+

Packen für den Ernstfall

Nach Hochwasser: Feuerwehren füllen ihr Sandsack-Lager auf

Isartal - Mehr als 2000 Sandsäcke haben die Mittenwalder, Krüner und Wallgauer Feuerwehren für die Hochwassergebiete um Uffing und Polling befüllt und dorthin transportiert. Nun müssen sie ihr eigenes Isartal-Lager wieder auffüllen.

Hubert Klotz schaut oft gen Himmel. Das Wetter bereitet ihm Sorgen. „Es kann zu jeder Zeit wieder etwas passieren“, ist sich der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Mittenwald sicher. „Das Wetter ist sehr unbeständig.“ Gerade ist es trocken, als er gemeinsam mit 40 anderen Feuerwehr-Kameraden aus dem Oberen Isartal einen schwarzen Sandsack nach dem anderen füllt. Diesmal verwenden sie als Füllung statt des klassischen Sands „den Wintersplit“. „Der trocknet schneller wieder aus“, erklärt Klotz. 25 Kilogramm wiegt einer. Mehr als 1200 Stück wurden am Mittwochabend nahe der Kaserne abgepackt. Sie werden jetzt gebraucht, um die eigenen Bestände wieder aufzufüllen.

Das eigene Lager ist wie leergefegt. Denn über 2000 Sandsäcke fuhr die Mittenwalder Feuerwehr mit Lkw nach Uffing und Polling. Dort wütete das Unwetter heftiger. Das bekamen die Bewohner mit voller Härte zu spüren.

Bilder vom Hochwasser im Altlandkreis Weilheim

Als der Kommandant von den Zuständen dort erfuhrt, wurden Erinnerungen an den Einsatz in Passau vor drei Jahren bei ihm wach. Dort hatte am 3. Juni 2013 ein sogenanntes Jahrtausend-Hochwasser die Stadt im Südosten Bayerns heimgesucht und die Altstadt sowie weite Landstriche unter Wasser gesetzt.

Auch Anton Simon blickt oft nach oben zu den dunklen Wolken. Erst kürzlich hat er mit einem Bekannten aus dem niederbayerischen Simbach am Inn telefoniert. „Die Gewalt des Wassers ist einfach unberechenbar“, sagt der Kommandant der Krüner Wehr. „Innerhalb von elf Minuten ist der Wasserpegel dort von wenigen Zentimetern auf mehrere Meter angestiegen.“ Der Bekannte erzählte ihm von einer neu eingerichteten Metzgerei, in der „Baumstämme vorne durch das Schaufenster schwammen und hinten wieder raus kamen“. Das Problem war dabei aber nicht der mächtige Inn – sondern der kleine Simbach.

Überschwemmungen in Niederbayern: So sieht es vor Ort aus

Solch katastrophale Szenen werden in Mittenwald aber aller Voraussicht nicht mehr passieren. Schließlich stecken die Marktgemeinde und der Freistaat momentan acht Millionen Euro in die Hochwasser-Verbauung am Lainbach. Denn letztlich kommt es nicht auf die Größe des Flusses an. Der Simbach, der die verheerende Katastrophe in Niederbayern auslöste, ist nur unwesentlich größer als der Lainbach. Auch dort hat die Mittenwalder Feuerwehr vorsorglich die Baustelle mit Sandsäcken versorgt.

5000 davon sind somit im Oberen Isartal wieder auf Lager. Bei Hochwasser sind die kleinen Wundertüten unentbehrlich. Doch warum sind sie so wichtig? Durch das Hochwasser steigt der Druck auf die Deiche um ein Vielfaches. Damit diese nicht abbrechen, das Sickerwasser aber trotzdem abfließen kann, sollen Sandsäcke die betroffenen Deiche durch Gegengewicht stabilisieren. Wichtig dabei: Zwischen den senkrechten Reihen müssen mehrere Fugen frei bleiben, damit das Wasser abfließen kann. Außerdem lassen sich mit den Sandsäcken Materialausspülungen in den Dämmen vermeiden. Man legt spezielle Textilien auf den Wall und beschwert sie mit Kies oder Sandsäcken.

Josef Hornsteiner

Auch interessant

Heimatshop Winter Aktion, jetzt Rabatte von bis zu 30% sichern!

<center>Wiesn Editionskrug Nr.2 "Gronemeyer-Schilz" 0,5l mit Deckel</center>

Wiesn Editionskrug Nr.2 "Gronemeyer-Schilz" 0,5l mit Deckel

Wiesn Editionskrug Nr.2 "Gronemeyer-Schilz" 0,5l mit Deckel
<center>Deko-Anhänger "Bayern" 3tlg. mundgeblasen</center>

Deko-Anhänger "Bayern" 3tlg. mundgeblasen

Deko-Anhänger "Bayern" 3tlg. mundgeblasen
<center>Rucksack mit Diagonal-Träger (Loden)</center>

Rucksack mit Diagonal-Träger (Loden)

Rucksack mit Diagonal-Träger (Loden)
<center>Magnet mit Kuhflecken</center>

Magnet mit Kuhflecken

Magnet mit Kuhflecken

Meistgelesene Artikel

Einsatz in Mali: Aufbruch ins Ungewisse
Mittenwald - In dreieinhalb Wochen geht’s los. Der Mittenwalder Soldat Manuel Goldschmitt (32) wird im krisengeschüttelten, afrikanischen Staat Mali im Rahmen einer …
Einsatz in Mali: Aufbruch ins Ungewisse
Bürgerentscheid: Thesen mit Tiefgang beim CSU-Stammtisch
Mittenwald - Großes Interesse, wenig Gegenwind: Beim CSU-Stammtisch zum Bürgerentscheid tischten die Redner nochmals alle Argumente gegen einen Neubau auf – und übten …
Bürgerentscheid: Thesen mit Tiefgang beim CSU-Stammtisch
Spaltpilz im Gemeinderat: Zwei Männer, zwei Meinungen
Mittenwald - Die aufgeheizten Debatten im Vorfeld des Mittenwalder Bürgerentscheids am 5. Februar zeigen es mit Nachdruck: Josef Schandl entwickelt sich immer mehr zum …
Spaltpilz im Gemeinderat: Zwei Männer, zwei Meinungen
Der Kampf im Netz
Mittenwald - Sie vertreten unterschiedliche Ansichten: der Mittenwalder CSU-Ortsverband und die Bürgerinitiative „Karwendelbad 2020“. Doch sie verbindet auch etwas. Um …
Der Kampf im Netz

Kommentare