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Unbefugter Zutritt verboten: In der Mittenwalder Standortverwaltung soll das Nazi-Schatz vergraben sein.

Sagenumwobener Schatz

Nazi-Gold hinter Bundeswehr-Zäunen

Mittenwald - Jetzt hat er den genauen Standort doch preisgegeben: Auf dem weitläufigen Gelände der Mittenwalder Standortverwaltung  vermutet Cyril Whistler das Nazi-Gold, nach dem unzählige Schatzsucher seit Jahrzehnten fahnden.

„Die Partitur leitet einen in den Nordosten von Mittenwald.“ Präzisere Angaben wollte Cyril Whistler vor einem Monat nicht machen (wir berichteten). Schließlich handelt es sich um die Stelle, wo seit Jahrzehnten der sagenumwobene Nazi-Schatz liegen soll. Doch nun hat der Geigenbaumeister aus den Niederlanden auch dieses Geheimnis preisgegeben. Das Gold von Adolf Hitler schlummert im Erdboden der Standortverwaltung (StoV).

„Eine Geschichte, die einfach erzählt werden musste“, verdeutlicht der bekennende Mittenwald-Liebhaber in einer Presse-Mitteilung. Darin heißt es weiter: „Cyril Whistler ist kein Indiana Jones. In seinem Herzen ist er Musiker, deshalb wird er sicher nicht in Mittenwald herumgraben.“ Was für potenzielle Schatzsucher ohnehin nicht so einfach sein dürfte. „Bei dieser Liegenschaft handelt es sich um einen militärischen Bereich“, teilt eine Sprecherin des dafür zuständigen Bundesamts für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr (BAIUDBw) mit. „Der Zutritt sowie archäologische Grabungen in militärischen Bereichen beziehungsweise militärischen Sicherheitsbereichen bedürfen der offiziellen Genehmigung durch die Bundeswehr. Bisher sind hier keine Anfragen bekannt.“

Cyril Whistler  will dem Nazi-Gold-Rätsel in der Partitur „Marsch Impromptu“ auf die Schliche gekommen sein. Die darin immer wiederkehrende, verschlüsselte Zahl 13 brachte ihn auf die  "richtige" Spur.

Dafür müsste im Bundesverteidigungsministerium inzwischen ein Brief aus den Niederlanden eingegangen sein. Denn Whistler (46) meldete seine Entdeckung nicht nur Mittenwalds Bürgermeister Adolf Hornsteiner sondern auch Ministerin Ursula von der Leyen. Unabhängig davon wie die Mitarbeiter der CDU-Politikerin dieses Schreiben werten, könnte bei Anhängern der Nazi-Gold-Theorie für Aufsehen beziehungsweise Goldgräber-Stimmung sorgen. Wie das Beispiel des Niederländers Leon Giesen beweist. Dieser fand bei seiner offiziell genehmigten Suche unterhalb der Wörnerstraße im Oktober 2013 zwar nur zerfressene Eisenstücke, dafür hatte er umso mehr Publicity.

Ähnlich wie sein Landsmann vor eineinhalb Jahren ist sich auch Whistler sicher, den ominösen Nazi-Code geknackt zu haben. Hitlers Privatsekretär Martin Bormann soll eine chiffrierte Botschaft für das Versteck des Goldes auf ein Notenblatt zum „Marsch Impromptu“ von Gottfried Federlein gekritzelt haben: ein paar Zahlen und Runen-Zeichen. Auch Whistler machte sich vor zwei Jahren ans Werke. „Ich habe die Partitur gut analysiert.“ Zuerst schien es ihm ein „unansehnliches Notenblatt“ zu sein. „Ich konnte einfach keinen Zusammenhang zwischen einem Nazi-Schatz und meinem geliebten Mittenwald finden“, plaudert der Niederländer aus dem Nähkästchen. „Aber vielleicht genau deswegen war dieses Dokument für mich so wichtig.“ Er glaubte schon bald, dass die Runen und Zeichen „einen gewissen Zweck“ erfüllten – vor allem die Zahl 13 – „zwischen den Noten und überall verschlüsselt“ in der Partitur. „Je mehr ich das Stück analysierte, desto mehr sah ich, dass die Buchstaben, die Zahl und die Runen einen bestimmten Weg enthüllten.“

Whistlers Erkenntnis: „Ich bin mir darum auch absolut sicher, dass ich den genauen Ort gefunden habe, zu dem die Partitur führt.“ Mittenwalds Ordnungsamtschef Hermann Baier sagt über einen Besuch von Cyril Whistler: „Er hat die Koordinaten.“ Gleichzeitig macht der Rathaus-Mitarbeitern künftigen Goldsuchern wenig Hoffnung. Denn seit dem möglichen Eingrabungstermin wahrscheinlich im März/April 1945 sollen auf dem heutigen StoV-Gelände durch zahlreiche Bauten viele Erdarbeiten stattgefunden haben. Auch die Abstellgleise, über die bei Nacht und Nebel ein Nazi-Gold-Transport gerollt sein könnte, sind schon lange verschwunden.

Christof Schnürer

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