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Training im Isartal: Oberleutnant Alexander Coslow (r.) und Hauptmann Andreas M. vom Ausbildungs-Stützpunkt Gebirgs- und Winterkampf üben in Mittenwald mit ausländischen Spezialkräften den Einsatz in schwierigem Gelände.

Amerikanische Soldaten auf Lehrgang in Mittenwald

Erst Gebirgsjäger, jetzt US-Offizier

Mittenwald - Zurück in der alten Heimat:  Alexander Coslow startete seine Militär-Karriere in Mittenwald, mittlerweile arbeitet er als amerikanischer Fallschirmjäger. Derzeit ist er mit 93 Soldaten zu Besuch im Isartal. Wenn es nach ihm geht nicht zum letzten Mal.

Es gibt dieses Sprichwort, dass man sich immer zweimal im Leben sieht. Manchmal ist da etwas Wahres dran. Für Alexander Coslow passt es irgendwie. Er kehrte Mittenwald den Rücken – dem Ort, an dem er die ersten Schritte in seiner militärischen Laufbahn gemacht hat. Von 2009 bis 2010 war er Rekrut in der Ausbildungskompanie des Gebirgsjägerbataillons 233. Jetzt ist er zurück. In einer anderen Funktion, im Auftrag einer anderen Nation.

Coslow wurde zwar in Kalifornien geboren, lebte aber seit 1997 in der Bundesrepublik. In ihm fließt deutsches und amerikanisches Blut. Seine Mutter wohnt in Oberammergau. „Mein amerikanischer Vater ist dort an der Nato-Schule stationiert“, erzählt er. Nachdem er seine Schulzeit in Garmisch-Partenkirchen beendet hatte, leistete er in Mittenwald seinen Wehrdienst ab. Neun Monate später stieg er in den Flieger – auf Wiedersehen Deutschland. Sein Weg führte ihn in die USA. Dort studierte er von 2010 bis 2014 „Internationale Beziehungen“, legte die deutsche Staatsbürgerschaft ab und trat in die US-Armee ein. Nach seiner Ausbildung zum Offizier in Fort Benning/Georgia wurde er schließlich als Zugführer der 173. Fallschirmspringer-Brigade nach Vizenca/Italien versetzt.

Dort kam ihm eine Idee, die er seinem Vorgesetzten unterbreitete: Coslow schlug ihm Mittenwald als Ausbildungsort vor, „weil ich das Gelände kenne“. Nach drei Monaten Trainingscamp in Estland mit Schwerpunkt Aufklärung finden derzeit Übungen mit 93 Soldaten aus Amerika, Lettland, Litauen, Estland und Polen in den Bergen um die Marktgemeinde herum statt. Als „Leiter Ausbilder und Beratertrupp“ für die internationalen Lehrgänge „Kampf im schwierigen Gelände“ ist Hauptmann Andreas M. – der Name darf nicht vollständig genannt werden – vom Ausbildungsstützpunkt Gebirgs- und Winterkampf zuständig. „Unser Ziel ist das Kennenlernen der aus vielen Ländern kommenden Soldaten“, sagt er. „Und die Vorbereitung auf den gemeinsamen Einsatz.“

An Weihnachten geht‘s nach Oberammergau zu den Eltern

Für Coslow war der Aufenthalt eine angenehme Abwechslung, weil er Beruf und Privatleben miteinander verknüpfen konnte. „In Garmisch-Partenkirchen habe ich einen alten Schulfreund getroffen, der mit mir Abitur gemacht hat“, erzählt der 28-Jährige. Eins durfte natürlich auch nicht fehlen. „Ich habe wieder einmal das bayerische Bier genossen.“ Während der US-Offizier vor wenigen Tagen wieder nach Vizenca abgereist ist, gastieren die Soldaten noch bis zum morgigen Donnerstag im Isartal, wie Hauptmann Matthias Rehse, Presse-Offizier des Mittenwalder Ausbildungsstützpunkts, mitteilt. Es ist aber kein langer Abschied. Coslow hat über Weihnachten Urlaub. „Dann besuche ich meine Eltern in Oberammergau.“ Seine Lehrgangskameraden sieht er erst im Januar 2017 in Litauen wieder.

Seinen Vorgesetzten will Coslow die Übungen in Mittenwald weiter schmackhaft machen. „Ich hoffe, dass wir aufgrund der hervorragenden Bedingungen diese hier noch oft abhalten dürfen“, sagt er. „Vielleicht treffe ich ja beim nächsten Mal auch den einen oder anderen meiner damaligen Kameraden aus der Edelweißkaserne wieder.“ Dann würde das Sprichwort bei Coslow erneut irgendwie passen.


Wolfgang Kunz

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