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Wie gefährlich ist der Karwendel-Bär? Warnung an Wanderer, doch Behörde bleibt gelassen

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Von: Johannes Welte

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Dieses Bild eines Braunbären wurde wenige Tage vor dem Schafsriss bei Scharnitz aufgenommen.
Wildkamera Bär Scharnitz.jpg © privat

Wie gefährlich ist der Bär, der vorige Woche an der bayerisch-österreichischen Grenze bei Scharnitz 15 Schafe gerissen hat? Der zuständige Förster warnt vor den Gefahren für Wanderer. Die Behörden geben vorerst Entwarnung.

Mittenwald - Der Bär hatte die Schafe an der Bäralp bei Scharnitz gerissen - ein Sattel, auf den der von Mittenwald kommende Gjaidsteig führt - ein beliebter Wanderweg. Auf der anderen Seite liegt das Tiroler Karwendeltal, das vor allem von Mountainbikern gerne frequentiert wird.

Bär im Karwendel unterwegs? Revierförster warnt Wanderer

Der Revierförster Gregor Pimingsdorfer, der am Mittwoch das erste tote Schaf entdeckt hatte, rät laut Tiroler Tageszeitung der Bevölkerung, das Gebiet vorerst zu meiden und sich nicht im Karwendeltal zu bewegen. Bei der Tiroler Landesregierung gibt man allerdings erst einmal Entwarnung, zumindest was Ausflügler betrifft: „Es handelt sich wahrscheinlich um ein männliches Tier, das gewöhnlich den Menschen meidet“, so Christa Entstrasser-Müller, Sprecherin von Landeshauptmannstellvertreter Josef Geisler. Nur weibliche Bären seien dem Menschen gegenüber gefährlich, wenn sie Junge haben. Der Fachkommission in Tirol lägen derzeit keine neuen Meldungen über Risse in der Region vor.

Dir Frage ist nun: Ist der Bär, der in Scharnitz die Schafe gerissen hat, derselbe, der nahe Ohlstadt und Mittenwald in Fotofallen getappt ist? Und was hat es mit dem Bären auf sich, der schon 2019 in der Region Plansee/Graswangtal westlich von Garmisch-Partenkirchen und bei Murnau identifiziert wurde? Bei jenem handelte es sich Genanalysen zufolge um ein männliches Tier. „Wir gehen davon, dass es sich um das gleiche Tier wie in Scharnitz handelt“, so Entstrasser.

Zwei verschiedene Bären? Experte äußert sich

Josef Glatz, Vorsitzender des Almwirtschaftlichen Vereins Oberbayern, ist anderer Meinung: „Ich denke, das sind zwei verschiedene Bären.“ Der Bär, der 2019 bis 2021 mehrfach in der Region Plansee/Murnau aufgetaucht ist, sei immer noch im Westen des Landkreises Garmisch-Partenkirchen unterwegs. „Die letzte Sichtung dort gab es vor zwei Wochen in Griesen.“ Das liegt zwischen Garmisch und Ehrwald, kurz vor der Tiroler Grenze, etwa 40 Kilometer von der Bäralp entfernt. „Dieser Bär hat bislang keine Probleme gemacht, er hat keine Tiere gerissen.“ Er habe nur vom Kadaver eines abgestürzten Hirschen gefressen. Während die Almbauern in Scharnitz alle Schafe abgetrieben haben und keine Rinder auf die Gebirgsweiden treiben wollen, sieht es Glatz darum das Bärenthema noch gelassen: „Bei uns werden die Rinder aufgetrieben, die Schafe sind ja schon oben.“

Die Almhirten seien allerdings in Habachtstellung. Denn eines ist klar: „Wenn der Bär von Scharnitz wieder zuschlagen sollte, wird sich eine Diskussion über den Abschuss nicht vermeiden lassen“, so Hans Stöckl, Geschäftsführer des Almwirtschaftlichen Vereins.

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