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Das neue Hotel Latscheneck: Das Modell mit seinen vier Baukörpern stellt Investor und Betreiber Ulrich Franzky bei einem Ortstermin auf dem Traumgelände am Kaffeefeld vor

Vier-Sterne-Superior-Resort am Latscheneck: Investor präsentiert Sahnestück

Hotelprojekt in Mittenwald: Eröffnung im Dezember 2018?

Der Zeitplan ist ehrgeizig: Heuer im Herbst wird das marode Hotel Latscheneck abgerissen. Im Anschluss soll das neue Vier-Sterne-Superior-Resort hoch über Mittenwald entstehen – Bauzeit zwölf Monate. Eröffnen möchte Investor Ulrich Franzky sein Wellness-Refugium in Traumlage im Dezember 2018.

Mittenwald – Lässig im Pool liegen, die Seele baumeln lassen und hinüber aufs majestätische Karwendel blicken. Eine traumhaft Vorstellung, die schon bald Wirklichkeit werden könnte. Geht’s nach Ulrich Franzky, soll’s im Dezember 2018 soweit sein. Dann möchte der Münchner Unternehmer sein Vier-Sterne-Superior-Refugium in Mittenwald, am sogenannten Kaffeefeld, eröffnen. Und der ideenreiche Investor zeigt sich überzeugt von seinem Sahnestück: „Das wird bestimmt ein Anziehungspunkt.“

Das Modell und der erste Planentwurf verheißen einiges: Vier Gebäude, die sich auf dem 1,8-Hektar-Gelände in den Hang schmiegen, viel Glas und Holz inmitten von saftigem Grün. „Modern-alpin, aber sehr auf Natur konzentriert“, gibt Franzky die Philosophie seines Luxustempels in Traumlage vor. Getreu diesem Konzept werden natürlich ähnlich wie im benachbarten Kranzbach-Hotel die Autos von der Oberfläche in eine 75 Pkw fassende Tiefgarage verschwinden.

Endlich Leuchtturm-Projekt nach Hotel-Flop?

Klappt alles reibungslos, könnte der Tourismusort Mittenwald nach dem Hotel-Flop an der Bahnhofstraße endlich sein ersehntes neues Leuchtturm-Projekt mit Signalwirkung bekommen. Doch Bürgermeister Adolf Hornsteiner (CSU), dem das Fiasko mit den Berliner Hotelplanern besonders angelastet wird, ist verständlicherweise vorsichtig. Eine Jubelarie stimmt er nicht an. „Ich glaub’s erst, wenn der erste Spatenstich erfolgt ist.“

Davon trennen ihn möglicherweise nur mehr sechs, sieben Monate. Laut Franzky soll das bestehende Hotel Latscheneck, das er vor gut einem Jahr gekauft hat und seit mehr als einer Dekade geschlossen ist und zusehends verfällt, heuer im Herbst abgerissen werden. Gleich im Anschluss will Franzkys Mountain-Resort-Mittenwald-GmbH mit dem neuen Latscheneck – 75 Zimmer, 150 Betten, Investitionsvolumen von 15 Millionen Euro – beginnen. Als Bauzeit sind zwölf Monate vorgesehen. Geht der sogenannte vorhabenbezogene Bebauungsplan, der dem ehrgeizigen Vorhaben am Latscheneck zugrunde liegt, glatt durch, erscheint der angepeilte Eröffnungstermin Dezember 2018 durchaus realistisch.

Gemeinderat berät am 11. April

So soll sich das Latscheneck verändern: Was genau auf rund dem 1,8-Hektar-Areal oberhalb von Mittenwald realisiert werden soll, zeigt dieser erste Entwurf des Südtiroler Architekten Lorenz Pobitzer.

Der Mittenwalder Marktgemeinderat, dem das Konzept bereits präsentiert wurde, wird am 11. April in öffentlicher Sitzung über die gravierende Veränderung an der Ostflanke des Kranzbergs beraten. Dem Vernehmen nach gibt es von den Volksvertretern keine großen Einwände. Im Gegenteil: Laut Bürgermeister waren sie „alle sehr angetan“. Nicht zuletzt deshalb, weil auf rund 1100 Metern hoch über Mittenwald in exquisitem Ambiente auch 50 neue Vollzeit-Arbeitsplätze entstehen sollen.

In puncto Auslastung ist der forsche Franzky lieber vorsichtig. „Ich rechne mit 60 Prozent“, er schiebt aber gleich hinterher: „Ich weiß, dass mehr rauskommen wird.“ Dem traditionsreichen Gastro-Betrieb am Latscheneck, das seit Jahrzehnten ein trauriges Dasein fristet, wär’s zu wünschen.

Früher übernachteten Stars im Hotel am Latscheneck

1978 nächtigten in dem Hotel noch Stars wie Paul Breitner und Uli Hoeneß vom FC Bayern. Dann ging’s schrittweise bergab. Hoffnung keimte auf, als im Januar 2011 der Zahntechnik-Unternehmer Andreas Scheuermann aus Oberhausen (Landkreis Weilheim-Schongau) die verwaiste Immobilie für einen siebenstelligen Betrag erwarb und für weitere vier Millionen Euro ein „kleines, feines und modernes Hotel“ mit 26 Doppelzimmern und 60 Restaurantplätzen bauen wollte. Drei Jahre später nahm er davon Abstand und veräußerte das Latscheneck im Sommer 2016 an IT-Unternehmer Franzky und dessen Frau Renata. Die beiden sind sowohl Investoren als auch Betreiber der künftigen Filet-Immobilie.

Mit dem Südtiroler Architekten Lorenz Pobitzer haben sie einen Experten gefunden mit dem gewissen Etwas. Er schuf eine Herberge, die regelrecht „in den Hang hineinwächst“, schwärmt Bauherr Franzky. „Das hat einen gewissen Dorfcharakter.“ Was nach „einfacher Architektur“ aussieht, birgt viel mehr – neben besagtem Panoramapool eine 15-Meter-Kletterwand und ein ins Grün modelliertes Restaurant für Tagesgäste. Doch Luxus kostet. „Wir werden keine Elmauer Preise haben“, versichert Franzky, aber 200 Euro pro Nacht werden’s schon sein.

Christof Schnürer

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