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Hohe Auszeichnung: Hannes Ostler (r.), Vorsitzender des FC Mittenwald, ernannte 2004 Günter Kausch zum Ehrenvorstand.

Wird das Mittenwalder Isarauenstadion umbenannt?

Ein Denkmal für Günter Kausch

Mittenwald - Der 2015 im Alter von 80 Jahren verstorbene Günter Kausch war der Inbegriff des Mittenwalder Fußballsports. Jetzt soll ihm mit der Umbenennung des Isarauenstadions in Günter-Kausch-Stadion ein Denkmal gesetzt werden.

Da der FC Mittenwald (FCM) nicht Eigentümer des Sportplatzes am Eisstadion ist, schickte der Verein bereits Ende 2015 einen Antrag an die Marktgemeinde. Mit der darin vorgeschlagenen Umbenennung der Anlage in Günter-Kausch-Stadion beschäftigen sich die Gemeinderäte in ihrer Sitzung am kommenden Dienstag, 19. April. „Wenn wir nach dem G7-Gipfel schon einen neuen Rasenplatz bekommen, dann könnte der Platz bei der Neueinweihung in Würdigung unseres Ehrenvorsitzenden auch auf seinen Namen umgetauft werden“, begründet Clubchef Hannes Ostler diese Idee des Vorstands. Kausch war über 50 Jahre lang als Funktionär beim FC Mittenwald tätig.

Ostler hat auch dessen Familie kontaktiert. „Seine Frau Lucia, Sohn Stefan und Tochter Brigitte Gilg haben uns versichert, dass sie sich über diese Ehre besonders freuen würden.“ Der Vorsitzende glaubt, dass der Antrag positiv beschieden wird. „In Mittenwald hat fast jeder unter ihm Fußball gespielt“, erklärt Ostler – wie er selbst als Schüler und Jugendlicher. „Sein weinroter BMW war bei Auswärtsspielen oft unser Mannschaftstransportfahrzeug. Wenn nicht genügend Eltern mitgefahren sind, hat er oft mehr als die erlaubten Mitfahrer einsteigen lassen, damit wir wenigstens mit elf Spielern antreten konnten.“

Mitglied beim FC Mittenwald seit 1948

Das Isarauenstadion bekommt einen neuen Rasen – und vielleicht auch einen neuen Namen.

Die Vereinsliebe von Jugendleiter und Trainer Kausch ging soweit, dass er sich später sogar einen Kleinbus zulegte, um mehrere Spieler mitzunehmen. An eine besondere Episode erinnert sich sein Weggefährte Walter Gast (70). „Als unser Torwart bei einem Spiel aus beruflichen Gründen einmal absagen musste, hat Günter den Verdienstausfall aus eigener Tasche bezahlt, damit er auflaufen konnte.“ Gast war es auch, der Anfang 1990 den gelernten Bäcker und Konditor Kausch nach 30 Jahren von der Bäckerei Sieß in Garmisch-Partenkirchen in die eigene Bäckerei nach Mittenwald holte. „Der Günter hat Fußball gelebt, für seine Kinder alles getan und nach wichtigen gewonnenen Spielen den Jugendlichen auch oft ein Brathähnchen spendiert.“

Kausch kam 1945 nach Mittenwald und wurde 1948 Vereinsmitglied. Bereits 1951 brachte er sich als Jugendleiter ein. Er wurde 1963 Zweiter Vorsitzender. Vereinschef war er von 1990 bis 1992 und von 1998 bis 2004. Der Funktionär stellte sich auch als Platzkassier zur Verfügung und fungierte im Bezirk Oberbayern als Schiedsrichter.

„Wenn es darauf ankam“, erinnert sich Edi Weiser, „dann hat Kausch bei Weihnachtsfeiern auch selbst den Nikolaus gemacht“. Für den 73-jährigen Weiser, der von der Schüler- bis zur Bezirksliga in allen FCM-Mannschaften spielte, ist der Antrag auf die besagte Platzumbenennung mehr als gerechtfertigt. „Ehre, wem Ehre gebührt. Er hat fast jede Funktion im Verein mit Akribie ausgefüllt. Seine größten Verdienste liegen aber in seiner Jugendarbeit. Hier hat er allen das Gefühl von Geborgenheit und Wohlfühlen in einer Sportgemeinschaft vermittelt.“ Für sein Engagement wurde er auch mehrfach ausgezeichnet (Kasten).

„Wenn es einen gibt, der Legende genannt werden darf, dann Günter Kausch“, meint FCM-Trainer Bernd Scholz. „Die Idee, sein sportliches Wohnzimmer auf seinen Namen umzubenennen, finde ich absolut in Ordnung.“ Der gleichen Meinung ist auch Werner Schuhmacher (68), der von 1992 bis 1994 Erster Vorsitzender war. „Jeder Fußballkenner wird dem Antrag ohne Zweifel zustimmen.“

Verdienter Funktionär

Günter Kausch wurde mit Auszeichnungen regelrecht überschuttet: 1994 erhielt er vom damaligen Staatsminister Hans Zehetmair (CSU) die Ehrenmedaille für besondere Verdienste im Sport. Vom Bayerischen Fußballverband (BFV) wurde er mit der Goldene Ehrennadel und vom damaligen Landrat Dr. Helmut Fischer (CSU) im Auftrag des Ministerpräsidenten mit dem Ehrenzeichen für Verdienste im Ehrenamt geehrt. Der Bayerische Landessportverband (BLSV) ehrte ihn 1998 mit der Verdienstnadel in Gold. Der BFV schloss sich 2000 mit Silber an. Vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) bekam Kausch 2002 eine Ehrenurkunde. 2004 ernannte ihn sein Clubnachfolger Hannes Ostler zum Ehrenvorstand des FC Mittenwald.

Wolfgang Kunz

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