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So sieht er aus: Der Edelkrebs passt in eine Hand.

Freude beim Mittenwalder Fischereiverein 

Wunder am Lautersee: Rückkehr der Edelkrebse

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Sein lateinischer Name: Astacus astacus: Die Rede ist vom sogenannten Edelkrebs. Lange galt er im Mittenwalder Lautersee mehr oder weniger als ausgestorben. Doch dann machte der hiesige Fischereiverein eine wunderbare Entdeckung.

Mittenwald – Der Fund an einer seichten Stelle im Lautersee ist eindeutig: die abgestoßene Haut eines Edelkrebses. „Ganz klar“, denkt sich Franz Okelmann vom Mittenwalder Fischereiverein. „Wir waren natürlich überrascht“, erzählt der Gewässerwart. „Aber irgendwie hatten wir auch eine Vermutung.“ Denn in jüngster Zeit häuften sich beim Fischen die Fälle, dass der Köder angefressen war.

Das Vertilgen von Aas ist nämlich eine Spezialität dieses Schalentiers, das in den Gewässern rund um Mittenwald lange Zeit als verschollen galt. Doch nun scheint der bis zu 20 Zentimeter große Astacus astacus, wie er im Lateinischen heißt, zurückgekehrt zu sein – zumindest im Lautersee. Was Experten Okelmann gleich in doppelter Hinsicht freut. „Damit dieses Tier überhaupt überleben kann, muss das Gewässer, in dem es sich aufhält, absolut in Ordnung sein.“ Mit anderen Worten: Die Qualität im Lautersee stimmt.

Das war vor einigen Jahren auch im Eibsee der Fall. Doch binnen weniger Wochen setzte dort ein regelrechtes Massensterben bei den Edelkrebsen ein. Schuld war ein eingeschleppter amerikanischer Doppelgänger, der die sogenannte Krebspest (eine tödliche Pilzerkrankung) übertrug, selbst aber gegen diese Krankheit immun war.

Im Lautersee wiederum glaubt Okelmann an eine andere Ursache für das spurlose Verschwinden des Edelkrebses. Laut Gewässerwart sollen vor über 30 Jahren Aale dort eingesetzt worden sein. Diese warteten nur darauf, dass sich das empfindliche Schalentier häutet – eine gute Gelegenheit für den schlangenartigen Räuber, das dann schutzlose Tier zu verschlingen. In der Folge verbot der für den Lautersee zuständige Fischereiverein das Krebsfischen komplett. Laut Bayerischem Fischereigesetz dürfen ohnehin männliche Krebse erst ab zwölf Zentimetern Größe herausgeholt werden. Gleiches gilt für die Weibchen, die obendrein von Oktober bis Juli eine Schonzeit genießen.

Ein völliges Verschwinden von Krebsen aus den Flüssen und Seen hätte fatale Folgen für diese Ökosysteme. Denn: Die Tiere reinigen die Gewässer als Allesfresser zum Beispiel von Aas und Algen. Zumindest am Lautersee scheint sich eine Wende zum Guten anzukündigen – die Müllabfuhr ist wieder im Einsatz.

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