Vorteil für Messung des Prädikats "Luftkurort"

Mittenwald erhöht Parkgebühren

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Mittenwald - Parken in Mittenwald wird teurer: Der Marktgemeinderat erhöht ab dem 1. April 2016 die Preise. Zumindest in manchen Bereichen. 

Wer künftig in Mittenwald sein Fahrzeug abstellen möchte, muss tiefer in die Tasche greifen. Zumindest auf den Parkplätzen in Zentrumsnähe, wie am Dekan-Karl-Platz oder am Glagow-Park. Die Marktgemeinde dreht an der Gebührenschraube und erhöht ab dem 1. April dieses Jahres die Preise – ab einer Dauer von einer Stunde sogar ums Doppelte.

Anlass für die Änderung war ein Vergleich mit anderen Landkreis-Kommunen im vergangenen Jahr. Das Ergebnis: Im Kern des Ortes „sind wir unterdurchschnittlich aufgestellt“, betonte Bürgermeister Adolf Hornsteiner (CSU) in der Gemeinderatssitzung. Eine Gebühren-Anhebung – wie zuletzt 2007 – sei durchaus gerechtfertigt. Statt bisher 30 Cent müssen für eine halbe Stunde in naher Zukunft 50 Cent, pro angefangener Stunde ein Euro statt 50 Cent gezahlt werden. Darauf hat sich das Gremium auf Empfehlung des Ordnungs- und im Einvernehmen mit dem Bauamt geeinigt (einstimmig). Die Gebühren bleiben damit immer noch deutlich unter dem gesetzlichen Höchstsatz, welcher 1,30 Euro pro Stunde beträgt.

Für den Rathauschef ist dieser Schritt vor allem im Hinblick auf die vielen Projekte notwendig, die die Gemeinde zu stemmen hat. Also um diese zu finanzieren, wie er anmerkte. Und um das Prädikat „Luftkurort“ zu erhalten, ergänzte sein Vize Gerhard Schöner (CSU). „Jeder der mit’m Radl in den Ort fährt, hilft uns, wenn 2017 die nächste Messung ansteht“, sagte er. Denn wenn die Gemeinde das Prädikat verliere, habe sie mehr „dran zu beißen“.

Vorschlag: Kostenloses Parken am Sonntag

Argumente, denen niemand widersprechen wollte. Kommentarlos wurde der Punkt dennoch nicht durchgewunken. Florian Lipp (Vereinigung der Freien Wähler Mittenwald) zum Beispiel regte an, die Parksünder verstärkt zu überwachen. Denn eines müsse klar sein: „Die werden durch die Aktion sicher nicht weniger.“ Ähnliche Bedenken äußerte Enrico Corongiu (CSU). Er befürchtet, dass die Kostensteigerung eine Situation wie in Garmisch-Partenkirchen hervorruft, wo die Seitenstraßen zu beliebten Parkplätzen mutieren. „Das soll bei uns nicht in diese Richtung driften“, verdeutlichte er.

Ein 100-Prozent-Befürworter ist dagegen Georg Seitz (VFM). Das Vorhaben hätte man ihm zufolge schon vor zwei Jahren umsetzen können. Einen Vorschlag hatte er trotzdem noch parat: eine kostenfreie Nutzung an Sonntagen. Hornsteiner nahm die Anregung gerne auf, wenngleich er eigentlich keinen Grund sieht, von der Sieben-Tage-Woche abzuweichen. „Wir haben damit gute Erfahrungen gemacht.“ Darüber diskutieren lasse es sich aber allemal. Ganz im demokratischen Sinne.

Rubriklistenbild: © dpa (symbolbild)

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