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Patrick Berrendorf (r.) unterstreicht: „Am Ende fehlte uns schlicht die für ein solches Vorhaben nötige Zeit.“

Ex-Planer spricht über Hotel-Projekt

Berrendorf: „Ein Flop der Gemeinde“

Mittenwald - Lange Zeit hat Patrick Berrendorf in puncto Hotel-Projekt als Hoffnungsträger gegolten. Erstmals seit dem Ende der Kooperation mit dem Markt Mittenwald meldet er sich zu Wort.

Belastet es Sie, dass Sie die Erwartungen vieler Mittenwalder nicht erfüllen konnten?

Patrick Berrendorf: Wir sind enttäuscht. Leider räumte uns der Gemeinderat nicht die Möglichkeit ein, den durch den fehlerbehafteten Bebauungsplan der Gemeinde entstandenen Zeitverlust von insgesamt vier Jahren durch eine adäquate Verlängerung der Kaufoption zu kompensieren. Die Kaufoption wurde vor Einreichung der Klage eingeräumt, ihre Laufzeit jedoch nie an die veränderten Rahmenbedingungen angemessen angepasst. Am Ende fehlte uns schlicht die für ein solches Vorhaben nötige Zeit.

Können Sie die Entscheidung des Marktgemeinderats, die Zusammenarbeit mit Ihnen zu beenden, nachvollziehen?

Berrendorf: Nein. Eine solch irrationale und vor allem einseitige Entscheidung war nicht durch den aktuell wieder erreichten Projektstand begründet.

Wie viel Geld haben Sie in dieses Hotel-Projekt gesteckt?

Berrendorf: Eine hohe sechsstellige Summe wurde seitens der ID Projekt, ihrer Gesellschafter und Partner in diese Vorhaben investiert. Die aufgewendete Lebens- und Arbeitszeit ist hierbei im Übrigen noch nicht berücksichtigt.

Mit welchen Investoren beziehungsweise Betreibern standen Sie in den vergangenen sieben Jahren konkret in Verhandlungen? Und warum sind diese offensichtlich der Reihe nach abgesprungen?

Berrendorf: Vor Eingang der Normenkontrollklage standen wir in aussichtsreichen Verhandlungen mit einem Investor sowie einem Betreiber. Mit Eingang der Klage ließen die oben genannten nachvollziehbarerweise ob des ungewissen Ausgangs ihr Engagement ruhen. Mit Fortgang des Verfahrens erübrigte sich dies, da klar wurde, dass das Verfahren in keinem kalkulierbaren Zeit- und Kostenrahmen abgeschlossen werden würde. Nennung von Namen sind aus vertragsrechtlichen Gründen nicht möglich. Dennoch sind alle Beteiligten dem Gemeinderat bekannt. Nach dem Abschluss beziehungsweise dem Urteil nach Heilung des Bebauungsplans begannen wir von vorne. Wir haben erneut valide Betreiber- und Investorenverhandlungen geführt. Diese gestalteten sich eher schwierig. Sie waren stark belastet durch mangelnde Mitwirkungsbreitschaft der Gemeinde Mittenwald. Stichpunkte hierzu wären Nutzungskonditionen Veranstaltungssaal als Gemeindesaal, Schwimmbadneubau und alte Post. Wir haben den Eindruck, dass nach Abschluss des Normenkontrollverfahrens offenbar das Interesse der Gemeinde an der erfolgreichen Umsetzung dieses Projekts nicht mehr gegeben war.

Gemeinderäte berichteten übereinstimmend, dass Ihr letzter Auftritt im Rathaus sehr unverbindlich war, um es einmal vorsichtig zu formulieren. Haben Sie in dieser Sitzung oder schon im Vorfeld nicht die Zeichen der Zeit erkannt? Wussten Sie tatsächlich nicht, dass Sie nun Handfestes liefern müssen?

Berrendorf: Auf mehreren vorbereitenden Sitzungen haben wir im Vorfeld konkrete Fragen des potenziellen Betreibers gestellt. Diese betrafen die Punkte Schwimmbadneubau, Nutzung des Veranstaltungssaals als Gemeindesaal und die Alte-Post-Ruine. Wir haben hierzu keinerlei belastbare Antworten seitens der Gemeinde erhalten. Im Übrigen haben wir für den Fall einer Verlängerung beziehungsweise einer dem Zeitverlust angemessenen Erweiterung der Kaufoption einen Termin mit Vertretern des Betreibers in Berlin angeboten.

Was sind Ihre persönlichen Lehren aus diesem Hotel-Flop?

Berrendorf: Bedauerlicherweise ist dies ein Flop der Gemeinde Mittenwald. Ein offener Umgang, detaillierte Kommunikation und Information, vor allem die dauerhafte und aktive Einbindung der Politik in solche wirtschaftlichen Vorgänge sind scheinbar nicht förderlich.

Christof Schnürer

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