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Begehrt: Forellen aus den Isartaler Gewässern.

Kampf gegen organisierte Schwarzfischer-Banden

Auf der Jagd nach Fischwilderern

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Oberes Isartal - Schwarzfischerei in den Isartaler Gewässern ist kein neues Phänomen. Doch mittlerweile wird sie in großem Stil betrieben – von osteuropäischen Gruppen.

Immer wieder ertappt er sie auf frischer Tat. Menschen, die mit Vergnügen große Steine in die Finz-Klamm bei Krün werfen, um damit Fische zu treffen. Und die Tiere damit oftmals töten. „Da geht mir der Hut hoch“, sagt ein ehrenamtlicher Fischereiaufseher. Er verweist die Tierquäler des Platzes. Das würde er auch gerne mit einigen Schwarzfischern, die in den Isartaler Gewässern ihr Unwesen treiben. Doch sie gehen ihm nicht ins Netz.

Sichtbar ist nur der Schaden, den sie hinterlassen. Zwischen 300 bis 500 Euro im Schnitt, sagt der Aufseher. Er will anonym bleiben. Aus Vorsicht. Ebenfalls will er die Problemstellen nicht verraten. Denn er hofft immer noch, diesen Gruppierungen aus dem osteuropäischen Raum, die mit vier bis fünf Leuten aufschlagen, das Handwerk legen zu können.

„Ich bin zornig“, sagt er. Der Aufseher möchte grundsätzlich mit Schwarzfischern nicht hart ins Gericht gehen. Wenn schon, dann sollte man es wenigstens mit Stil machen und nicht „dumm und primitiv“. Jugendliche zum Beispiel nimmt er unter seine Fittiche, um ihnen den richtigen Umgang mit den Tieren zu lernen. „Es ist wichtig, mit der Kreatur fair umzugehen.“ Die Banden allerdings nutzen die „fiesesten Mittel“. Damit spielt er auf die Köder an, die die Gruppen mit Duftstoffen bestücken, um die Fische in großer Zahl anzulocken. Das Ergebnis: Sie „pumpen so alles leer“. Besonders grauenhaft ist für ihn die Vorstellung, wie die Fische sterben. „Die bringen die nicht vor Ort um“, betont der Aufseher, „sondern sie kommen in Tiefkühltruhen rein und verrecken jämmerlich“.

Doch es ist schwer, die Gruppen zu erwischen. Sie sind mit allen Wassern gewaschen, gehen organisiert vor und arbeiten mit Tricks. Der Fischliebhaber ging schon oft auf die Suche. Fast jeden Tag in der Früh patrouilliert er an den beliebten Gewässer-Stellen. Mittlerweile kennt er die systematische Vorgehensweise – vom besetzten Alarmposten und den versteckten Autos, die zum Abruf bereit stehen.

Bisher blieben seine Bemühungen ohne Erfolg. Obwohl er viel versucht. Er liest Spuren. Sogar im Tarnzanzug hat er sich schon auf die Lauer gelegt. Er ist der Sherlock Holmes der Schwarzfischerei. Einmal geriet er sogar mit einem der Übeltäter aneinander, als er ihn aufforderte, den Platz zu räumen. „Er ist mir an die Gurgel gegangen und hat mich gedrosselt“, erzählt er. Die Anzeige lief ins Leere. Aussage stand gegen Aussage. Der Aufseher weiß nur, dass er von einem Rumänen gepackt wurde.

Mit der Mittenwalder Polizei steht er in regem Kontakt. Wenn dem Kontrolleur etwas verdächtig erscheint, wendet er sich an die Beamten. „Wir kommen dann an den Ort“, sagt Thomas Rappensberger. Explizite Kontrollen gibt es aber nicht. Ebenso wenig liegen ihm Erkenntnisse zu osteuropäischen Gruppierungen vor. „Ich will aber nicht abtun, dass das sein kann“, betont der Stellvertretende Leiter der Mittenwalder Inspektion. Er schließt die organisierte Schwarzfischerei also nicht aus. Nur bisher handelte es sich stets um Einzeltäter. „Wenn da aber was laufen würde, reagieren wir mit Sonderprogrammen."

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