Schwarz auf Weiß: Polizeichef Hubert Hohenleitner (Mitte) und dessen Stellvertreter Manuel Erdinger (2. v. l.) händigen den drei Isartaler Bürgermeistern (v. l.) Bastian Eiter (Wallgau), Enrico Corongiu (Mittenwald) und Thomas Schwarzenberger (Krün) den Sicherheitsbericht für das Jahr 2020 aus.
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Schwarz auf Weiß: Polizeichef Hubert Hohenleitner (Mitte) und dessen Stellvertreter Manuel Erdinger (2. v. l.) händigen den drei Isartaler Bürgermeistern (v. l.) Bastian Eiter (Wallgau), Enrico Corongiu (Mittenwald) und Thomas Schwarzenberger (Krün) den Sicherheitsbericht für das Jahr 2020 aus.

Polizei zieht Bilanz fürs Isartal

Sicherheitsbericht 2020: Weniger Straftaten als 2019 – Mehr häusliche Gewalt

  • VonChristof Schnürer
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Der Sicherheitsbericht 2020 für das Isartal liegt vor. Es gab weniger Straftaten als 2019, allerdings mehr häusliche Gewalt.

  • Die Polizei legt den Sicherheitsbericht 2020 für das Obere Isartal vor.
  • Es gab weniger Straftaten als 2019, allerdings mehr häusliche Gewalt.
  • Dienststellenleiter Hubert Hohenleitner spricht von „Lagerkoller“ wegen Corona.

Oberes Isartal – Die Polizei-Inspektion Mittenwald bringt es aktuell auf 24 Ordnungshüter. Zuständig sind sie auf einer Fläche von 450 Quadratkilometer für 10 774 Isartaler aus den Orten Krün, Wallgau und Mittenwald. Mit anderen Worten: Auf einen Beamten in Uniform kommen 449 Bürger. Ein Schnitt, mit dem Dienststellenleiter Hubert Hohenleitner offenbar gut leben kann. „Der Dienstellenbetrieb ist absolut aufrechtzuerhalten.“ Zumal der Partenkirchner eines immer im Hinterkopf hat: „Das Präsidium hat ein wohlwollendes Auge auf uns.“ Soll heißen: Wenn’s zwickt, wird ausgeholfen.

Seit 1. November 2020 steht Hohenleitner an der Spitze der Karwendel-Inspektion. Erstmals durfte er nun im Mittenwalder Rathaus den drei Isartal-Bürgermeistern Enrico Corongiu (Mittenwald), Thomas Schwarzenberger (Krün) und Bastian Eiter (Wallgau) den Sicherheitsbericht für das Ausnahme-Coronajahr 2020 vorlegen.

„Insel der Glückseligen“

Was darin zu lesen ist, alarmiert niemanden. Wie sagte Hohenleitners Vorgänger Thomas Holzer ein Jahr zuvor: Das Obere Isartal sei im Vergleich zu den Ballungsräumen eine Insel der Glückseligen. Gleiches könnte sein Nachfolger behaupten. Doch Hubert Hohenleitner formuliert es folgendermaßen: „Die Bevölkerung ist nicht gewalttätiger geworden.“ Zahlen belegen dies.

Das Coronajahr 2020 mit nächtlicher Ausgangssperre und vorübergehender Schließung der Gastronomie und Hotellerie führte zu dem erwarteten Rückgang der Straftaten im Allgemeinen. Dafür protokollierte die Polizei 15 Fälle von häuslicher Gewalt – zehn mehr als 2019. Hohenleitner spricht in diesem Zusammenhang von „Lagerkoller“. Er und sein Stellvertreter Emanuel Erdinger verweisen darauf, dass sich diese Delikte auf wenige Familien beschränken und in den meisten Fällen Hochprozentiges eine nicht unwesentliche Rolle bei diesen Gewaltexzessen spielt. „In sieben Fällen standen die Beschuldigten und siebenmal auch das Opfer unter Alkoholeinfluss“, wird im Sicherheitsbericht vermerkt.

Gutes Zusammenspiel

Doch alles in allem bleiben alle Daten im Grünen Bereich. Die drei Isartal-Bürgermeister können also beruhigt sein. In diesem Kontext verweist Enrico Corongiu auf das gute Zusammenspiel zwischen den jeweiligen Gemeinden und den Sicherheitsbehörden. „Dieser sehr kurze Draht macht viel aus.“

Auch sein Gegenüber Hohenleitner hebt das intakte Verhältnis seiner Dienststelle mit den Verantwortlichen in den Rathäusern hervor. „Das ist eine kollegiale, fast schon freundschaftliche Kommunikation.“

Kriminalitätsstatistik Oberes Isartal

Im Oberen Isartal (10 774 Einwohner) hat die Polizei 2020 insgesamt 587 Straftaten registriert. Das sind 81 (12,1 Prozent) weniger als im Vorjahr.

Die Aufklärungsquote lag bei 80,6 Prozent (Bayern: 68,1). Den insgesamt 473 geklärten Straftaten konnten 413 Tatverdächtige zugeordnet werden. Die Verstöße gegen das Aufenthaltsgesetz verringerten sich von 264 Fälle um 51,1 Prozent auf 129 Fälle. Ohne Verstöße gegen das Aufenthaltsgesetz verzeichnete man 458 Straftaten, was einen Anstieg um 13,4 Prozent darstellt (2019: 404). Die um die ausländerrechtlichen Verstöße bereinigte Aufklärungsquote lag bei 75,1 Prozent. Im Oberen Isartal werden damit nach wie vor zwei von drei Straftaten geklärt. Ein marginaler Anstieg ist bei den Diebstahlsdelikten um vier Fälle auf 74 Straftaten (plus 5,7 Prozent) zu verzeichnen. Allerdings gab es deutlich mehr Vermögens- und Fälschungsdelikte – statt 70 (2019) nun 98 Straftaten (plus 25,6 Prozent). Die Rauschgift-Kriminalität bleibt mit 51 Verstößen fast gleich. Die Aufklärungsquote: 100 Prozent. Im Vorjahr wurden 50 Fälle bei einer Aufklärungsquote von 96 Prozent erfasst.

Gewaltkriminalität: Leichter Anstieg um sieben Fälle auf 88 Straftaten (plus 8,6 Prozent); rückläufige Fallzahlen der Straßenkriminalität um 10,5 Prozent; drei Gewalttaten gegen Polizeibeamte im Jahr 2020 (2019: eine); vier Wohnungseinbrüche (2019: drei).

Straftaten im Oberen Isartal: Marktgemeinde Mittenwald: 470 (2019: 587), Krün: 88 (57), Wallgau: 29 (24) – Tatverdächtigenstruktur: 320 Männer (2019: 414), 93 Frauen (89) – davon 69 Ausländer (81), 4 Kinder (23), 24 Jugendliche (27), 25 Heranwachsende (18 bis 21 Jahre/36) und 360 Erwachsene (417).

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