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Unterzeichnen das Eckpunktepapier: (v.l.) Mark Ostermayr (Zweiter Vorsitzender TSV), Andreas Knilling (Erster Vorsitzender) und Mittenwalds Bürgermeister Adolf Hornsteiner. 

Große Pläne in Mittenwald

Unterschriften besiegeln Sporthallen-Neubau

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Der Neubau einer Sporthalle in Mittenwald ist beschlossene Sache. Zum Jahresende haben die Verantwortlichen von TSV und Gemeinde noch einen wichtigen Schritt absolviert: Sie unterzeichneten das Eckpunktepapier.

Mittenwald – Manchmal, sagt Andreas Knilling, weiß er gar nicht mehr, ob es sich bei den Räumen am Obermarkt 54 um eine Turnhalle oder einen Veranstaltungssaal handelt. Ständig kommen Anfragen, ob sie für Hochzeiten, andere Feiern oder Aktionen der Alpenwelt Karwendel zur Verfügung stehen würden. „Die Doppelbelastung ist enorm“, sagt der Chef des TSV Mittenwald. In absehbarer Zukunft gehört sie der Geschichte an. Sobald der Verein in die neue Zweieinhalbfach-Sporthalle auf dem Schulgelände am Mauthweg umzieht. 2021 soll das im Idealfall passieren.

Bisher läuft alles nach Plan. Im November hatte der Gemeinderat das Projekt auf den Weg gebracht. Am Freitag konnte Bürgermeister Adolf Hornsteiner (CSU) einen weiteren Punkt abhaken, was bis zur Fertigstellung noch alles erledigt werden muss. Knilling und sein Vize Mark Ostermayr kamen schon morgens vor der Arbeit in sein Büro, um einen für sie fast feierlichen Akt zu begehen. Die drei Männer unterschrieben das Eckpunktepapier, das zwischen Verein und Kommune ausgehandelt wurde.

16 Vereinbarungen beinhaltet das Schriftstück. Festgelegt ist zum Beispiel, dass der TSV seine alte Halle dem Markt überlässt und dafür einen Anbau am neuen Komplex bekommt, in dem Technik und Verwaltung sowie der Vereinsbus Platz finden. Bei über 1300 Mitgliedern geht’s nicht ohne. Geregelt ist auch, wie die finanzielle Abwicklung vonstatten geht. Der Kaufpreis für den von einem Landkreis-Gutachter-Ausschuss ermittelten festgeschriebenen Verkehrswert von etwa einer Million Euro wird nicht ausgezahlt. „Der Wunsch des TSV war, dass er ihn abturnen kann“, sagt der Bürgermeister. Heißt die Nutzungsgebühr, die der Verein für die künftige Halle entrichten müsste, wird angerechnet. Geschätzt für zirka 25 bis 30 Jahre (wir berichteten).

Richtig beseelt sitzen die drei am Tisch. Schließlich befinden sie sich nun auf der Zielgeraden eines langen Wegs. Allein rund sieben Jahre beschäftigt sich Hornsteiner bereits mit dem Thema, das aber schon früher seinen Anfang genommen hat. Der Gemeindechef erinnert sich noch gut an die Bürgerversammlung 2012. Damals hatte er eine „banale Skizze“ der neuen Halle der Öffentlichkeit vorgestellt. Wie sich jetzt zeigt, „waren wir schon nahe an der Realität dran“.

Drei abtrennbare Hallenbereiche entstehen plus zwei Sanitäranlagen mit Duschen und Toiletten. Der Fachbegriff Zweieinhalbfach-Turnhalle ist keine Mittenwalder Erfindung. In diesem Zuge stellt Hornsteiner noch einmal klipp und klar fest: Eine Zweifachhalle hätte auf keinen Fall ausgereicht. Das ergaben die Gespräche mit sämtlichen Vereinen. „Der Auslastungsgrad“, betont er, „wird sehr gut sein.“ Und das allein zwischen Montag und Freitag. Das Wochenende wurde bislang ausgespart, wobei sportliche Veranstaltungen stattfinden können.

Ängste der Anlieger wegen der Emissionen nimmt Hornsteiner ernst. Kann die Bürger aber auch beruhigen. Ein schalltechnisches Gutachten habe ihm zufolge ein positives Ergebnis für alle gebracht: Zu Tageszeiten zwischen 6 und 22 Uhr werden keine Richtwerte überschritten. Darüber setzt er die Betroffenen aber noch bei einer Info-Veranstaltung in Kenntnis, bei der er auch Fragen beantwortet. „Es muss miteinander gehen, nicht gegeneinander“, betont er. Deshalb ist er auch froh, dass nach den kontroversen Diskussionen nun die Politik hinter dem Vorhaben steht.

Knilling und Ostermayr sind glücklich, dass sich die Pläne jetzt konkretisieren. Denn die derzeitigen Zustände für Sportler – nicht mehr tragbar. Trotzdem möchte der Vorsitzende ein falsches Bild aus der Welt räumen. „Wir kriegen keine Halle gebaut“, betont er. Das unterstreicht auch Hornsteiner. Der Neubau, für den Kosten von drei bis vier Millionen Euro kalkuliert sind und für den es staatliche Förderungen gibt, ist zunächst für die Schule gedacht. Nutzen können ihn aber alle Sportvereine. „Der TSV wird behandelt wie jeder andere.“ Nur mit dem Unterschied, dass die Gemeinde ihm Grund für den Extra-Trakt zur Verfügung stellt.

Der Vorteil für den großen Klub als auch für die Schule: Künftig können Sportarten, wie Basketball, Hockey oder Handball angeboten werden. Daran war bislang nicht zu denken.

Doch jetzt ist erst einmal die Gemeinde am Zug. Sie muss im Rahmen des Vergabeverfahrens aus all den Büros, die sich in nächster Zeit für die Umsetzung des Baus bewerben, ein paar herausfiltern, die ihren Vorschlag abgeben können. Und dann den Besten wählen. Ab Februar 2019 startet die Kommune in die so genannte Eingabeplanung, heißt in das Bebauungsplanverfahren, um Baurecht herzustellen. Der zeitliche Ablauf ist ambitioniert getaktet, das gibt Hornsteiner zu. Denn bereits in einem Jahr sollen die Arbeiten vergeben werden, 2020 beginnen. „Man muss sich Ziele setzen“, sagt er.

Eins davon wäre, sich über die Zukunft des Veranstaltungssaales Gedanken zu machen. Der Bürgermeister vertritt eine klare Meinung: Wenn der Umzug stattfindet, müsse feststehen, wie es am Obermarkt weitergeht. Wieder eine große Sache für die Politik.

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