Ein Tier ist auf der Alm gestorben

Wenn Böcke zicken: So war der Ziegenabtrieb in Mittenwald

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Es ist ein tierisches Spektakel mit Tradition: 206 Ziegen sind am Samstag in Mittenwald ins Tal getrieben worden. Trotz Regenwetter kamen hunderte Schaulustige.

Mittenwald – Diese Böcke, sie sind doch gern mal Testosteron-gesteuert. Blind vor Liebe machen sie den Hirten gerne Schwierigkeiten beim Abtrieb. In Mittenwald mussten die männlichen Ziegen vor lauter Lust weit getrennt von den Herzensdamen ins Tal gebracht werden. Das sorgte allerdings für die zahlreichen Besucher, die trotz des Regens den Ziegenabtrieb im Obermarkt verfolgt haben, für reichlich Irritation.

„War’s das schon?“, fragte Ruth Hammel, eine Urlauberin aus Düsseldorf verblüfft. Sie sah zur Mittagszeit lediglich 16 Böcke durch den Ort marschieren. Das Spektakel „hab’ ich mir irgendwie größer vorgestellt“, sagte sie schmunzelnd. Gut zehn Minuten dauerte es, bis schließlich die langersehnte Herde von über 190 Ziegen folgte. Das haben allerdings einige Gäste gar nicht mehr mitbekommen, sie waren schon zum Essen in den umliegenden Wirtshäusern eingekehrt.

Dabei hatte es einen guten Grund für die Abfolge. „Wir haben die Böcke vor den Ziegen gehen lassen, weil es zu viele waren“, erklärte Christian Neuner („Hackl“), der Vorsitzende der Ziegenhalter. Im kommenden Jahr wollen diese groß auf die Plakate schreiben, dass die Böcke die Vorhut bilden und dann schließlich der Tross ins Tal geführt wird. Trotz dieses kleinen Missverständnisses und des Regenwetters war die Anzahl an Zuschauern überwältigend. „Wir sind sehr zufrieden“, sagte Neuner.

Er hielt eine Geiß am Halsband, gleich durfte er sie zur Prämierung führen. „Korbn Hansi“, schrie ein Goaßerer am Zaun, der die 190 Tiere am Dekan-Karl-Platz in Zaum hielt. „Do“, plärrte Hans Rieger („Korb“) zurück. Die Ausrufe galten den Ziegenbesitzern. Sie konnten jetzt ihr Tier mit nach Hause nehmen. Zuvor waren die Ziegen über Wochen hinweg an der Scheibenalm am Ferchensee beim Weiden gewesen.

Der Sommer verlief prächtig für die Ziegenhalter. Lediglich ein Tier sei gestorben“, berichtete Neuner. Es handelte sich dabei allerdings um ein krankes.

Bei der Prämierung wurden von der fachkundigen Jury Christian Grobl, Vitus Brugger, Harti und Anni Mair die Ziegen begutachtet. Mit dem Kennerblick inspizierten sie die Tiere, achteten auf das Fundament, also die Klauen und die Beine, auf die äußere Erscheinung sowie auf die Rasse. Gewonnen hat heuer Markus Seitz („Biffale“) mit seinem Muttertier.

Almabtrieb der Ziegen: Das sind die besten Bilder aus Mittenwald

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