvater Jahn aufgegriffen und verwirklicht“, sagte der Vorsitzende. 125 Jahre bedeuten Engagement im Ehrenamt, Freundschaft, Geselligkeit, Teamgeist, Idealismus und ein Wir-Gefühl. 125 Jahre würden aber auch „Hallenunterhalt, Bereitstellung der Turnhalle als Veranstaltungssaal, Kultur und Einsatz für Mittenwald, Spaß an Bewegung, Liebe zum Sport, Kinder- und Jugendarbeit mit tollen Übungsleitern, eine ehrgeizige Vereinsführung und super Helfer beinhalten“.

Mit einer Urkunde vom Bayerischen Landes-Sportverband gratulieren (l.) Vizepräsident Harald Stempfer und Kreisvorsitzender Johann Neumeier (r.) dem TSV Mittenwald um (2.v.l.) Andreas Knilling und (3.v.l.) Georg Hornsteiner zum Jubiläum.

Als glänzendes Beispiel für Engagement im Verein wurde Andreas Pfister auf die Bühne geholt. Er gehört dem TSV seit 40 Jahren an und war zehn Jahre Beisitzer. Außerdem führte Pfister 17 Jahre lang die Abteilung Tischtennis. Hornsteiner würdigte dessen Leistung und zeichnete ihn mit der Verdienstnadel des Bayerischen-Tischtennis-Verbandes (BTTV) aus.

Viele Gäste und Gratulanten fanden sich in der Turnhalle ein, um das Jubiläum mitzufeiern und dem TSV Respekt zu entgegnen. Einer davon war Anton Speer. „Ihr habt allen Grund zum Feiern, denn diese 125 Jahre sind eine große Erfolgsgeschichte“, verdeutlichte der Landrat. Mit einem Erinnerungsteller verabschiedete er sich nach seinen lobenden Worten. Der nächste Termin wartete.

Als Vertreter vom Bayerischen Landes-Sportverband (BLSV) war Vizepräsident Harald Stempfer gekommen. Der Funktionär zeigte sich beeindruckt von den Daten und Aktivitäten. Dem TSV sei es über 125 Jahre und trotz zweier Weltkriege sowie gesellschaftlicher Veränderungen gelungen, die hohe Bedeutung von sozialem Engagement hochzuhalten. Zusammen mit Johann Neumeier, dem BLSV-Kreisvorsitzenden Garmisch-Partenkirchen, überreichte Stempfer eine Verbandsurkunde und ein Geschenk.

Anders als Klaus Keller, Bezirksvorsitzender im Bayerischen Turn-Verband (BTV), der zum ersten Mal in Mittenwald gastierte, ist Adolf Hornsteiner mit dem Verein intensiv vertraut. Angesichts der wichtigen Aufgabe, die der TSV in der Kommune übernimmt, kam der Rathauschef ebenfalls nicht ohne Präsente. So überreichte er eine Urkunde und ein Geldgeschenk. „Der Fleiß der Generationen trägt Früchte beim Turnverein, der seit Jahrzehnten sein großes Können auf Turnfesten und Meisterschaften unter Beweis gestellt hat. Deshalb ein Vergelt’s Gott an alle Verantwortlichen, Mitglieder und Ehrenamtlichen für ihren Einsatz.“

Zur Feier des Jubiläums hatte der TSV alle 300 Gäste zum Abendessen eingeladen. Aufgelockert wurde das Fest durch die immer wieder mit Zwischenbeifall bedachten Vorführungen der Sportler aus den Abteilungen Turnen, Tischtennis, Schwimmen und Ju-Jutsu. Mit der Bitte um eine freiwillige Spende für die Turnerjugend wurde die von Ehrenmitglied Richard Gerstmeir erstellte Jubiläumsfestschrift verteilt. Ein Werk, in dem die Verdienste TSV festgehalten sind – für die nächsten 125 Jahre.

Wolfgang Kunz

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