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Unterm Gotteshaus steigt die Party

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Von: Josef Hornsteiner

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Da lässt es sich aushalten: Thomas Schwarz (l.) und Pfarrer Josias Hilbert Hegele spielen im neuen Jugendraum unterhalb der Mittenwalder Dreifaltigkeitskirche eine Runde Pool-Billard.
Da lässt es sich aushalten: Thomas Schwarz (l.) und Pfarrer Josias Hilbert Hegele spielen im neuen Jugendraum eine Runde Pool-Billard. © Josef Hornsteiner

Ein neuer Jugendraum - und dieser direkt unter der Kirche. Das gibt es künftig in der evangelischen Gemeinde in Mittenwald.

Mittenwald – Die Wände sind im knalligen Rot und dunklen Blau gestrichen. Es riecht nach frischer Farbe. „Praystation“ prangt an einer Seite, ein Pendant zur Videospielkonsole „Playstation“. „Pray“ bedeutet im Englischen beten. Billard, Kickertisch, Tischtennis, Flachbildfernseher, große Lautsprecher. Kinder und Jugendliche unterhalten sich, spielen, hören Musik.

Alles ist cool und hip. Modern und jung – und das alles im Keller eines altehrwürdigen Gotteshauses.

Der Jugendraum der evangelischen Gemeinde in Mittenwald unter der Dreifaltigkeitskirche an der Partenkirchner Straße ist neu gestaltet worden. Federführend war das Pfarrer-Ehepaar Simone und Josias Hilbert Hegele. Doch die Regie bei den Umgestaltungsmaßnahmen im vergangenen Jahr führten die Kinder und Jugendlichen selbst – wie Linda Schwarz. Sie ist die Tochter von Thomas Schwarz, der erneut mit den evangelischen Priestern zusammenarbeitet. Nachdem bereits gemeinsam der Jugendgottesdienst in nie da gewesenem Ambiente ausgearbeitet wurde, haben Schwarz und die Hegeles nun auch die räumliche Situation für die jungen Gläubigen aus dem Isartal gravierend verbessert.

Echte „Praystation“

Einen Raum für Kinder und Jugendliche gibt es schon länger im Kellergeschoss des 1938 gebauten Gotteshauses. Nur war dieser in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten verwaist und vollgestellt mit allerlei Gerümpel. „Wir mussten zuerst sehr viel entsorgen und aufräumen“, sagt Schwarz. Als das Zimmer leer war, begann das Fein-Tuning. Die Jugendlichen gestalteten Grafiken, wie die Wände auszusehen haben, kreierten Logos, ließen ihrer Kreativität freien Lauf.

Die Formen an den Wänden – wie die vier „Playstation“-Zeichen Viereck, Dreieck, Kreis und Kreuz sowie das „Praystation“-Logo – warf Schwarz mit einem Beamer an die Wand. Die Kinder mussten nur noch nachzeichnen und ausmalen. „Ein riesiger Spaß.“ Die Sport- und Spielgeräte waren teils schon da und wurden teils gestiftet. Die Musikanlage spendierte Schwarz. Ebenso reparierte er mit den Kindern kaputte Scheinwerfer, die nun bunt leuchten und zusammen mit der Nebelmaschine für mächtig Stimmung sorgen.

Noch hat der evangelische Jugendraum nicht geöffnet. Die aktuelle Corona-Lage lässt das nicht zu. Mitte Januar wird es soweit sein. Jeden Montagnachmittag von 16.30 bis 18.30 Uhr sind dann die Türen offen. Es kann jeder kommen, der mag – ob evangelisch, katholisch oder konfessionslos. Besonders Kinder aus sozialschwachen Familien sind erwünscht. Deshalb hat der Jugendraum erst am späten Nachmittag geöffnet. „Viele haben Ganztagsschule und können danach gleich kommen“, sagt Pfarrer Hegele. „Es geht um geselliges Miteinander.“

Die Kinder sollen Spaß haben und soziales Beisammensein lernen. Ganz wichtig ist Schwarz und ihm: Der neue Jugendraum soll keine Konkurrenz zum bestehenden am Eisstadion sein, „sondern eine Ergänzung“.

Es gilt Alkoholverbot, zudem wird immer mindestens ein Erwachsener vor Ort sein. „Wir haben einen Pool an Betreuern“, sagt Schwarz. Organisieren wollen sie sich künftig per Handy-App, die der Software-Entwickler erstellt.

Neben dem Jugendraum wird bald weiter gewerkelt. Ein benachbartes Zimmer soll ertüchtigt werden, in dem Eltern mit ihren Kleinkindern Zeit verbringen können. Der Sinn dahinter: Auf einem Fernseher läuft live die Heilige Messe oben im Gotteshaus, während die Kinder in Ruhe spielen dürfen.

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