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Bauhof-Mitarbeiter reinigen Marktbach im Obermarkt Mittenwald.
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Blitzblank ist der Marktbach im Obermarkt wieder dank der Bauhof-Mitarbeiter (v.l.) Hans Kriner, Matthias Klotz und Martin Mellert.

Das Gerinne bleibt zu

„Obermarkt verkommt zur Fress- und Saufmeile“: Urlauber beklagt sich über Schließung des Marktbachs

  • Josef Hornsteiner
    vonJosef Hornsteiner
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Die Betreiber von Gaststätten am Obermarkt haben darum gebeten, den Marktbach zu bedecken. Das Ziel: Die Wirte wollen mehr Tische und Stühle aufstellen.

Dass Bauhof-Mitarbeiter den Marktbach in regelmäßigen Abständen reinigen, ist nicht außergewöhnlich. Doch an diesem Mittwoch waren erstaunlich viele Neugierige am Mittenwalder Obermarkt unterwegs. Sie wollten sehen, wo das Gerinne, dass sich durch die Fußgängerzone schlängelt, offen bleibt und wo es mit Holzbrettern wieder zugedeckt wird.

Bekanntlich durchleben die Wirte aufgrund von Corona eine schwierige Zeit. Der Druck der Gastronomen auf Bürgermeister Enrico Corongiu (SPD) und seinem Vize Georg Seitz (Freie Wähler) ist deshalb in den vergangenen Monaten stark gewachsen. Die Betreiber von vier großen Wirtshäusern am Obermarkt haben nämlich eine eindringliche Bitte an die Kommune geäußert: Den Marktbach vor ihren Gasthäusern am Obermarkt zumindest vorübergehend zu bedecken, um mehr Stühle und Tische aufstellen zu können.

Beide Bürgermeister finden: Man muss den Wirten helfen

Die Gemeinde ist der Bitte nachgekommen. Vor über zwei Monaten ist der Marktbach an den neuralgischen Stellen mit Holzbrettern verschlossen worden. Doch regt sich dagegen auch Widerstand. Mit einem offenen Brief hat sich ein Urlauber aus Butzbach am Dienstag an Gemeinde und Presse gewandt. Der Schreiber bedauert darin die Schließung des historischen Baches. „Schade, dass der schöne Bach weichen muss und der Obermarkt stattdessen immer mehr zur Fress- und Saufmeile verkommt.“ Die alpenländische Idylle gehe durch die Maßnahme verloren. Zudem bekrittelt er, dass es augenscheinlich keine „professionelle Abstimmung“ zwischen Corongiu und Seitz gab. Der Erste Bürgermeister habe eine erneute Öffnung des Baches angeordnet, schreibt der Gast. Als dieser dann in Urlaub gefahren sei, habe Seitz diesen Entschluss auf Drängen der Wirte rückgängig gemacht, führt er fort.

„Das stimmt nicht“, klärt Seitz auf. Dass der historische Marktbach auch weiterhin an den neuralgischen Stellen vor den vier Gasthäusern im Obermarkt zu bleibt, sei einvernehmlich zwischen den beiden Rathausoberhäuptern gewesen. „Ich habe mich noch am Donnerstag mit dem Ersten Bürgermeister ins Benehmen gesetzt, bevor er in den Urlaub gefahren ist“, bestätigt Seitz. Beide waren sich in dem Gespräch einig: „Den Wirten muss auch weiterhin geholfen werden.“ Mehr Plätze in der Außengastronomie bedeuten natürlich mehr Einnahmen. Vor allem jetzt, wo der Markt voll mit Ausflugsgästen ist. Also bleibt der Bach stellenweise weiterhin geschlossen. Bis wann, kann Seitz nur mutmaßen. Auf jeden Fall „solange es diese Corona-bedingte Ausnahmesituation gibt“. Allerdings stellt die Kommune die erweiterte Sondernutzungsfläche den Wirten nicht kostenfrei zur Verfügung. „Die Gastronomen bezahlen dafür.“

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