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Arbeiten so gut wie abgeschlossen: An der Alpenkorpsstraße sind für den Fernbus eine Haltestelle und ein Wendehammer entstanden.  

Anlieger bleiben kritisch

Umstrittene Flixbus-Haltestelle in Mittenwald: Jetzt steht der Fahrplan fest

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Wohl oder übel haben es die Anwohner schlucken müssen: Die Bauarbeiten für die Fernbus-Haltestelle an der Alpenkorpsstraße sind so gut wie abgeschlossen. Ab 1. Oktober rollen sieben Mal pro Tag die grünen Riesen auf ihrem Weg nach Innsbruck und München im Wohngebiet an. Im Rathaus ist man darüber zufrieden.

Mittenwald – Allen Unkenrufen zum Trotz hat die Marktgemeinde Mittenwald den Beschluss vom 28. November 2017 durchgezogen. Die Arbeiten für die Haltestelle und den Wendehammer, die im August an der Alpenkorpsstraße begonnen hatten, sind so gut wie abgeschlossen. Mit anderen Worten: Es ist für den Fernbus angerichtet. Die ersten grünen Riesen rollen ab 1. Oktober durch das Mittenwalder Wohngebiet in der Nähe der Karwendelbahn-Talstation. Viele der Anwohner finden es nach wie vor gar nicht lustig. „Man hat halt das Ding durchgepeitscht auf Teufel komm’ raus“, bedauert Carsten Schmid. „Bleibt abzuwarten, was sich da oben abspielt.“ Schmid und seine Mitstreiter, die monatelang gegen diesen durchaus diskutablen Haltepunkt opponiert hatten, werden die Szenerie genau beobachten – so viel ist sicher.

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Die Diskussion darüber hält Bürgermeister Adolf Hornsteiner (CSU) inzwischen für „Schnee von gestern“. Die politisch beschlossene Maßnahme sei umgesetzt worden – Punkt. Gleichzeitig betont der Rathauschef, dass „dieses Thema immer wieder transportiert worden ist“. Zuletzt im Juli bei einer Anliegerversammlung. „Seitdem ist nichts mehr an mich herangetragen worden“ – also Kritik von Seiten der Anrainer. Hornsteiner zufolge soll die Baumaßnahme inklusive Ausholzung den Steuerzahler mit rund 30.000 Euro belasten. Für viele der Alpenkorps-Straßler rausgeworfenes Geld. Denn ein künftiger Fernbus-Haltepunkt in Bahnhofsnähe an der so genannten Ladestraße Ost gilt im Grunde bei allen als Option Nummer eins. Doch solange die Gleise am Bahnhof nicht per Fußgänger-Unterführung passiert werden können, scheidet diese Variante aus. „Man sollte die Ladestraße Ost aber nicht aus dem Auge verlieren“, mahnt Schmid.

Vorteile für Tourismus erwartet

In wenigen Tagen also bahnt sich die Flixbus-Flotte ihren Weg durch das beengte Wohngebiet. „Wir freuen uns, Mittenwald im Rahmen dieses Netzausbaus erstmalig an unser europaweites Streckennetz anzuschließen“, wird Geschäftsführer Fabian Stenger in einer Presse-Mitteilung des Unternehmens zitiert.

Ähnlich optimistisch äußert sich Sabrina Blandau, die Geschäftsführerin der Isartaler Tourismus-GmbH Alpenwelt Karwendel. Der Flixbus-Halt ist für sie „eine schnelle und preiswerte Ergänzung zur guten Bahnverbindung nach Klais und Mittenwald“. Weiter glaubt Blandau: „So fällt es noch leichter, mit den Öffentlichen zu uns in die Alpenwelt Karwendel, zum Beispiel in den Winterurlaub zu kommen. Darüber hinaus kann das unsere Orte vom Verkehr entlasten.“

Wie der viel diskutierte Haltepunkt letztlich ankommt, wie viele Fahrgäste dort oben ein- und aussteigen, wie hoch der Lärmpegel ist und ob, wie viele befürchten, die südliche Alpenkorpsstraße künftig als Kontrollstelle der Bundespolizei herhalten muss – das alles wird die Zukunft zeigen.

Einer hatte bei der Abstimmung im November 2017 dazu eine unumstößliche Meinung: CSU-Gemeinderat und Polizist Hannes Ostler. In puncto B2-Anbindung sagte der „Dauber-Hannes“: „Für mich ist die Einschleifung da oben Wahnsinn.“

Fahrzeiten:

Fahrgäste können von Mittenwald ab dem 1. Oktober direkt nach München (ab 5,99 Euro) sowie nach Innsbruck (ab 4,99 Euro) reisen. In die Tiroler Hauptstadt fahren grüne Fernbusse täglich um 11.40 Uhr, 15.40 Uhr und 19.40 Uhr ab. In Richtung München geht es viermal am Tag: Abfahrt ist um 6.05 Uhr, 10.05 Uhr, 14.05 Uhr und 18.05 Uhr. Auch der Flughafen München wird angefahren (ab 15,99 Euro).

Dramatisch: Weil ein Flixbus-Fahrer ein Stauende übersehen hat, hat es auf der Autobahn einen schweren Unfall gegeben. Die A1 bei Bremen ist gesperrt.

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