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Pisten mit Panoramablick: Das Skigebiet am Kranzberg lockte heuer zahlreiche Gäste an, die bisher in den großen Wintersport-Orten Station machen.

Wenn sogar der Österreicher schwärmt

Wintersaison im Kranzberg-Skigebiet endet: Liftbetreiber zieht Bilanz

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Klaus Wurmer liebt Schnee. Noch mehr liebt er viel Schnee. Als Liftbetreiber im Skigebiet am Kranzberg ist das sein berufliches (Über-)Lebenselixier. In dieser Wintersaison kann der Mittenwalder nicht klagen. Er zieht ein positives Fazit.

Mittenwald – Es war ein Knochenjob für die Einsatzkräfte. Während des Katastrophenfalls im Januar mussten sie zahlreiche Dächer von den Schneemassen befreien. Auch die Bauhofmitarbeiter kamen kaum noch nach, die Straßen und Wege freizuräumen. Während ihnen diese Tage an die Substanz gingen, jubelte ein anderer: Klaus Wurmer. Der Betreiber des Skilifts am Kranzberg und sein Team schufteten enorm, aber gerne. „Ich schaufel den Schnee lieber raus statt rein.“ Denn das spricht für einen guten Winter. Für Skigebiete in niedrigeren Lagen, die immer mehr ums Überleben kämpfen müssen, ist das von existenzieller Bedeutung.

Diesen Drahtseilakt kennt Wurmer. „Hätten wir nur solche Winter wie vorletztes Jahr“, sagt der Mittenwalder, „muss man als Privatperson aufhören.“ Umso glücklicher und vor allem erleichterter ist der Vorsitzende des örtlichen Skiclubs, dass diese Saison zufriedenstellend verlaufen ist. Sie „hat uns gut getan.“ Die Bilanz „schaut super aus“, sagt Wurmer. Zahlen nennt er nicht. Wegen der schlechten Erfahrungen. „Es gibt Leut’, die zählen am Parkplatz die Autos und rechnen einem dann vor, wie viel man eingenommen haben müsste.“ Dass aber auch Tourenskigeher dort ihre Fahrzeuge abstellen, das würden sie nicht bedenken. Nur soviel verrät er: Mit einem solch guten Winter könne man einen schlechten kompensieren und im Idealfall Rücklagen bilden. Dann sei es auch möglich, mehr zu investieren.

Mit guten Pisten und Freundlichkeit glänzen

Viel Schnee bedeutet nicht nur steigende Einnahmen, sondern auch höhere Ausgaben. Mehr Kosten für Strom, Diesel und die Arbeitskräfte schlagen zu Buche. Pro Tag hatte Wurmer zehn bis zwölf Mitarbeiter im Einsatz.

Der Liftbetreiber profitierte diesmal vor allem davon, dass andere Wintersportgebiete ob der traumhaften Bedingungen überlaufen gewesen sind. Die Brettl-Fans wichen aus, entdeckten das „gschmachige Skigebiet“ am Kranzberg, wie es Wurmer bezeichnet, weil es unter anderem keine zu langen Wartezeiten an den Liften gibt. „Viele haben uns gar nicht gekannt“, sagt er. Sogar Gäste aus Innsbruck reisten an, die sonst eher in Seefeld ihre Skier anschnallen. „Wegen der Preise und Pisten“, meint Wurmer. Letztere seien immer griffig und hart gewesen.

Der Isartaler kennt sich aus in der Branche, weiß, dass er und sein Team angesichts der Konkurrenz nur mit guten Pisten und Freundlichkeit glänzen können. „Wir sind ja nicht Ehrwald.“ Lob haben er und seine Mannschaft bekommen. Von einer Person aus Österreich, der Skisportnation. Das macht Wurmer stolz. „Da bin ich gleich ein bisschen größer geworden“, sagt er und lacht.

Wenige Unfälle 

Besonders freut er sich aber über die „brutal wenigen“ Unfälle. Dass etwas Schlimmeres passiert, sei immer seine größte Befürchtung. Selbst die Skiwacht habe ihm bestätigt, dass sich in dieser Saison die Zwischenfälle doch sehr in Grenzen gehalten haben. Wurmer führt’s natürlich auch auf den „coolen Schnee“ und die „gute Präparation“ zurück. Ein bisschen Selbstvermarktung gehört dazu.

So schnell gibt Wurmer ohnehin nicht klein bei. Den Familienbetrieb, den vor ihm sein Vater führte, will er erhalten. 10 bis 15, vielleicht sogar 20 Jahre, glaubt er, „können wir ihn noch betreiben“. Mit seinem Sohn, einem Seilbahntechniker, als Nachfolger. Zukunftsmusik. Jetzt steht erst einmal das Saison-Ende am kommenden Sonntag an. Am Wochenende finden noch Clubmeisterschaften statt. Dann werden die Schneekanonen runtergefahren. Anschließend, sagt Wurmer, kann er ein paar Tage daheim verbringen.

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