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Großer Moment: Hans Schmidt (l.) mit Minister Joachim Herrmann nach der Ehrung. 

Ans Aufhören denkt er nicht

Über 50 Jahre aktiv beim BRK: Mittenwalder wird von Innenminister Herrmann ausgezeichnet

So bringt sich nicht jeder ein: Hans Schmidt aus Mittenwald ist seit über 50 Jahren ehrenamtliches Mitglied beim BRK. Jetzt wurde sein Engagement von oberster Stelle gewürdigt.

Mittenwald/München – Anderen Menschen in Not zu helfen, ist wichtig und doch nicht selbstverständlich. Für Hans Schmidt aus Mittenwald dagegen ist es fast schon zur Gewohnheit geworden. Seit über 50 Jahren setzt er sich als ehrenamtliches Mitglied beim Bayerischen Roten Kreuz (BRK) für die Gemeinschaft ein. Ein außergewöhnliches Engagement, das nun von oberster Stelle gewürdigt wurde.

Der Mittenwalder war einer von 29 ehrenamtlichen Einsatzkräften, die Staatsminister Joachim Herrmann (CSU) erstmals mit dem „großen Ehrenzeichen“ auszeichnete. Dieses wird für 50 Jahre aktiven Dienst bei der Feuerwehr, dem Rettungsdienst und Katastrophenschutz verliehen. Im Odeon des Innenministeriums lobte Herrmann deren „außergewöhnliche Leistung“ und bezeichnete sie als „leuchtendes Vorbild für Solidarität“. Diese Auszeichnung sei nicht nur eine staatliche Würdigung, sondern auch ein sichtbares Zeichen großen Engagements, betonte der Minister.

„Etwas Stolz war ich schon“, sagt Schmidt bescheiden. Er will sich nicht in den Vordergrund drängen. Für ihn sei es eine Selbstverständlichkeit zu helfen. Mit dieser Einstellung ist Schmidt aufgewachsen. Zu Hause sei es ganz normal gewesen, anderen zu helfen, erzählt der Isartaler.

In seiner Zeit beim BRK hat Schmidt viel erlebt – genau genommen ist er schon seit 53 Jahren aktiv. Im Alter von 15 war er erstmals bei einem Einsatz dabei. Dass er so früh zu der Organisation kam, lag vor allem an seinem Nachbarn. 1965 fungierte dieser als einziger hauptamtlicher Rettungssanitäter und suchte immer nach freiwilligen Helfern. „Die Sanitätswagen waren damals noch nicht einmal mit Funk ausgestattet“, erinnert sich Schmidt. Seitdem hat er bei zahlreichen Unfällen und Katastrophen Erste Hilfe geleistet.

Die Nachwuchsarbeit lag Schmidt dabei stets besonders am Herzen. Maßgeblich war er am Aufbau des Jugend-Rot-Kreuzes beteiligt. In dieser Funktion besuchte er immer wieder Schulklassen, berichtete über seine Tätigkeit und konnte so auch Helmut Hornsteiner einst überzeugen. Dieser trat anschließend der Bereitschaft Mittenwald bei und war zusammen mit Schmidt auf vielen Einsätzen unterwegs. Seinen Kollegen beschreibt Hornsteiner als jemanden, auf den man sich jeder Zeit verlassen könne. „Der Hans verkörpert die Grundsätze des BRK.“ Seine Ausbildungen seien perfekt gewesen, sagt Hornsteiner anerkennend.

Wenn Schmidt an die vergangenen 53 Jahre zurückdenkt, komme ihm diese „wie eine kleine Ewigkeit“ vor. Zur Ruhe setzen will sich der 68-Jährige jetzt nach der Auszeichnung auf keinen Fall. Er betont aber auch, dass er sich nun etwas anderen Aufgaben widmen werde. So organisiert er beispielsweise mit dem Lions-Club zusammen immer wieder Ausflüge für seine Kameraden. Um den Nachwuchs braucht er sich keine Sorgen machen. Seine beiden Töchter leiten mittlerweile die Bereitschaftsjugend. 

Tobias Schwaninger

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