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Immer einsatzbereit sind die Bergwachtmänner – wie hier bei einer Übung im Riedboden.

Bergwacht Mittenwald zieht Bilanz

Unbelehrbarer Münchner muss gleich zweimal gerettet werden

Mittenwald - Die Mittenwalder Bergwacht hatte nicht nur wegen des G7-Gipfels viel zu tun. Einen Unbelehrbaren musste sie im Sommer 2015 gleich zweimal in Folge retten.

Heinz Pfeffer und Matthias Wurmer stehen an der Bergwacht-Hütte am Wildensee und stapeln Holzscheit für Holzscheit. Langsam aber sicher geht die Wintersaison ihrem Ende entgegen. „Die Piste ist noch gut zu befahren“, stellt Bereitschaftsleiter Pfeffer mit Blick hinüber zum Wildensee fest. Am kommenden Wochenende erwarten er und seine Helfer wieder mehrere hundert Besucher am Kranzberg zu Beginn der Osterferien-Zeit.

Aufgrund des bisher recht bescheidenen Winters war die Anzahl der Einsätze für die Mittenwalder Bergwacht „überschaubar“. „Rund 40 Mal mussten wir ausrücken“, teilt Pfeffer mit. Normalerweise wäre es die dreifache Menge. „Aber es zeichnet ein gutes Skigebiet aus, wenn die Unfallrate gering ist“, verdeutlicht Wurmer. Gut präparierte Pisten sind mitunter ein Indiz dafür, dass nur wenige Unfälle bisher geschahen.

Das war im Sommer anders: Insgesamt 105 Mal mussten die Bergwacht-Männer ausrücken. Drei Tote waren zu beklagen. „Zwei Bergsteiger stürzten in die Tiefe und eine Suchaktion mit Totenbergung musste absolviert werden“, berichtet Pfeffer bedauernd.

Vergangenes Jahr hatte die Bereitschaft einen ganz besonders hartnäckigen Fall. Ein Münchner Bergsteiger versuchte im Frühjahr 2015 eine Tour im Tiefkar. Diese missglückte aber. Mit schweren Verletzungen musste er mit dem Hubschrauber in die Klinik geflogen werden. Aber nur fünf Monate später gab es für die Bergretter ein erneutes Aufeinandertreffen mit ein und dem selben Mann. „Diesmal probierte er, mit Jeans und leichten Schuhen in der Nähe der Linderspitze zu klettern“, beschreibt Pfeffer die Situation. Ihm ist klar: „Hätte er nur einmal versuchen wollen, jemandem die Hand zu schütteln, wäre er hunderte Meter abgestürzt.“ So knapp soll’s gewesen sein. Doch von Reue, Einsicht oder einfach nur Dankbarkeit war laut Pfeffer keine Spur nach der erfolgreichen Rettung. „Er meinte, der Alpenverein würde das sowieso bezahlen.“ Dass die Bergwacht-Männer und die Hubschrauber-Besatzung das Leben für ihn riskierten, war offenbar nur Nebensache.

Doch glücklicherweise sind solche „Unbelehrbaren“ die „absolute Ausnahme“, wie der Bereitschaftsleiter zufrieden bestätigt. Denn dass jemand – auch unverschuldet – in Bergnot gerät, passiert einfach im alpinen Gelände. Stress bedeutet das aber allemal für die Bergretter. „In einer Woche im August hatten wir gleich 17 langwierige Einsätze.“ Viel Zeit zum Ausruhen bleibt da nicht. Oftmals „nur drei bis vier Stunden“.

Deshalb kann er nicht oft genug betonen, wie wichtig die Zusammenarbeit der einheimischen Firmen mit der Bergwacht ist. Denn diese müssen sehr tolerant sein, um ihre Angestellten für mehrere Stunden täglich aus der Arbeit entbinden zu können, damit diese ehrenamtlich Leben retten.

Das Großereignis G7-Gipfel im vergangenen Jahr ging für die Bergwacht recht unspektakulär über die Bühne. „Wir hatten drei kleinere Einsätze“, sagt Pfeffer. Zudem versorgte sie die rund 35 Demonstranten, die von Mittenwald aus Richtung Sicherheitszaun um das Schlosshotel Elmau bei brütender Hitze unterwegs waren, mit Wasser.Josef Hornsteiner

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