Kampf ums bessere Konzept: Während die Gemeinde die kürzere Trasse (rot) bevorzugt, fordert die Bürgerinitiative die längere (grüne) Variante. Links vorne ist übrigens das Haus von Sabine Dallmann, einer gebürtigen Mittenwalderin, zu sehen. foto: fkn

Umgehungsstraße: Kampf ums bessere Konzept

Scharnitz - Die Fronten sind verärtet, die Stimmung angespannt. Unter diesen Vorzeichen wird der Scharnitzer Gemeinderat endgültig über die vieldiskutierte Umgehungsstraße abstimmen.

„Wir wollen bloß ein paar Meter mehr“, meint Sabine Dallmann. Die gebürtige Mittenwalderin zählt zu der Bürgerinitiative „Umfahrung für alle“. Diese Gruppierung kämpft in Scharnitz um eine Verlängerung der geplanten Umgehungsstraße, die am morgigen Donnerstag zur endgültigen Abstimmung im Gemeinderat vorliegt.

Vor diesem ultimativen Votum ist im ansonsten beschaulichen Tiroler Nachbarort für Zündstoff gesorgt. Zumal die Bürgerinitiative bis zuletzt gegen die vorgelegte Planung zu Felde zieht. Erst am Montag wurden nochmals fleißig Flugblätter verteilt. „Wir sind prinzipiell für die Umfahrung, allerdings werden wir die vorgelegte Variante unter keinen Umständen akzeptieren“, stellt die Sprecherin der Initiative, Elisabeth Bendekovics, unmissverständlich klar. Sie ist Anliegerin am Südportal, von wo aus die Umfahrungsstraße unmittelbar vor ihrem Garten verlaufen würde. Die Forderung: „Die Umfahrung verlängern, da es nicht sein kann, dass sie innerorts beginnt und auch innerorts wieder endet“, so Bendekovics weiter. Genau auf der anderen Seite, rund 30 Meter vom geplanten Nordportal entfernt, wohnt die vierköpfige Familie Dallmann, die 2003 dort ein Haus erworben hat. Es gehe um eine minimale Verlängerung, betont Sabine Dallmann (41). „Ich kann nicht begreifen, dass es daran scheitern soll.“ Ins Rathaus will sie morgen nicht gehen. „Das tue ich mir nicht an.“

Wohl aus gutem Grund. Denn passiert kein Wunder, wird an der vom Land Tirol favorisierten Variante nicht mehr gerüttelt. Für Bürgermeisterin Isabella Blaha sind die Würfel bereits gefallen. „Wir haben das Maß der Dinge erreicht“, kommentiert die Ortschefin den aktuellen Protest einiger Anrainer. „Eine bessere Variante konnten wir leider nicht herausschlagen, da das Budget vollkommen ausgereizt ist.“

Die Kosten für den 908 Meter langen Tunnel wurden bis dato auf 32 Millionen Euro beziffert. „Jeder Meter mehr würde Unmengen an Kosten verursachen“, verdeutlicht Blaha. Für die Anhänger der Bürgerinitiative ist dies eine Farce: „Der Mehrkostenaufwand einer längeren Umfahrung steht nicht im Verhältnis zu den Gesamtkosten“, schimpft Initiativenmitglied Fritz Mair. joho/cs

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