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Großer Moment: Generalmajor Walter Spindler übergibt das neue Fahnenband.

Mittenwalder Gebirgsjäger erleben zwei besondere Momente

Ein Vorzeige-Soldat und Pionier geht

Mittenwald - Mit der Fahnenübergabe an den Ausbildungsstützpunkt Gebirgs- und Winterkampf erhielt dieser die höchste Ehrung für einen Militärverband. Doch der Held an diesem Tag war ein anderer.

In ziviler Kleidung stand er vor der Truppe. Deutlich war die disziplinierte Haltung zu erkennen. Ein besonderer Moment: Zum letzten Mal trat Oberstabsfeldwebel Florian Bacher an. Gleich mehrfach nutzte Oberst Michael Rüdiger Warter, Standortältester und Leiter des neuen Ausbildungsstützpunktes Gebirgs- und Winterkampf, die Wörter „äußerst verdient“, um Bacher zu beschreiben.

Florian Bacher verlässt die Bundeswehr. 

Gut kann sich Warter an die erste Begegnung mit dem damals jungen Soldaten erinnern. Er absolvierte gerade einen Unteroffizierslehrgang nahe der Luttenseekaserne. Warter war Stationsausbilder im Nachbarhörsaal. Der hochgewachsene Bursche fiel dem heutigen Oberst sofort auf. „Er machte von Anfang an den Eindruck zu wissen, was er will. Nämlich entscheiden und führen.“ Für seine kurze militärische Laufbahn hielt Warter das für „ganz schön selbstbewusst“. Noch skeptisch, war der Ausbilder gespannt, wie Bacher „mit seiner Art durchkommen würde“. Heute weiß er: „Er ist durchgekommen – und wie.“

Am 1. April 1985 trat Bacher in die 2. Kompanie des Gebirgsjägerbataillons 233 in Mittenwald ein und durchlief die Ausbildung zum Gebirgsjäger. Schnell wurde aus dem Unteroffizier „eine exzellente Führungspersönlichkeit, die ihren Weg ging“, lobte Warter. Bacher wurde Gruppenführer, Zugführer eines Gebirgsjägerzuges und als Heeresbergführer auch Führer des Hochgebirgszuges des Bataillons 233. Als einer der ersten unter den Gebirgsjägern wurde Bacher 1993 nach Somalia geschickt. Drei weitere Einsätze in Afghanistan folgten. Zudem feierte er sportliche Erfolge, mehrfach wurde er Brigade- und Divionsmeister.

2012 an die Gebirgs- und Winterkampfschule versetzt, folgte die Qualifikation zum internationalen Rettungsspezialisten. Als „taktischer Fallschirmspringer Spezialkräfte“ des Standortes Mittenwald gehöre er „zu einem der besten in der Bundeswehr“. Zudem sei ihm der hohe Qualitätsstandard der Bergrettungsausbildung zu verdanken. Seine Verdienste brachten ihm das Ehrenkreuz der Bundeswehr ein.

Nun verlässt der Vorzeige-Soldat und Pionier vorzeitig auf eigenen Wunsch die Bundeswehr. Warter sieht in ihm das beste Beispiel dafür, welche Persönlichkeiten der Ausbildungsstützpunkt Gebirgs- und Winterkampf hervorbringen kann. Umso mehr freute es ihn, Bacher an jenem Tag die Dankesurkunde der Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen zu übergeben, an dem auch der Stützpunkt einen wichtigen Tag feierte.

Die ehemalige Gebirgs- und Winterkampfschule bekam die höchste Ehrung, die ein Militärverband in Deutschland erhalten kann: ein neues Fahnenband durch die Neuaufstellung zum „Ausbildungsstützpunkt Gebirgs- und Winterkampf“. Dieses übergab bei einem feierlichen Appell Generalmajor Walter Spindler, Kommandeur des übergeordneten Ausbildungskommandos in Leipzig.

Bachers Verdienste zeigten, wie wichtig es sei, „künftige Vorgesetzte früh, solide und umfassend auf ihre Führungsaufgaben vorzubereiten“, betonte Spindler. Er erinnerte an die Anfänge 1956 in der Luttenseekaserne. 1992 zog die Winterkampfschule in die Karwendel-Kaserne. Rund 2500 Soldaten nehmen jährlich an über 43 Lehrgangstypen teil.

Josef Hornsteiner

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