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Max Grießer war eine bayerische Schauspielikone. Seine Frau kämpft derzeit um Schadensersatz von Aldi.

Sie leidet bis heute unter den Folgen

Palettenwagen bei Aldi verletzt Schauspieler-Witwe schwer - jetzt kämpft sie für Entschädigung

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Marianne Grießer, die Witwe des Schauspielers Max Grießer wurde vor drei Jahren bei Aldi von einem Palettenwagen angefahren. Noch heute leidet sie unter den Folgen. Doch der Discounter verweigert eine Entschädigung.

  • Marianne Grießer wurde bei Aldi von einem Palettenwagen verletzt.
  • Die Witwe des Schauspielers Max Grießer leidet bis heute unter den Folgen.
  • Jetzt kämpft sie für eine Entschädigung durch den Discounter.

Rosenheim/Mittenwald - Marianne Grießer hat Schmerzen. Der Lendenwirbelbereich macht ihr nicht nur in der Nacht zu schaffen, wenn sie liegt. Ohne Schmerzmittel kann sie nicht mehr schlafen. Treppen steigen oder einfach nur eine Einkaufstasche tragen sind zur täglichen Herausforderung mutiert. Auf eine Leiter zu steigen um Fenster zu putzen ist unmöglich geworden.

Frau Grießer durchlebt fast täglich die Hölle. sie ist die Witwe des Volksschauspielers Max Grießer, mit dem sie zehn Jahre in Mittenwald lebte, wo sie auch noch heute häufig alte Freunde besucht. Derweil begann alles mit einem harmlosen Einkauf in der Aldi-Filiale in der Rosenheimer Grubholzstraße am Mittwoch, 23. März 2016. Es war kurz vor Ostern. Sie stand vor dem Kühlregal und wollte nach einer Milchpackung greifen. Plötzlich schoss ein Palettenwagen von der rechten Seite heran. Der Fahrer konnte wegen dem nassen Boden nicht mehr bremsen, wie er danach sagen sollte. Er erfasste Grießer, die auf eine der leeren Paletten stürzte. Selbständig aufstehen ging nicht mehr. 

Aldi-Palette verletzt Schauspieler-Witwe schwer - es gibt keine Entschädigung

Nach einigen Minuten des Schocks half ihr der Unfallverursacher und eine Kundin. Die Witwe hatte nur noch einen Gedanken: das Geschäft so schnell wie möglich zu verlassen. Am Steuer ihres Autos bemerkte sie, wie unsicher sie war – der Schock. Sie kehrte sofort zum Parkplatz zurück, rief ihre Freundin an. Deren Mann ging ans Telefon. „Er sagte mir, ich müsse auf jeden Fall eine Unfallmeldung bei Aldi machen.“ 

Am Unfallort zurückgekehrt, standen dort der Geschäftsführer und noch zwei weitere Personen. Eine Angestellte nahm die Unfallmeldung auf. Sie fuhr dann zu Ihrem Sohn nach Söll in Tirol, um gemeinsam Ostern zu verbringen. Die Fahrt war durch den erlittenen Schock „sehr anstrengend. „Ich war so geschwächt, dass ich den ganzen Nachmittag geschlafen habe“, erklärt sie.

Marianne Grießer bei Aldi schwer verletzt - Verletzungen der Wirbelsäule

Marianne Grießer, hier auf einem alten Foto mit ihrem Mann Max und Sohn Florian.

Am nächsten Tag, es war Gründonnerstag, und auch die weiteren Tage über Ostern konnte sie keine Hausarbeit machen. Auch an ihre Aufgaben im Büro war nicht zu denken. Nur starke Schmerzmittel konnten helfen. Der gesamte Rücken, die rechte Hüfte und Beckenseite, das Knie, der linke Innenknöchel, der rechte Außenknöchel – die Liste der schmerzenden Gliedmaßen war lang. Zahllose Tabletten am Tag linderten das Leid nur wenig. Die erste Kernspintomographie zeigte keine Wirbelfraktur.

Da die Schmerzen dennoch nicht nachlassen wollten, wurde Anfang Mai 2016 eine weitere Untersuchung veranlasst. Dann der Horrorbefund: durch den Sturz auf den Palettenwagen hat Grießer eine Kompressionsfraktur des 4. Lendenwirbels und multiple Prellungen im gesamten Rückenbereich, Hüfte, Becken, Knie und Knöchel erlitten. Am rechten Oberschenkel lagerte Flüssigkeit ein, die zu mehreren Schleimbeutelentzündungen führten. Selbst nach der operativen Versorgung des Lendenwirbels blieben Schmerzen und zahlreiche Einschränkungen.

Verletzungen durch Aldi-Palette - Discounter reagiert nicht auf Anfragen

Die private Krankenversicherung ARAG macht ihr seit nunmehr zwei Jahren Schwierigkeiten, sagt sie.“Sie bezahlt verschiedene Behandlungen beim Orthopäden nicht mehr.“ Sie habe nur Anspruch auf einmal 25 Minuten Physiotherapie pro Woche sowie eine gleich lange manuelle Therapie im Monat. Alle weiteren Termine muss sie selbst bezahlen, was sie nicht nur finanziell belastet, sondern die Auseinandersetzung mit der privaten Krankenversicherung auch „nervenaufreibend und zeitaufwendig“ macht.

Jetzt kämpft Grießer um Gerechtigkeit, will angemessenes Schmerzensgeld sowie eine Aufwandentschädigung für Fahrten zum Arzt und zu den zahllosen Therapien. Nach langem hin und her wollte ihr Aldi (Zurich Versicherung) 10 000 Euro zahlen. Sie fordert eine Ausgleichszahlung von 13 260 Euro, um all die Kosten, die für sie angefallen sind, auszugleichen. Die Antwort von Aldi steht nach wie vor aus.

Auch die Eichenauerin Emilie H. (75) leidet unter starken Schmerzen: Bei einem Einkauf bei Aldi ist sie gestürzt und hat sich die Schulter gebrochen. Und auch ein kleines Kind leidet dank eines Aldi-Produkts unter Schmerzen: Der Junge schnitt sich an einer Flasche, die bei dem Discounter verkauft wurde, berichtet Merkur.de*.

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

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