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Das neue Latscheneck: Viel Glas und Holz prägen die vier Gebäude, die in den Hang modelliert werden.

Vier-Sterne-Superior-Hotel in Mittenwald

Leuchturm am Latscheneck

Der Marktgemeinderat Mittenwald hat Ja gesagt – und zwar eindeutig mit 19:0 Stimmen. Damit ist der vorhabenbezogene Bebauungsplan am Kaffeefeld auf den Weg gebracht. Ein Meilenstein bei der Verwirklichung des ersehnten Luxushotels in exquisiter Lage.

Mittenwald – Aus eins mach’ vier – mit dieser (Erfolgs-)Formel wollen Investor Ulrich Franzky aus München und dessen Architekt Lorenz Pobitzer aus Bozen ihren Traum in Traumlage verwirklichen. Ihr 15-Millionen-Euro-Projekt am Kaffeefeld hat am Dienstagabend im Mittenwalder Marktgemeinderat schon mal viel Vertrauensvorschuss bekommen. Mit 19:0 Stimmen beschloss das Gremium die Aufstellung eines sogenannten vorhabenbezogenen Bebauungsplans – die Basis für den Leuchtturm am Latscheneck.

Wie groß die allgemeine Zustimmung ist, drückt am Besten der Kommentar von Kurt Stransky (CSU) aus. „Ich freue mich schon auf die Eröffnung“, sagte er mit einem gütigen Lächeln. Sein Fraktionskollege Peter Wimmer stimmte ebenfalls in den Jubelchor ein. „Sie haben Wort gehalten“, meinte er in Richtung Franzky. „Schön, dass man noch mit Vordach baut – und trotzdem auch modern, das gefällt mir.“

Trotz dieser wohlwollenden Worte bleibt eines unbestritten: Das neue Luxusrefugium hoch über Mittenwald wird ungleich größer als das bestehende, seit Jahren verwaiste Hotel Latscheneck. Vier Einzelbauwerke mit viel Holz und Glas werden in landschaftlich hochsensiblem Gebiet in den Hang modelliert. Auf der Talseite ragen manche Teile viergeschossig aus dem Boden. Keine Frage: Der Charakter in diesem beschaulichen Viertel wird sich massiv verändern.

Doch es soll Ruhe ausstrahlen. Das ist der ehrgeizige Plan der Investoren von der Mountain-Resort-Mittenwald-GmbH und des Architekten. In dessen Südtiroler Heimat soll’s „viele schlechte und aggressive Hotelbauten“ geben, erläuterte Pobitzer gegenüber dem Tagblatt. „Dem möchten wir entgegenwirken.“

Doch bevor das alte Latscheck abgerissen – aufgrund naturschutzrechtlicher Vorgaben besteht lediglich zwischen Oktober und Februar ein Zeitfenster – und mit dem neuen begonnen wird, müssen im Zuge des Bauleitverfahrens die Pläne ausgelegt und von fachlicher Seite beurteilt werden. Das kann erfahrungsgemäß dauern. Dennoch hält Franzky einen Eröffnungstermin Dezember 2018 bei einem Jahr Bauzeit für machbar.

Eine wichtige Rolle im Vorfeld nimmt Sandra Urbaniak ein. Die Münchner Stadtplanerin zurrt die Eckdaten des vorhabenbezogenen Bebauungsplans fest. Ihn verglich die Architektin zur allgemeinen Belustigung mit einem Ehevertrag.: Alle Dinge werden vorab geregelt, damit es später keine Unstimmigkeiten gibt. Wichtige Eckdaten sind: Auf dem 1,8-Hektar-Gelände dürfen nur 4200 Quadratmeter versiegelt werden, maximal 80 Zimmer entstehen, und eine Wohnnutzung ist nicht möglich. Laut Landschaftsarchitekten Johanna Vogl aus Weilheim, die sich bei der Genese des Bebauungsplans um naturschutzfachliche Fragen kümmert, obliegt zudem die komplette, artenreiche Wiese hinterhalb des Hotels künftig strengen Auflagen. „Stadel sind dort nicht mehr möglich.“

Der Anliefer- und Gästeverkehr soll laut Bürgermeister Adolf Hornsteiner (CSU) von Norden her, also über die Gröblalm, erfolgen. Das dürfte die Anwohner im Gries und am unteren Gröblweg freuen.

Christof Schnürer

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