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Handwerk als Hobby: Johannes Hessler schnitzt die typischen Larven der Mittenwalder Fasnacht.

Johannes Hessler entwirft Unikate

Eine geschnitzte Tradition

Mittenwald - Wie viele Larven Johannes Hessler mit seinen jungen 21 Jahren bereits geschnitzt hat, weiß er nicht. Es waren aber viele. Und auch heuer hat der gelernte Bildhauer in der Mittenwalder Fasnacht wieder alle Hände voll zu tun.

Die Larven, die Johannes Hessler entstehen lässt, sind Unikate. Jede einzelne unterscheidet sich von den anderen. Jede einzelne ist ein individuelles Kunstwerk. An seiner kleinen Werkbank neben dem elterlichen Wohnhaus schnitzt der Mittenwalder – jetzt in der Hochsaison – bis tief in die Nacht. Schließlich müssen die Masken aus Zirbenholz noch rechtzeitig bis zu den Gungln und dem Unsinnigen Donnerstag fertig werden.

Seine offizielle Ausbildung hat Hessler in der Schnitzschule Garmisch-Partenkirchen gemacht. Drei Jahre lang verfeinerte er dort sein künstlerisches Können. Nach seiner Ausbildung im Kreisort ging der Bildhauer dann für ein Jahr nach St. Ulrich in Südtirol. In den Dolomiten-Dörfchen schliff er sein Talent weiter zurecht. „In diesen zwölf Monaten lernte ich sehr viel.“ Zahlreiche Kunstwerke schnitzte er dort, darunter viele Christus- und Akt-Figuren. Doch lange wollte er der Heimat nicht bleiben. Es zog ihn zurück in den Geigenbauort. Auch wenn er dort nicht von seinem Handwerk lebt. Vor zwei Jahren begann er als Monteur bei der Mittenwalder Firma Schaller. Seine Schnitzeisen legte er trotzdem nicht weg. „Die Bildhauerei und das Larvenschnitzen mach’ ich nur nebenher.“ Für andere Leute. Eine eigene Maske hat Hessler nicht. Er trägt jene, die sein Vater gefertigt hat. Denn auch er schnitzt seit Jahrzehnten Larven. Er hat die Liebe dazu seinem Sohn praktisch in die Wiege gelegt.

So hängen im Hesslerschen Wohnzimmer die bekannten Schnauzer und einige Weiber-Larven an einem Hirschgeweih. Auch Schellenrührer kommen gerne zu dem Mittenwalder und lassen ihre Wünsche in Holz verwirklichen. Zu seiner Kundschaft zählen aber nicht nur Isartaler. Erst kürzlich schnitzte er für einen Partenkirchner Maschkera eine überdimensional große Larve für die so genannten Untersberger Mandl: „Das war bisher meine größte“, erzählt der Bildhauer.

Die kleinste bekam sein Neffe. Nur etwa 20 Zentimeter groß schnitzte er die Kinderlarve für den jungen Hansi – eine „richtig schiache Hexenlarve mit Krüppelnase und Warzen“, beschreibt der Schnitzer mit einem Lachen. „Für den Kleinen war sie das Höchste.“

Josef Hornsteiner

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