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Feierlicher Appell: Brigadegeneral Alexander Sollfrank und Mittenwalds Bürgermeister Adolf Hornsteiner (l.) schreiten die Linie ab. 

Bundeswehr-Appell in Mittenwald

Von Mittenwald nach Mali: 200 Soldaten verabschiedet 

Mittenwald - Für 200 Soldaten beginnt ein schwieriger Auslandseinsatz. Am Mittwoch wurden sie feierlich in Richtung Afrika verabschiedet. Der Appell war in einen wahren Veranstaltungsmarathon der Bundeswehr eingebettet.

 „Dieser Tag soll eine Brücke bauen zwischen Alt und Jung, zwischen Bevölkerung und Soldaten, zwischen dem Gestern, dem Heute und Jetzt“: Feierliche Worte, die Brigadegeneral Alexander Sollfrank am Mittwoch in Mittenwald gefunden hat. Schließlich ist die Verabschiedung von 200 Bundeswehr-Soldaten in einen Auslandseinsatz keine alltägliche Aufgabe. Entsprechend stimmungsvoll war der Appell, der vom Musikkorps Garmisch-Partenkirchen in der Kuranlage Puit umrahmt wurde. „Die Anwesenheit vieler Angehöriger und Besucher dokumentiert Verbundenheit, die wir in diesen stürmischen Zeiten suchen“, sagte der Kommandeur der Brigade 23 aus Bad Reichenhall.

Bekanntlich gehören seit 20 Jahren Aufgaben im Ausland zum Kernauftrag der Einheit. Heuer gehen 1000 Soldaten aus der Brigade 23 nach Mali, in den Irak und nach Afghanistan. Darunter: 120 Soldaten der 1., 4. und 5. Kompanie des Mittenwalder Gebirgsjägerbataillons 233. Im Herbst folgen 80 Soldaten der 2. Kompanie. „Einsatz bedeutet Entbehrung, Gefahr, Trennung, vielleicht Verwundung oder Tod“, machte Sollfrank deutlich. Aber auch Glück – „weil wir helfen können“.

Der General sprach vor den Besuchern und Ehrengästen – darunter auch Vertreter der Politik aus Deutschland, Österreich und Italien – offen an, dass einige Wenige durch ihr Verhalten Schaden an der Bundeswehr verursacht haben. Die überwiegende Mehrzahl jedoch leiste hochprofessionell, treu und anständig ihren Dienst. „Mit dem heutigen Tag wollen wir das Band der Kameradschaft enger knüpfen.“ Denn eine positive Verbundenheit umfasst den Nebenmann. „Und beinhaltet auch, das eigene Leben in Gefahr zu bringen, um Notlagen von anderen abzuwenden.“ Als positive Beispiele wurden Mert-Murat Yilmaz und Max Steeg geehrt, die im April in einem Zug bei Aschaffenburg einen Fahrgast erste Hilfe geleistet hatten, der durch einen betrunkenen Messerstecher am Hals verletzt worden war.

Ausgezeichnet von Oberst a.D. Hans Sahm, dem Präsidenten des Kameradenkreises, wurden zudem acht Heeresbergführer, darunter der Lehrgangsbeste Franz Wagner von der 1. Kompanie in Mittenwald und Andreas Schuchert vom Ausbildungsstützpunkt Gebirgs- und Winterkampf als lehrgangsbester Hochgebirgsspezialist.

In seinem Grußwort betonte Mittenwalds Bürgermeister Adolf Hornsteiner (CSU) die Verbundenheit der Menschen aus dem Oberen Isartal mit den Jagern. „Für ihren Aufbruch ins Ungewisse sind sie durch gute Ausbildung vorbereitet.“ .

Zusammen mit seinem Amtskollegen Thomas Schwarzenberger aus der Nachbargemeinde überreichte er die Ortsschilder „Mittenwald“ und „Krün“ an die Chefs der 1. und 4. (Paten-)Kompanie. „Die sollen sie daran erinnern, dass wir alle hoffen, dass sie unbeschadet an Leib und Seele zurückkommen.“

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