Die Animation des künftigen Berghotels Silva Mountain auf dem Kaffeefeld in Mittenwald.
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So herrschaftlich soll das Silva Mountain einmal hoch über Mittenwald thronen.

Weitere 23 000 Kubikmeter Fels gesprengt

Mittenwalder Hotelprojekt Silva Mountain: Vision und Wirklichkeit

Ob das künftige Silva Mountain in Mittenwald tatsächlich Ende 2022 eröffnet wird, darf langsam bezweifelt werden. Immer wieder werden die Arbeiten auf dieser Großbaustelle zurückgeworfen.

Mittenwald – Die riesige Baustelle auf dem Kaffeefeld hat es in sich: In regelmäßigen Abständen geraten die Arbeiten auf dem 1,8 Hektar großen Filet-Grundstück hoch über Mittenwald ins Stocken. Doch Investor Ulrich Franzky, der auf dem ehemaligen Areal des Hotels Latscheneck sein Nobel-Refugium „Silva Mountain“ (wir berichteten) realisieren will, lässt sich die gute Laune nicht verderben – auch wenn zugegebenermaßen die Diskrepanz zwischen Vision und Wirklichkeit immer noch gewaltig ist.

Viele Monate prägte eine Mond- und Kraterlandschaft das Bild. Aber in den vergangenen Wochen hat sich dennoch einiges getan – wenn auch schleppend. Doch was führte letztlich zu dem neuerlichen Zeitverzug? „Wir mussten neben dem Aushub der Baugrube weitere 23 000 Kubikmeter Fels sprengen und abtransportieren“, erläutert Bauherr Franzky. Konkret ausgedrückt: „Das sind rund 50 Prozent des auf 45 000 Kubikmeter veranschlagten Aushubs.“

Dieses Vorhaben ist eine Familienangelegenheit, die wir mit Herzblut zu Ende bringen wollen.

Investor Ulrich Franzky

Mittlerweile ist diese zeitaufwendige und nervenaufreibende Phase abgeschlossen. Die beeindruckende Baugrube ist inzwischen komplett mit einem Spritzbeton ummantelt.

Auch der Wettergott kannte in Punkte Berghotel im Kaffeefeld kein Pardon. So führten während dieses relativ niederschlagsreichen Sommers zahlreiche Starkregenfälle zu weiteren Herausforderungen und Umplanungen. „Der Regen hat die Hanglage vergrößert“, beschreibt der beim Münchner Unternehmen Vitzthum-Projektmanagement“ zuständige Koordinator Bernd Bortenlänger die Situation. „Wir mussten die Entwässerung des Grundstücks deshalb neu in die weitere Planung aufnehmen.“ Was natürlich auch wieder mit zusätzlichen Kosten verbunden ist.

Wieder mal vor Ort: Investor Ulrich Franzky (2. v. r.) und sein Team inspizieren die Baustelle im Kaffeefeld.

Für Investor Franzky ist die Sache mit dem Wasser zudem eine logistische Herausforderung. „Nachdem die Entwässerung der Zufahrtsstraße und der geplante Stauraum-Kanal schon genehmigt sind“, verdeutlicht Franzky, „muss jetzt geprüft werden, wie wir diese Wassermengen durch neu zu verlegende Grundleitungen auffangen und die Bodenverbesserung zu Ende führen können.“

Um die aufgeheizte Baupreissituation zu überbrücken beziehungsweise abzufedern, nutzten der Investor und Projektsteuerer die Zeit für die notwendigen Umstrukturierungen. „Wir wollen die neuesten Trends und Entwicklungen der Hotellerie in unsere Planung aufnehmen“, teilt Bortenlänger mit. „Denn nur bei ordentlicher Planung und sorgfältigem Vorgehen wird Geld gespart.“

Nachdem der Bau der Zufahrtsstraße, die Sprengung, die Gas-, Wasser und Telefonleitungen bereits erledigt sind, freut sich der Bauherr angesichts dieser tückischen Baustelle im Mittenwalder Fels über jeden weiteren Fortschritt. In vier bis fünf Wochen soll auf der bis dahin verlegten Bodenplatte der Rohbau des Luxushotels beginnen. Die Baupreissituation ist dabei die grundlegende Basis für die Wirtschaftlichkeit. „Zum Glück bleibt es bis jetzt bei den angesetzten Kosten in Höhe von 20 Millionen Euro“, meint Franzky im Brustton der Erleichterung,

Er weiß, dass bei jeder Verzögerung im Ort Gerüchte kursieren. Ist der Bauherr noch solvent? Scheitert das „Silva Mountain“? Solche und ähnliche Fragen geistern dann regelmäßig durch Mittenwald. Franzky ficht das nicht an. Im Gegenteil: „Dieses Vorhaben ist eine Familienangelegenheit, die wir mit Herzblut zu Ende bringen wollen.“ Eine Eröffnung des Hotels (80 Zimmer,150 Gästebetten, Wellness- und Gastroräume sowie eine Tiefgarage für 75 Pkw) Ende 2022 scheint angesichts dieser vielschichtigen Probleme mehr denn je sehr ambitioniert. Wolfgang Kunz

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