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Etat 2016

Mittenwald plündert sein "Sparbuch"

Mittenwald - Investitionen in 29 größere Projekte geplant. Es gibt aber auch Diskussionen um mehr Sparwillen für die Zukunft.

Jeder einzelne Posten: mindestens fünfstellig. Die Liste: lang. Eine Vielzahl von Investitionen plant die Gemeinde Mittenwald in diesem Jahr – 29 an der Zahl. Die dazu notwendigen Millionen Euro muss die Kommune von ihrem „Sparbuch“ nehmen, die Rücklagen werden großzügig geplündert. Außerdem ist ein neuer Kredit über 800 000 Euro notwendig. Angesichts dessen forderten die Freien Wähler, in „Zukunft mehr zu sparen“. Ein Appell, mit dem Georg Seitz aber auf wenig Gegenliebe traf. Mit den Vorschlägen, dass man zum Beispiel mit der Planung einer neuen Turnhalle genauso warten könnte wie mit dem weiteren Umbau des Rathauses, stand die Fraktion allein da. Sie sprach sie zwar gegen den Finanzplan für die nächsten Jahre und weitere Kreditaufnahmen aus, schloss sich bei der Verabschiedung des aktuellen Etats aber der Mehrheit an: Der Beschluss fiel zur Freude von Bürgermeister Adolf Hornsteiner (CSU) einstimmig aus. „Das ist ein sehr solider Haushalt“, sagte der Rathaus-Chef. „Wir sind gut aufgestellt. Auch wenn manche Wünsche nicht darstellbar sind.“ Über die Liste der Investitionen dürften sich jedoch viele Bürger freuen, weil sie verschiedenste Gesellschaftsschichten betrifft. Zum Beispiel soll die Tourist-Info für 104 500 Euro modernisiert werden. Für das Geigenbaumuseum ist ein Erweiterungsbau für 180 000 Euro geplant, für die Sanierung des Gerätehauses der Feuerwehr sind es 56 000 Euro. Und 50 000 Euro werden für die Planung eines neuen Schwimmbades bereitgestellt. Über Beträge, die für die Zukunft der Karwendelbahn gebraucht werden könnten, wurde in der Runde nicht gesprochen. Dass er viel Fortschritt im Ort sieht, sagte CSU-Vertreter Michael Altmann. Und er muss nach zwei Jahren im Gremium betonen, „wie schwierig es ist, die Gemeinde auf Kurs zu halten“. Manche Projekte sind nach Ansicht von Klaus Zwerger von der Bürgervereinigung nun einmal notwendig. „Weil sie zur Sicherheit der Bürger sind“, sagte er mit Blick auf den Hochwasserschutz am Lainbach, der mit zwei Millionen Euro den größten Posten ausmacht. Zwerger würde sich aber wünschen, dass künftig mehr Geld in die Barrierefreiheit investiert werde. Mit einem Herzensanliegen wandte sich auch Enrico Corongiu an den Bürgermeister: Der SPD-Gemeinderat und Vater würde gern die Spielplätze im Ort auf Vordermann bringen. Ein Vorschlag, der positiv aufgenommen wurde. Für Diskussionen sorgte jedoch die Ermahnung seines Fraktionskollegen Rudi Rauch, dass zu viele Beschlüsse hinter geschlossenen Türen getroffen werden. „Wir sind Gemeinde- und nicht Geheimräte.“ Es zeigte sich, dass er ein hausgemachtes Problem angesprochen hat: Die Lokalpolitiker haben einst selbst in ihrer Geschäftsordnung festgelegt, dass beratende Ausschüsse nicht-öffentlich tagen.

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