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Ignoranz pur: Obwohl Passanten via Schild darauf hingewiesen werden, nehmen viele von ihnen am Gipfelhaus verbotenerweise den Abkürzer. 

Abkürzer mit Folgen

Vom rechten Weg abgekommen: Frevel am Kranzberg

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Gutgemeinte Appelle verpuffen regelrecht – ebenso Hinweistafeln. Sehr zum Ärger der Bauhof-Mitarbeiter, die bei einer Renaturierungsmaßnahme auf dem Kranzberg mit der Ignoranz zahlreicher Wanderer konfrontiert sind.

Mittenwald – Die sonnigen Hänge, die gemütlichen Gaststätten, das Bilderbuch-Panorama – es gibt mannigfaltige Gründe, den Kranzberg zu durchwandern. Hierzu finden sich viele malerische Strecken, die hinauf zum Gipfelglück führen. Zum Leidwesen der Marktgemeinde Mittenwald kommen viele dieser Erholungssuchenden vom rechten Weg ab. Ob nun vorsätzlich, aus Gedankenlosigkeit oder aus purer Ignoranz haben „Bergfreunde“ unterhalb des Gipfelhauses über eine Wiese einen Abkürzer genommen. So entstand seit etwa 2015 dort oben ein Trampelpfad, aus dem sich ein regelrechter Weg entwickelt hat. Regen und Nässe taten ihr Übriges. Humus und Vegetation verschwanden zur Gänze. „Da ist ein regelrechter Graben entstanden“, schildert Bürgermeister Adolf Hornsteiner (CSU) die Situation in diesem neuralgischen Bereich.

Der Naturfrevel ist das eine, das andere ist die Wurstigkeit, die viele an den Tag legen. Denn der Bauhof hatte eine Woche lang die heikle Stelle renaturiert. „Eine irrsinnige Handarbeit“, verdeutlicht Bauhofchef Christoph Hagn. Da wurde zentnerweise Erde hinauf gebracht, diese fachkundig angeteilt und frisch gesät. Dazu stellten Hagn und Co. entsprechende Hinweisschilder auf, die eigentlich nicht zu übersehen sind. Das Ende vom Lied: Binnen kurzer Zeit sind die zarten Pflänzchen zertrampelt. „Jetzt erkennt man, dass die ganze Arbeit umsonst war“, bedauert Hornsteiner. Mountainbiker und Bergwanderer haben ganze Arbeit geleistet. „Das ist erschreckend.“ Bauhofleiter Hagn ergänzt: „Eigentlich müsste man die zerstörte Fläche total einzäunen.“ Doch soweit soll’s nicht kommen. Stattdessen richtet Bürgermeister Hornsteiner einen „Appell an den Gemeinschaftssinn“. Ob’s was hilft?

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