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Veteranen mit Herzblut: (v. l.) Josef Fütterer (Beisitzer), Peter Hedrich (geehrt für 25 Jahre), Vorsitzender Georg Jungkunz, Stefan Weineisen (Kassier), Josef Zunterer junior (Schriftführer), Florian Singer (Beisitzer), Johann Hörmann (Zweiter Vorsitzender), Gerhard Praxl, Hans Klotz (beide Kassenprüfer) und Thomas Hennl (Fähnrich).

Kritik beim Jahrtag 

Veteranenchef von Ortsvereinen bitter enttäuscht

Wer eingeladen wird, der sollte wenigstens absagen. Doch nicht mal dazu reichte es bei einer Reihe von Mittenwalder Organisationen. Diesen Akt der Ignoranz und Unhöflichkeit prangert der im Stich gelassene Gastgeber Georg Jungkunz beim Veteranen-Jahrtag schonungslos an.

MittenwaldSo richtig begreifen kann es Georg Jungkunz immer noch nicht. Der rührige Vorsitzende des Mittenwalder Veteranenvereins, den Bürgermeister Adolf Hornsteiner zurecht als absolut „einmalig“ lobt, hatte eine Idee. Seit Jahren gehen die Mitgliederzahlen beim Traditionsverbund zurück. Auch bei der Gedenkmesse „in der Kirche werden es jedes Jahr weniger“, beobachtet Bürgermeister Hornsteiner.

So schaute sich Jungkunz ein wenig von den Kameraden in Partenkirchen ab. Diese laden nämlich aufgrund latenten Personalschwunds zu ihrem Jahrtag nicht nur ihre eigenen Mitglieder ein, sondern auch sämtliche Ortsvereine mit Fahnenabordnungen. „Das funktioniert dort super“, weiß der Mittenwalder Veteranenchef.

Soweit die Theorie. In der Mittenwalder Praxis bot sich Jungkunz allerdings ein anderes, frustrierendes Bild.

„Nur zwei von sieben Vereinen haben sich überhaupt gemeldet.“ Immerhin durfte Jungkunz zum ersten Mal die Junggesellenbruderschaft und die Rot-Kreuz-Bereitschaft beim Jahrtag willkommen heißen. Alle anderen eingeladenen Vereine glänzten durch Abwesenheit – schlimmer noch: „Sie hielten es nicht einmal für nötig abzusagen“, schimpfte der bitter enttäuschte Veteranenchef. Schließlich ginge es bei diesem Jahrtag „ja nicht nur um den Verein“, sondern um „das Gedenken und Erinnern an unsere gefallenen, verstorbenen und vermissten Väter und Großväter“. Nach soviel Ignoranz hat Jungkunz die Hoffnung aber noch nicht aufgegeben. Auch im kommenden Jahr will er einen Versuch starten. „Vielleicht gibt’s ja dann mehr, die mit ihrer Fahne mitmarschieren und Gedenken wollen.“

Andere Themen gab es im Postkeller natürlich auch noch. Wie gesagt: Seit längerem grassiert bei den Mittenwalder Veteranen der Mitgliederschwund. Waren es zur Jahrtausendwende noch 258 und vor zehn Jahren 249 Gleichgesinnte, so sind’s aktuell 214, die sieben Ehrenmitglieder mit inbegriffen.

Eigentlich ein gutes Zeichen: Denn eine lange Friedenszeit bedeutet auch weniger Veteranen. Doch dass der Verein dennoch an Aktualität nichts eingebüßt hat, machte Rathauschef Hornsteiner deutlich. Zwar sei der letzte große Krieg in Europa seit 72 Jahren vorbei. Dennoch sollte „sich an einem Tag im Jahr kurz Zeit genommen“ werden, um „der Gefallenen zu gedenken“. Auch darf nicht vergessen werden, dass nach wie vor deutsche Soldaten weltweit „für unseren Frieden sorgen“. Dieser Friede sei „keine Selbstverständlichkeit, wie viele heute meinen“.

Um den sinkenden Mitgliederzahlen entgegen zu wirken, hofft man nun, aus Bundeswehrkreisen neue Mitstreiter zu gewinnen. Den Veteranen beitreten darf übrigens jeder – egal ob Mann oder Frau, jung oder alt. Einzige Voraussetzung: Er oder sie müssen gedient haben. Blutauffrischung ist dringend geboten. Nur so kann laut Vorsitzendem Jungkunz der Verein „weiter erhalten“ bleiben.

Er selbst hat die Lust an den Veteranen noch lange nicht verloren. Gemeinsam mit seinem Stellvertreter Johann Hörmann junior führt er nach den Wahlen für weitere drei Jahre den Mittenwalder Traditionsverbund.

Josef Hornsteiner

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