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Geräuschlos: (v.l.) Bürgermeister Adolf Hornsteiner, Jochen Neuner und Klaus Zwerger beobachten, wie der Zug ohne Signal den Bahnübergang passiert

Grundstücksbesitzer muss um Erlaubnis gefragt werden

Bahnübergang am Mühlenweg: Kompromiss rettet Freudentag

Mittenwald - So war das nicht geplant: Bei der Inbetriebnahme der Schrankenanlage am Bahnübergang am Mühlenweg gab es Probleme. Aber nicht technischer Natur. 

Es sollte das Ende einer langwierigen Sache werden. Pünktlich um 11.30 Uhr versammelten sich Bürgermeister Adolf Hornsteiner (CSU), Tiefbauingenieur Jochen Neuner, die Gemeinderäte Rudi Rauch (SPD) und Klaus Zwerger (Bürgervereinigung) am Bahnübergang am Mühlenweg. Mit einer neuen Schrankenanlage soll künftig das Pfeiffdrama behoben werden. „Trotz Abstimmungsproblemen soll der Übergang heute frei gegeben werden“, sagte der Rathauschef. Voller Euphorie sprach er zugleich noch ein Lob an Thomas Engels, Leiter der DB Netz Süd, aus, der „mit uns so konstruktiv zusammen gearbeitet hat“. Doch seine Freude wurde getrübt. Es traten Komplikationen auf.

Nachdem ein Regionalzug bei rotem Blinklicht und geschlossenen Halbschranken vorbeigefahren war, wurden die Sperrzäune zum Erstaunen aller nicht entfernt. „Das linke Andreaskreuz müsste gemäß den Richtlinien drei Meter weiter vorne stehen“, bemängelte Hermann Daser vom Eisenbahn-Bundesamt, „so kann ich die Anlage nicht freigeben.“ Verwunderung bei Mike Donner von der Bahn AG. „Der Übergang wurde wie geplant gebaut, jetzt gibt es widersprüchliche Meinungen über geänderte Richtlinien“, sagte er. Diesen zufolge muss bei gesicherten Übergängen das linke Kreuz parallel zu dem auf der rechten Fahrbahnseite platzierte stehen.

Und jetzt? Sägewerksbesitzer Josef Hornsteiner, auf dessen Gelände der neue Standort liegt, wurde herangeholt und um um sein Okay zur Aufstellung des Warnkreuzes gebeten. Der hatte wenig für den Plan übrig. „Wenn das Zeichen dort steht, werden meine Holzarbeiten behindert und bei Beschädigung habe ich den Schwarzen Peter.“ Auf Vermittlung des Bürgermeisters einigten sich die Bahnvertreter mit dem Betroffenen auf einen Kompromiss. Die Bahn versprach bei Beschädigungen die Reparaturzahlungen für Hornsteiner – auf dessen Grundstück auch das Trafohaus der Schrankenanlage gebaut wurde – zu leisten und über einen neuen Standort für das Andreaskreuz zu verhandeln.

Schließlich durfte noch vor Ort ein Loch ausgebuddelt und das Warnzeichen aufgestellt werden. Nachdem die Barrieren entfernt waren, rollte um 12.45 Uhr der Regionalzug fast geräuschlos über den Übergang. Das stimmte den Bürgermeister wieder glücklich. „In diesem Projekt steckt soviel Herzblut. Ich bin froh und stolz, dass dieser Übergang endlich offen ist.“

Wolfgang Kunz

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