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Sport auf dem Wallgauer Golfplatz: Bei einigen Übungseinheiten sind bei den Isartaler Schülern Zielgenauigkeit und Konzentration gefragt. foto: saller

Unterricht auf der Driving-Range

Wallgau - „Abschlag Schule“ - so lautet das Konzept des Deutschen Golfverbands. Im Oberen Isartal wird diese Sport-Initiative bislang gut angenommen.

Fußballschuhe und Badehose in die Ecke werfen und den Golfschläger herausholen. So ähnlich könnte der Alltag schon bald für die Buben und Mädchen der Mittenwalder Grund- und Mittelschule aussehen. Der Wallgauer Golf- und Landclub Karwendel ist nämlich mit „Abschlag Schule“, einem Konzept des Deutschen Golfverbands (DGV), an die jungen Isartaler herangetreten.

Es umfasst 15 Termine während des Schuljahrs und soll Teil des differenzierten Sportunterrichts - also Zusatzeinheiten am Nachmittag - werden. Damit verfolgt der Wallgauer Klub natürlich auch eigene Interessen. „Wir wollen das staubige Image des Golfsports aufpolieren“, betont Jugendwartin Katja Demmelmayr. Auch sollten gewisse Berührungsängste abgebaut werden. Denn der Großteil der Schüler ist noch nie auf einem Golfplatz gestanden. Ein Unding fanden die Verantwortlichen des Land- und Golfclubs, der sich mit dieser Initiative zwei weitere Ziele gesteckt hat: Zum einen den Sport für Jüngere zugänglicher zu machen, zum anderen Golfen im Schulsport zu integrieren. „Wir haben von den Lehrern und den Eltern ein positives Feedback bekommen, jetzt müssen wir abwarten, wie es von den Kindern angenommen wird“, sagt Demmelmayr.

In dieser Woche sind jeden Tag Kinder auf der Anlage und wagen ihre ersten Gehversuche mit dem noch ungewohnten Spielgerät. Die Begeisterung ist den meisten bereits jetzt anzusehen. Dabei hat sich schon eine Vorliebe der Fünftklässler herauskristallisiert: „Das Putten macht am meisten Spaß“, schwärmt der elfjährige Simon Holler. Seine Klassenkameraden sehen es ähnlich. Insgesamt 200 Zweit- bis Achtklässler versuchen ihr Glück an vier Tagen auf der Driving Range und den Übungsbereichen.

Lehrerin Margit Hilmer ist angetan von dem Projekt. „Ich finde es eine ganz tolle Idee, die Kinder hatten viel Spaß.“ Mögliche Probleme, wie etwa die Finanzierungsfrage, gibt es indes nicht. „Die Kosten übernimmt der Deutsche Golfverband, auf die Schule oder die Eltern kommen keine Zahlungen zu“, erklärt Demmelmayr.

Die Kinder und Jugendlichen werden mit dem Bus von der Mittenwalder Grund- und Mittelschule abgeholt und nach Wallgau gefahren. Die Ausrüstung und das Salär für die Coaches übernimmt ebenfalls der DGV. Eine große Schwierigkeit dürfte jedoch sein, gerade in WM-Zeiten die Buben vom Fußball wegzulocken. Denn diese Sportart üben die meisten im Zusatz-Unterricht aus.

Natürlich ist diese DGV-Initiative auch dem fehlenden Nachwuchs geschuldet. „Das Durchschnittsalter der Golfspieler liegt bei 52 Jahren“, verrät Golfclub-Trainer Robin Bachmann. „Deshalb wollen wir die jungen Leute für diesen Sport begeistern.“

Zusammen mit seinem Vater Jody Morris wird er die Trainingsstunden übernehmen. Ob diese jedoch überhaupt stattfinden können, hängt vom Interesse der Schüler ab. „Wenn sich ungefähr 15 Kinder melden, dann wird das Projekt realisiert“, sagt Demmelmayr. Dabei ist ihr aufgefallen, dass es auch Jugendliche mit einer „Null-Bock-Einstellung gibt, die breite Masse fand’s aber toll“. Schlägt die Idee ein, wollen sich die Wallgauer auch an andere Schulen in der Umgebung wenden. seb

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