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Völlig überrascht zeigt sich OK-Chef Klaus Esper von den erneuten Schmierereien am Ehrenmal. 

Täter? Unbekannt!

Wer hat das Ehrenmal beschmiert? Polizei noch ohne heiße Spur

In Mittenwald rätselt man weiter, wer das Ehrenmal auf dem Hohen Brendten beschmiert hat. Den oder die Täter zu ermitteln, wird ein diffiziles Unterfangen. Viel Hoffnung macht die Polizei jedenfalls nicht.

Mittenwald – „Mittenwald gleich Nazikaff“ – solche Vergleiche schmerzen nicht nur den Einheimischen. Eines haben der oder die Täter geschafft: Mit ihren gezielten Provokationen haben sie für Gesprächsstoff und Schlagzeilen gesorgt. Leidtragender ist der Kameradenkreis der Gebirgstruppe, dessenEhrenmal auf dem Hohen Brendten zum wiederholten Mal Ziel eines feigen Anschlags wurde.

Das Überraschungsmoment haben die bislang großen Unbekannten auf alle Fälle auf ihrer Seite. „Das kann doch nicht sein, es sind doch noch fünf Monate bis zur Brendtenfeier“, entfuhr es beispielsweise Klaus Esper, dem Vorsitzenden der untergeordneten Ortskameradschaft Mittenwald, die sich um die Pflege des Monuments seit jeher kümmert. Am 9. Dezember hatten sich die OK-Mitglieder dort oben im Rahmen ihrer Weihnachtsfeier noch versammelt. Nichts deutete daraufhin, dass vier Wochen später die beiden Stelen und der vorgelagerte Granitblock mit einschlägigen Parolen beschmiert werden. Doch Entsetzen und Wut helfen der OK jetzt auch nicht weiter, findet Esper. „Wir müssen abwarten, was die Polizei sagt.“

Zum aktuellen Zeitpunkt nicht viel. Ein Ermittlungserfolg – „das wird schwer werden“, schwant Stefan Sonntag, Pressesprecher des Polizei-Präsidiums Oberbayern Süd. Zu dünn ist offenbar die Spurenlage, mit der die Kripo-Beamten des Staatsschutzes nun arbeiten müssen.

Polizeichef empfiehlt Überwachungskamera

Ein Bekenner-Video wie 2009, von einer anonymen Person namens „Pinky“ aufgenommen, gibt es im jüngsten Fall nicht. „Nirgendwo im Netz kann man was rauslesen“, bestätigt auch OK-Chef Esper. Polizeisprecher Sonntag ordnet die Schmierereien, die vermutlich zwischen 6. und 9. Januar verübt wurden, am Ehrenmal „ganz klar“ der links-autonomen Szene zu. Denn die Parolen („Kein Vergeben, kein Vergessen“) sprechen eine in Mittenwald bekannte Sprache.

Konkret geht es bei der Ehrenmal-Schändung um das Delikt „gemeinschädliche Sachbeschädigung“ – Täter? unbekannt! Unabhängig davon ob dieser jemals gefasst wird, könnte die Reinigung der Stelen laut Sonntag wegen der „hartnäckigen Farbe“ zeitintensiv werden. Eine Einschätzung, die Esper so nicht teilt: „Ich glaube, das wird nicht so heftig werden.“ Denn ihm zufolge ist aufgrund der leidvollen Erfahrungen das Ehrenmal inzwischen mit einer Spezialschicht überzogen worden.

Doch dieser Belag schützt nicht vor weiteren Anschlägen. Mittenwalds Polizeichef Thomas Holzer empfiehlt der Ortskameradschaft daher, die Anschaffung einer Überwachungskamera zu erwägen. Eine Idee, die sich nach den lila Schmierereien geradezu aufdrängt.

Christof Schnürer

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