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Fürsorgliche Wirtin: Christl Veit.

80-Jähriger liegt hilflos am Boden

Wirtin und deren Tochter retten Stammgast das Leben

Mittenwald - Sie sind die Schutzengel vom "Stern": Wirtin Christl Veit und ihre Tochter machten sich Sorgen um einen treuen Kunden. Sie alarmierten die Polizei. Zum Glück.

Fürsorgliche Wirtin: Christl Veit.

Der Platz war leer. Einen Tag, zwei Tage, drei Tage. Immer der gleiche. Denn eigentlich ist der Platz im Mittenwalder Gasthof Stern so etwas wie reserviert. Für einen von Chefin Christl Veits Stammgäste, einen 80-jährigen Einheimischen. „Er kommt immer zwischen 18.30 und 18.45 Uhr“, sagt die Wirtin. Außer er besucht seinen Bruder in Murnau. Doch am vergangenen Sonntag verbrachte der Mann zum letzten Mal gemütliche Stunden in der Wirtschaft. Seither tauchte er nicht mehr auf – und Veit und ihre Tochter Petra Musch wurden misstrauisch. Sie suchten die private Nummer raus und riefen bei ihm zuhause an. Doch niemand hob den Hörer ab. „Wir haben uns Sorgen gemacht“, sagt Veit. Zurecht. Ihre Tochter alarmierte am Mittwoch die Polizei. Der Anruf rettete dem Mann das Leben.

Eine Streife machte sich daraufhin gegen 22.20 Uhr auf den Weg zu dessen Wohnung an der Gebirgspionierstraße. Es brannte Licht. Aber niemand öffnete die Tür. Erst beim Blick durch die Balkontüre entdeckten die Beamten den Rentner. Er lag hilflos am Boden. Die Polizisten fackelten nicht lange, schlugen die Scheibe ein und gelangten so in die Wohnung.

Veit weiß nicht, wie es ihrem Gast nun geht

Laut Angaben der Mittenwalder Inspektion war der Mann in kritischen Zustand und wurde vom BRK ins Klinikum nach Garmisch-Partenkirchen gebracht. Wie es ihm mittlerweile geht, weiß Veit nicht. Das erfahren nur die Angehörigen. Trotzdem hat die Polizei nach ihrem Einsatz bei ihr angerufen. „Sie hat sich für die Fürsorge bedankt“, erzählt die 56-Jährige. Denn es hätte nicht mehr viel Zeit verstreichen dürfen. „Sie haben ihn gerade noch lebend gefunden.“

Was passiert wäre, wenn sie und ihre Tochter nicht geschaltet hätten, will sich Veit gar nicht vorstellen. Für die Wirtin zählt nur, dass alles gut ausgegangen ist. „Im ersten Moment war ich erschrocken.“ Danach einfach nur froh, dass der Mann noch rechtzeitig gefunden wurde. Dass sie und Tochter Petra dem Alleinstehenden durch ihre Aufmerksamkeit das Leben gerettet haben, spielt für sie keine Rolle. Damit will sich die Stern-Chefin nicht rühmen. Sie betont: „Das ist nichts Besonderes, sondern sollte ganz normal sein.“ Wenn ältere Stammgäste längere Zeit ihrem Lokal fernbleiben, „gehe ich der Sache nach“.

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