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Das Heizen mit Holz findet nicht nur Freunde.

Traditionelles Heizen in der Kritik

Dicke Luft: Krüner geißelt Holzöfen

Krün - Fernando Barkow (69) hat die Nase voll. Der Krüner beklagt sich über gesundheitliche Probleme. Den Grund hierfür sieht er im Verbrennen von Holz in Kaminen.

Schlafmangel, Augenschmerzen, Herz-Kreislauf-Probleme – all das plagt Fernando Barkow. Und der 69-Jährige glaubt, den Grund dafür zu kennen. Wenn der Diplom-Kaufmann in seiner Heimatgemeinde Krün spazieren geht und die rauchenden Kamine sieht, treibt es ihm die Zornesröte ins Gesicht. Wenn es nach ihm geht, würde kein einziger Schornstein mehr im Isartal qualmen.

„Das Prädikat Luftkurort hat Krün schon lange nicht mehr verdient“, zeigt sich Barkow überzeugt. Seiner Einschätzung nach dürfte diese Bezeichnung aus einer Zeit kommen, in der noch „alle Häuser mit Gasleitungen versorgt worden sind“. Denn laut Barkow, der in Spanien aufgewachsen ist, würde in Krün mittlerweile „jedes zweite Haus mit Holz oder holzähnlichen Produkten“ beheizt. Doch warum stößt ihm das so sauer auf? Wieso will Barkow den teils gefliesten und handgearbeiteten Kachelöfen den Gar ausmachen?

Für Barkow, der mit Vorträgen die Bevölkerung für dieses heikle Thema sensibilisieren möchte, liegt das Problem im Holz: „Ein Baum speichert sein Leben lang Kohlenstoffdioxid (CO2), und wenn er verbrannt wird, dann setzt er genau diese Menge wieder frei.“ Zudem würde neben Kohlenwasserstoff und Stickstoffoxiden auch Feinstaub in die Luft gelangen. „Das sind Staubpartikel, die kleiner als 2,5 Mikrometer sind, tief in die Lunge eindringen und daher als krebserregend gelten.“ Die Gefahr, dass „die Ruß-Teile das Erbgut verändern und zu schweren Entzündungsreaktionen führen“, ist ihm zufolge gleich wie bei Auto-Abgasen.

„Mir tun oft Schulkinder leid, wenn ich sie an den stark qualmenden Häusern vorbei gehen sehe und daran denken muss, dass sie eines Tages alle an Asthma leiden werden.“

Denn gerade das Isartal sei für ihn besonders ungünstig für Holzverheizung: „Wir haben hier oft Inversionswetterlagen und außerdem hohe Luftfeuchtigkeit durch Flüsse und Seen.“ Laut Barkow würde das in der Summe dazu beitragen, dass „die belastete Luft nicht abziehen kann“, sondern eher wie „eine Dunstglocke über dem Ort liegt“. Das Verantwortungsgefühl für die dramatische Umweltbelastung „ist wohl verloren gegangen“.

Besonders stoßen im Medienberichte und Werbekampagnen auf, in denen „das Heizen mit Feuern umweltverträglich“ dargestellt werde. „Denn die Umweltbilanz von Kaminöfen ist erschreckend.“

Das Bayerische Landesamt für Umwelt und Verbraucherschutz gab 2009 in seinem Emissionskataster bekannt, das Kleinfeuerungsanlagen 16 Prozent der Feinstaub-Emissionen im Freistaat zu verantworten haben. 57 Prozent würden nach wie vor am Verkehr liegen. Bei Stickstoffoxiden liegen Kleinfeuerungen bei rund elf Prozent, der Verkehr bei 70 Prozent. Josef Hornsteiner

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