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Offizielle Übergabe der Standortverwaltung Mittenwald: (v. l.) Lutz Leide (BImA), Ministerialdirigentin Ulrike Hauröder-Strüning und Alois Zanker, Leiter des Bundeswehr-Dienstleistungszentrum Landsberg.

4,6 Hektar in bester Lage

Mittenwalder Standortverwaltung wechselt Besitzer

Mittenwald – Die Mittenwalder Standortverwaltung hat den Besitzer gewechselt. Die 4,6 Hektar große Liegenschaft wurde von der Bundeswehr an die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) übergeben. Die Marktgemeinde Mittenwald könnte das Areal kaufen. 

Als Ulrike Hauröder-Strüning den Karwendel erblickt, kommt sie ins Schwärmen. „Vor drei Wochen erst habe ich hier Urlaub gemacht“, erzählt sie freudestrahlend. Nun ist sie wieder im Geigenbauort, aber diesmal beruflich. Denn die Ministerialdirigentin und Unterabteilungsleiterin für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr (IUD) durfte feierlich die Standortverwaltung an die BImA übergeben. Dass ihre Rednerbühne auf den Karwendel zeigte, freute sie besonders. Denn im Vorfeld der Abgabe der Liegenschaft waren viele Herausforderungen zu meistern, „die durchaus mit dem fordernden Aufstieg auf einen Berg vergleichbar sind“.

„Den Gipfel vor Augen stellt man immer wieder fest, dass es erforderlich ist, eingetretene Pfade zu verlassen, um das Ziel zeitgerecht zu erreichen“, sagte die Bundeswehr-Vertreterin. Kurz vor dem Gipfelkreuz benötige man dann besonders viel Kraft und Unterstützung, „um die letzten Meter trittsicher zu bewältigen“. Diese Unterstützung hätte sie „gerne dem Markt Mittenwald entgegengebracht“. Das letzte Gespräch bezüglich der Übergabe fand im Juli 2015 statt. Zum Hintergrund: Die Bundeswehr benötigt das Gelände der Standortverwaltung nicht mehr, da dieser Bereich in den Mittenwalder Kasernen untergebracht ist.

Auf der Liegenschaft der Standortverwaltung Mittenwald ist jetzt nur noch die LH Bekleidungsgesellschaft mbH tätig, die noch bis 2020 eines der Gebäude teilweise nutzen wird. „Somit steht einer Überplanung dieser zentral in Mittenwald gelegenen Liegenschaft nichts mehr entgegen“, versichert Hauröder-Strüning. Mit einem „weinenden Auge“ gebe die Bundeswehr das Gelände her. Allerdings „bleibt Mittenwald weiterhin die Heimat für viele Soldaten und zivile Mitarbeiter der Bundeswehr“, erklärt sie mit Blick auf die beiden Kasernen im Ort.

Die BImA wird nun für das Gelände in Filet-Lage den Wert ermitteln, wie Jörg Musial von der Behörde erklärt. Dann liegt der Ball bei der Kommune. Der Marktgemeinderat muss über das Erstzugriffsrecht abstimmen. „Ein Vorkaufsrecht für uns“, erklärt Bürgermeister Adolf Hornsteiner (CSU). Mit positivem Beschluss würde der Startschuss für die Verhandlungen zwischen der BImA und der Marktgemeinde fallen. Doch Musial ließ in seiner Rede bereits durchblicken, dass es durchaus „Verbilligungsmöglichkeiten nach den entsprechenden Haushaltsvermerken“ gibt. „Das hört man doch gern“, freut sich der Rathaus-Chef. Hauröder-Strüning übergab dem Bürgermeister deshalb eine Rolle in Schwarz, Rot und Gold. „Darin ist ein Informationsschreiben zur Erstzugriffsoption und zu den Verbilligungsmöglichkeiten.“ Und wie lange werden die Verhandlungen dauern? „Da bereits eine enorme Vorarbeit geleistet wurde, gehen wir nur von wenigen Monaten aus“, sagt Musial. Die maximale Verhandlungsdauer ist auf zwei Jahre gesetzt. „Die werden wir aber nicht brauchen.“ Was die Marktgemeinde mit dem Grundstück machen wird, sollte es in ihren Besitz übergehen, ist noch unklar. „Das ist noch viel zu früh zu sagen“, kommentiert Hornsteiner. „Wir machen jetzt alles Schritt für Schritt.“

Josef Hornsteiner

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